Splenomegalie

Ultraschalluntersuchung des Bauches. Manchmal wird dabei eine Milzvergrößerung entdeckt.
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Eine vergrößerte Milz fällt oft nur zufällig bei einer Ultraschall-Untersuchung auf.

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Splenomegalie (Milzschwellung, Milztumor): Vergrößerung der Milz. Meist ist eine Milzvergrößerung die Folge anderer Organerkrankungen oder Infektionen und nur selten entsteht sie durch eine direkte Erkrankung der Milz. Beschwerden bestehen meist nicht, allenfalls führt die Splenomegalie zu Druckgefühl und mäßigen Schmerzen im linken Oberbauch. Die Behandlung richtet sich immer nach der auslösenden Erkrankung. Ist diese erfolgreich, bildet sich die Milzschwellung von selbst zurück. In seltenen Fällen muss die Milz entfernt werden.

  • Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch
  • Linksseitige Oberbauchschmerzen
  • Evtl. frühes Sättigungsgefühl oder Übelkeit.

In den nächsten Tagen, wenn sich die genannten Oberbauchbeschwerden langsam entwickeln und nur leicht bis mäßig sind.

Heute noch, wenn die Oberbauchbeschwerden plötzlich auftreten oder sehr stark sind.

Krankheitsentstehung

Die Milz liegt eng benachbart zu Leber, Magen und Bauspeicheldrüse. Sie hat mehrere Aufgaben im Körper. So ist sie an der Immunabwehr beteiligt, z. B. indem sie Krankheitserreger aus dem Blut filtert und an der Entwicklung von Immunzellen mitwirkt. Und sie ist verantwortlich für den Abbau von alten oder beschädigten Blutzellen. Die Milz ist daher sehr gut durchblutet. Die Milz reagiert entsprechend bei vielen verschiedenen Krankheiten mit, indem sie sich vergrößert und dabei teilweise auch ihre Funktion steigert.

Ursachen und Risikofaktoren

Ist die Milz vergrößert, liegt das nur selten daran, dass die Milz selbst erkrankt ist. Meist ist die Milz nur als Reaktion auf andere Erkrankungen verändert:

  • Auslöser für eine Splenomegalie sind häufig Infektionskrankheiten wie Pfeiffersches Drüsenfieber, Windpocken, Malaria, Virushepatitis, Leishmaniose oder HIV. Die Milz muss hierbei vermehrt arbeiten, um die Infektion abzuwehren und vergrößert sich dadurch.
  • Bei verschiedenen Blutkrankheiten wie Sichelzellanämie, Thalassämie, Sphärozytose und perniziöser Anämie müssen besonders viele geschädigte Blutzellen abgebaut werden. Dasselbe ist der Fall, wenn das Immunsystem bei bestimmten Autoimmunerkrankungen aggressiv gegen die eigenen Zellen reagiert, wie bei rheumatoider Arthritis, Lupus erythematodes oder Autoimmunhämolyse. Auch dann muss die Milz mehr arbeiten und vergrößert sich.
  • Die Milz ist an der Entwicklung der Immunzellen beteiligt. Deshalb gehen Tumorerkrankungen, bei denen sich bestimmte Immunzellen unkontrolliert vermehren, immer auch mit einer Splenomegalie einher. Das ist zum Beispiel der Fall bei Leukämien und Lymphdrüsenkrebs. Auch andere bösartige Tumoren können eine Splenomegalie verursachen, indem sie Metastasen in die Milz ausstreuen.
  • Bei bestimmten Lebererkrankungen wie der Leberzirrhose und der Fettleber kommt es zu einer Blutstauung in der Pfortader. Durch die enge Nachbarschaft zu den Blutgefäßen der Milz kann sich dieser Rückstau des Blutes auch in die Milz fortsetzen. Auch andere Durchblutungsstörungen, etwa durch Blutgerinnsel oder durch Missbildungen der Milzgefäße, verursachen eine Blutstauung und dadurch ein Anschwellen der Milz.
  • Selten wird eine Splenomegalie durch Stoffwechselkrankheiten hervorgerufen, bei der sich Abbauprodukte in der Milz und anderen Organen ablagern. Beispiele sind die Amyloidose und die Gaucher-Krankheit.
  • Auch verschiedene Medikamente können selten einmal der Auslöser einer Milzvergrößerung sein.

Milzerkrankungen, bei denen das Organ direkt erkrankt, und nicht nur mitreagiert, sind z. B. Milzzysten. Sie können angeboren sein oder z. B. nach Verletzungen, Entzündungen oder durch Parasiteninfektionen mit dem Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm entstehen. Bei bakteriellen Infektionen im Bauchraum können sich auch eine Milzentzündung (Splenitis) oder Milzabszesse bilden. Eine schwere Verletzung der Milz, z. B. durch einen Unfall oder einen Schlag in den Oberbauch, kann einen Riss im Milzgewebe auslösen. Bleibt die umgebende Milzkapsel dabei unbeschädigt, bildet sich darunter ein Bluterguss und die Milz schwillt an. Sehr selten gibt es auch gutartige Milztumoren, sog. Splenome, die durch ihr Wachstum die Milz vergrößern.

Klinik

Eine Splenomegalie verursacht nur selten Beschwerden. Deshalb wird sie oft nur als Zufallsbefund bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt. Manchmal bewirkt eine starke oder sich schnell entwickelnde Milzschwellung ein Druckgefühl oder Schmerzen im linken Oberbauch. Je nach Ursache können sich diese Beschwerden langsam oder sehr rasch entwickeln. Manche Patient*innen empfinden beim Essen auch ein frühes Sättigungsgefühl oder Übelkeit, weil durch die Platzeinengung im Oberbauch weniger Nahrung in den Magen hineinpasst.

Im Vordergrund stehen jedoch meist die Symptome der zugrundeliegenden Erkrankung, z. B. Fieber bei einer Infektion oder Erschöpfung und Gewichtsverlust bei Krebserkrankungen.

Komplikationen

Eine häufige Komplikation der Splenomegalie ist der Hypersplenismus, eine Überfunktion der Milz, die durch die Zunahme des Milzgewebes ausgelöst wird. Dabei werden insgesamt zu viele Blutzellen abgebaut. In der Folge leiden die Betroffenen an Blutarmut (Anämie), sind anfällig für Infekte und haben eine verlangsamte Blutgerinnung. Sie fühlen sich deshalb müde und abgeschlagen, sind auffallend blass und neigen zu Zahnfleischbluten, Nasenbluten und Blutergüssen.

Bei einer erheblich vergrößerten Milz besteht zudem immer die Gefahr einer Milzruptur, also eines Risses im Milzgewebe. Dabei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, der eine sofortige Operation erforderlich macht.

Eine vergrößerte Milz lässt sich schon beim Abtasten des Bauches vermuten: Dann fühlt die Ärzt*in die Milz unterhalb des Rippenbogens. Eindeutiger ist aber eine Ultraschalluntersuchung des Bauches, bei der sich die Milz ganz genau abmessen lässt.

Bestätigt sich der Verdacht, folgen weitere Untersuchungen, z. B. Bluttests zum Nachweis von Infektionen oder Bluterkrankungen. CT oder MRT zeigen z. B. Lebererkrankungen oder Blutgerinnsel und eine Knochenmarkpunktion hilft, Anzeichen von Krebserkrankungen aufzudecken.

Da es viele mögliche Ursachen gibt, wird die Ärzt*in außerdem viele Fragen stellen, um Hinweise zu bekommen, welche Auslöser infrage kommen. So wird sie z. B. nach anderen Beschwerden fragen, nach einem kürzlich zurückliegenden Unfall oder einem Urlaub in den Tropen, nach Erbkrankheiten in der Familie, dem Alkoholkonsum und welche Medikamente eingenommen werden.

Differenzialdiagnosen. Im oberen Bauchraum liegen viele Organe, daher kommen bei Oberbauchbeschwerden zahlreiche Ursachen infrage. Häufig ist der Magen der Auslöser, z. B. bei einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), einem Magengeschwür (Ulkus) oder Magenkrebs. Auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse lösen Schmerzen im Oberbauch aus, z. B. bei einer Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) oder bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ebenfalls möglich sind Erkrankungen der Gallenblase, der Leber, des Darms oder des Bauchfells. Auch Erkrankungen der Nieren, der Lunge oder des Herzens können in den Oberbauch ausstrahlen.

Die Behandlung hängt von der Ursache ab, denn behandelt wird immer zunächst die auslösende Erkrankung. Bei chronischen Erkrankungen muss oft lebenslang behandelt werden und die Milz bleibt dabei oft vergrößert.

Wird kein Auslöser gefunden und wurde die Splenomegalie nur als Zufallsbefund festgestellt, ohne dass Beschwerden vorliegen, muss nicht behandelt werden. Hier wird abgewartet und die Milz regelmäßig im Ultraschall nachkontrolliert.

Eine Milzverletzung oder ein Milzabszess müssen, je nach Ausmaß, operiert werden.

Wenn die ursächliche Erkrankung nicht behoben werden kann, die Milz deutlich vergrößert bleibt und Beschwerden verursacht, so ist möglicherweise eine Milzentfernung (Splenektomie) sinnvoll. Die zu erwartende Beschwerdelinderung und die möglichen Komplikationen durch die Milzentfernung müssen dabei aber sorgfältig abgewogen werden.

Nach einer Milzentfernung benötigt das Immunsystem Zeit, sich an die neue Situation anzupassen. Deshalb werden die Betroffenen möglichst schon vor der Operation vor möglichen Infektionen durch ein Maximum an Regelimpfungen geschützt, so gegen Grippe, Pneumokokken, Hämophilus B und Meningokokken. Zusätzlich drohen in den ersten Wochen nach dem Eingriff Thrombosen. Dagegen werden vorbeugend Medikamente verordnet. Außerdem sollten Betroffene auch selbst alles tun, um Infektionen zu vermeiden, denn auch noch Jahre nach der Milzentfernung sind schwere Infektionen mit möglicherweise tödlichem Ausgang möglich (overwhelming post-splenectomy infections oder kurz OPSI). Wenn absehbare Gefahren drohen, z. B. bei einer Zahnsanierung, werden daher immer vorsorglich Antibiotika verordnet.

Die Prognose richtet sich nach der Ursache. Unkomplizierte Infektionen haben eine exzellente Prognose. Bei chronischen und unheilbaren Erkrankungen bleibt die Milz oft vergrößert. Bei Krebs hängt die Prognose von der Art der Krebserkrankung und dem Tumorstadium ab. Bei einer Milzruptur droht ein erheblicher Blutverlust und es besteht akute Lebensgefahr.

Was Sie selbst tun können

Einen Milzriss vermeiden. Solange die Milz deutlich vergrößert ist, besteht die Gefahr, dass die Milz reißt. Darum sollten Betroffene auf bestimmte Sportarten verzichten. Hierzu zählen alle Kontakt- und Extremsportarten sowie Gewichtheben.

Nach einer Splenektomie. Vermeiden Sie in den ersten Wochen nach einer Milzentfernung lange Autofahrten und Flüge und tragen Sie gegebenenfalls Kompressionsstrümpfe. Dadurch sinkt die Gefahr einer Thrombose.

Notfallantibiotikum. Nach einer Entfernung der Milz und bei einer beeinträchtigten Milzfunktion ist die Infektionsgefahr hoch. Lassen Sie sich von Ihrer Ärzt*in ein Notfallantibiotikum verschreiben. Bei Auftreten von Fieber, nach einer Verletzung oder einem Tierbiss sollten Sie sofort Ihre Hausarztpraxis aufsuchen. Ist dies nicht möglich, beginnen Sie vorsorglich mit der Antibiotikatherapie.

Autor*innen

Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung der Sektionen: Daniela Grimm | zuletzt geändert am um 15:22 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.