Bei manchen Paaren klappt es einfach nicht mit dem Kinderkriegen. Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft, bietet sich eine künstliche Befruchtung an. Wie sie funktioniert.
Ein gesunder Lebensstil, wenig Stress und Verzicht aufs Rauchen erhöhen die Chancen einer erfolgreichen Befruchtung. Dazu können Frauen auch den Zeitpunkt ihres Eisprungs bestimmen, um gezielt in dieser Zeit Geschlechtsverkehr zu haben. Dennoch: Bei jedem fünften Paar in Deutschland, das sich Kinder wünscht, stellt sich auch nach einem Jahr noch kein Erfolg ein.
Welche Faktoren verhindern eine natürliche Befruchtung bei der Frau?
Fruchtbarkeitsstörungen kommen beim männlichen und beim weiblichen Partner ungefähr gleich häufig vor, teilweise sind die Gründe aber auch nicht eindeutig festzustellen. Die Ursachen für Kinderlosigkeit können hormonell oder anatomisch sein und sind dann nur vergleichsweise schwer zu beeinflussen. Bei der Frau kann die Funktion der Eierstöcke, der Eileiter (zum Beispiel bei einer Chlamydieninfektion) oder der Gebärmutter beeinträchtigt sein.
Kommt es nur selten oder unregelmäßig zum Eisprung, kann dieser medikamentös angeregt werden. Eine Behandlung mit Clomifen-Tabletten ist innerhalb der ersten drei Monate in etwa 70 Prozent der Fälle erfolgreich. Clomifen fördert die Hormonproduktion und soll so einen Eisprung herbeiführen. Je höher die Dosierung, desto mehr reife Eier können zur Befruchtung gewonnen werden. Zugleich steigt aber auch die Gefahr der Überstimulierung.
Welche Faktoren beeinflussen die Fruchtbarkeit beim Mann?
Beim Mann liegt das Problem häufig in einer zu geringen Spermienproduktion. Zudem kommt es vor, dass die Samenzellen sich nicht zielgerichtet bewegen oder den Schleimpfropf am Gebärmutterhals nicht durchdringen können. Liegt ein ungünstiges Spermiogramm vor, bietet sich die künstliche Befruchtung an. Befinden sich weder im Ejakulat noch in den Hoden und Nebenhoden lebensfähige Spermien, ist der Weg zur Samenbank eine weitere Option für ein Paar mit Kinderwunsch.
Wie funktioniert die künstliche Befruchtung?
Die künstliche Befruchtung beginnt mit einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke. Ziel hierbei ist, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen, um dadurch die Chance auf mehrere befruchtungsfähige Eizellen zu erhöhen. Im Anschluss werden Ei- und Samenzellen entnommen und im Labor zwei bis fünf Tage lang zusammengefügt, damit es zur sogenannten IVF (In-vitro-Fertilisation, Befruchtung „im Glas“) kommt. Ein bis höchstens drei befruchtete Eizellen, die sich besonders gut entwickelt haben, werden in die Gebärmutter eingesetzt; bei Frauen unter 35 reicht für gewöhnlich eine Eizelle. Der Transfer von mehr als drei ist durch das Deutsche Embryonenschutzgesetz verboten, da das Risiko einer ungünstigen Entwicklung der Embryonen steigt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es nach der IVF zur Schwangerschaft kommt, liegt bei Frauen unter 30 bei 50 Prozent, im Alter um die 40 Jahre wird dagegen nur noch jede vierte Frau schwanger. Ist die Schwangerschaft nach drei Monaten noch intakt, kann die Hormonbehandlung der werdenden Mutter eingestellt werden.
Eizellspende und Leihmutterschaft sind in Deutschland verboten
Kommt es auch nach mehreren IVF nicht zur Schwangerschaft oder zur Geburt, suchen sich manche Personen mit Kinderwunsch eine Klinik im Ausland. Dort ist eine Eizellspende teilweise möglich, jedoch sind hierbei die medizinischen Risiken für die werdende Mutter erhöht. Daneben kann das Kind auch von einer Leihmutter ausgetragen werden – problematisch wird es aber, wenn Leihmütter sich für diese „Dienstleistung“ bezahlen lassen. Eine Leihmutter ist theoretisch auch die einzige Option für homosexuelle männliche Paare, denen ihr Kinderwunsch in Deutschland aber rechtlich untersagt ist. Auch weiblichen Paaren ist die Schwangerschaft durch eine Samenspende untersagt, dies ist allerdings bundesweit nicht einheitlich geregelt.
Quelle: Frauenärzte im Netz