Hormonersatztherapie: Pro und Kontra

Andere Wirkstoffe dieser Gruppe

Polyzystisches Ovarsyndrom Schwangerschaftsübelkeit Eisenmangel Aufklärung bei Brustkrebs Kein Aspirin während der Periode Sport senkt Brustkrebs-Risiko Medikament gegen Osteoporose Die Selbstuntersuchung der Brust Ausfluss, krankhafter Geschlechterunterschied bei Diabetes Wechseljahre mit Hormontherapie Komplementärmedizin bei Frauenleiden Östrogenmangel in den Wechseljahren Genetisches Brustkrebsrisiko Gebärmutterkrebs Thrombosen von Antibabypillen ABC der Osteoporose Prämenstruelles Syndrom Röntgenuntersuchung der Brust: die Mammografie Herzinsuffizienz bei Frauen Der Besuch beim Frauenarzt Migräne verläuft oft in Phasen Ulcus molle und Lymphogranuloma inguinale Reizblase: Wenn’s ständig läuft Vulvodynie Tabuthema Pilzinfektion Lungenkrebs bei Frauen Gebärmuttersenkung und Gebärmuttervorfall Chemotherapie bei Brustkrebs? Test auf Chlamydien-Infektion Hitzewallungen bekämpfen Kaffee schadet Knochen nicht Herzschwäche bei Schwangeren Buch-Tipp: Homöopathie für Frauen Die Bedeutung der Brust für die Frau Aufbau und Funktion des weiblichen Beckenbodens Periode in den Herbst verschieben? Blasenentzündung in der Badesaison Frauen mit Diabetes Kopfschmerzen bei Stress Essstörungen zunehmend verbreitet Rauchen beeinflusst Fruchtbarkeit Aufbau und Funktion der weiblichen Geschlechtsorgane Wechseljahresbeschwerden Eierstockkrebs Wenn der Eisprung ausbleibt: Krampfadern frühzeitig behandeln Akupressur bei Regelschmerzen Aktive Krebsvorsorge Willebrand-Jürgens-Syndrom Frauen sind anders – Männer auch Brustkrebs vorbeugen Myome der Gebärmutter Der Menstruationszyklus Kinderwunsch trotz Diabetes Diabetes in der Schwangerschaft Eierstockzysten, funktionelle Schamlippenkrebs durch HPV Kein Brustkrebs-Screening auslassen! Scheidenmykose (Pilzinfektion der Scheide) Menstruationsschmerzen Brustkrebs Grüner Tee gegen Feigwarzen Trockene Augen durch Hormone Endometriose Hormone und Zahngesundheit Kystom (gutartiger Eierstocktumor) Blutungen in den Wechseljahren Harnweginfekt und Blasenentzündung Hilfe bei Essstörungen Triptane gegen Migräne-Attacken Wechseljahre Was tun bei diffusem Haarausfall? Toxinschocksyndrom Adnexitis, chronische Veränderungen der Schilddrüse HPV-Infektion auch ohne Sex Aufbau und Funktion der weiblichen Brust Was hilft bei Scheidentrockenheit? Wechseljahre Die Spirale ist eine gute Option Gebärmutterhalskrebs im Alter Zyklusabhängige Schmerzen Krebstherapie ohne Folgen fürs Herz Brustkrebs bei Frauen Osteoporose kann jeden treffen Gezielt gegen Blasenschwäche Haarbalgentzündung der Vulva Folsäure Gebärmutterhalskrebs Mittel bei Regelschmerzen Mehr Koffein – mehr Östrogene Kalzium hält Hormone im Zaum Den Beckenboden stärken Zyklusstörungen und Monatsblutungsstörungen Das medizinische Fachgebiet Gynäkologie Gebärmutterpolypen Bartholinitis Hitzewallungen in den Wechseljahren Fibroadenome, Brustzysten und Brustlipome Verschieben der Menstruation Hormonersatztherapie mit Folgen Milchgangpapillom Buch-Tipp: Osteoporose Schwere und geschwollene Beine Myome – gutartige Geschwülste Krampfadern drohen auch im Winter Heiß und kalt gegen den Schmerz Starke Monatsblutung Regelschmerzen rezeptfrei behandeln Trichomonadeninfektion der Scheide Gonorrhö ist hoch ansteckend HPV-Impfung für Jungen Brustentzündung außerhalb des Wochenbetts Venenleiden: Vorboten erkennen Kopfschmerzen bei Schwangeren Bluttest auf Brustkrebs Östrogenmangel-Kolpitis Harninkontinenz lindern Östrogenspiegel verändert Frauenhirn Adnexitis, akute Intimwaschlotionen im Test Neue Studie zu HPV-Impfung Adnexitis, akute Bösartige Eierstockzysten Glutenunverträglichkeit & Magersucht Schwangerschaftsrisiko Präeklampsie Menopause: Trotzdem fruchtbar? Keimfalle Schwimmbad Online-Unterstützung für Migranten Sexuell übertragbare Infektionen Long-Covid mindert die Libido Diabetesfolgen bei Frauen Brustkrebs bei Frauen Unspezifische bakterielle Scheideninfektion Bei starken Regelschmerzen zum Arzt Nutzen des HPV-Tests überprüft Mastopathie Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs Störung des Scheidenmilieus Was hilft durch die Wechseljahre? Diagnoseverfahren in der Gynäkologie

Argumente dafür

  • In über 70 % der Fälle kommt es durch eine Hormonersatztherapie zu einer raschen und wirkungsvollen Linderung sämtlicher Wechseljahresbeschwerden, die auf den Hormonmangel zurückzuführen sind.
  • Es kommt zu einem Anti-Aging-Effekt durch Verdrängung der (sichtbaren) Alterungserscheinungen der Haut.
  • Das Wohlbefinden und das Leistungsvermögen steigen.
  • Die Knochensubstanz wird stabilisiert und somit das Osteoporoserisiko verringert – dieser Effekt entsteht aber nur bei langfristiger Einnahme über viele Jahre.
  • Das Risiko für Gebärmutterhalskrebs sinkt.
  • Eine kombinierte Östrogen- und Gestagengabe führt zu einem verminderten Darmkrebsrisiko.

Argumente dagegen

Im Mai 2002 wurden die Ergebnisse einer groß angelegten US-Studie der Women’s Health Initiative (WHI) zur Hormonersatztherapie mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination an über 16 000 Frauen publiziert. Seitdem werden die oben beschriebenen Effekte wesentlich kritischer gesehen. Die Gründe im Einzelnen:

  • Das Risiko, eine Thrombembolie (Einschwemmen eines Blutgerinnsels) zu erleiden, insbesondere im ersten Jahr der Anwendung, wird größer. Damit erhöht sich auch das Schlaganfallrisiko. Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass dies eventuell nicht der Fall ist, wenn die Hormonersatztherapie mit niedrig dosierten Hormonpflastern erfolgt.
  • Unter einer Hormonersatztherapie kommt es häufiger zu Gallenblasenentzündungen.
  • Das Brustkrebsrisiko ist erhöht – mäßig erhöht bei alleiniger Östrogengabe und stark erhöht bei kombinierter Östrogen- und Gestagengabe. Dass eine Hormonersatztherapie das Brustkrebsrisiko erhöht, belegt auch eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums von 2009. Die Studie untersuchte knapp 10.000 Frauen nach der Menopause: Demnach waren 20–25 Prozent der Brustkrebserkrankungen auf die langfristige Einnahme von Hormonpräparaten zurückzuführen. Bei gleichzeitigem Bewegungsmangel stieg das Brustkrebsrisiko sogar auf 38 Prozent.
  • Bei alleiniger Östrogengabe steigt das Risiko für Gebärmutterkörperkrebs stark an.

Das Herzinfarktrisiko wird entgegen früheren Annahmen durch eine Hormonersatztherapie nicht gesenkt.

Fazit

Insgesamt überwiegen die Risiken der Hormonersatztherapie in und nach den Wechseljahren. Gegen die Einnahme über einige Monate bei starken Beschwerden spricht aber wenig. Darüber hinaus gibt es für die Hormonersatztherapie eigentlich keinen Platz mehr, zudem risikoärmere Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen der Komplementärmedizin für die Wechseljahresbeschwerden zur Verfügung stehen.

Diese Schlussfolgerung gilt übrigens nicht für die lokale Anwendung von Hormonen: Bestehen also Beschwerden wie eine juckende und trockene Scheide, ist – in Absprache mit dem Arzt – die Anwendung einer hormonhaltigen Creme (z. B. Linoladiol®, OeKolp®) im Scheidenbereich wegen der geringen Hormondosis und dem dadurch zu erwartenden Nutzen nach Ansicht der meisten Experten sinnvoll.

Autor*innen

zuletzt geändert am um 17:13 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.