Eierstockzysten, funktionelle

Try_my_best/Shutterstock.com
Anzahl, Größe und Beschaffenheit der Zysten werden am besten im vaginalen Ultraschall beurteilt.

Andere Wirkstoffe dieser Gruppe

Reizblase: Wenn’s ständig läuft Aufbau und Funktion der weiblichen Geschlechtsorgane Trichomonadeninfektion der Scheide Myome – gutartige Geschwülste Kein Aspirin während der Periode Krampfadern drohen auch im Winter Das medizinische Fachgebiet Gynäkologie Herzschwäche bei Schwangeren Online-Unterstützung für Migranten Hitzewallungen bekämpfen Keimfalle Schwimmbad Adnexitis, akute Was hilft bei Scheidentrockenheit? Der Besuch beim Frauenarzt Den Beckenboden stärken Kaffee schadet Knochen nicht Medikament gegen Osteoporose Rauchen beeinflusst Fruchtbarkeit Aufklärung bei Brustkrebs Verschieben der Menstruation Östrogenmangel in den Wechseljahren Blasenentzündung in der Badesaison Hormone und Zahngesundheit Gebärmutterhalskrebs Wechseljahre Störung des Scheidenmilieus Sexuell übertragbare Infektionen Mastopathie Diagnoseverfahren in der Gynäkologie Was tun bei diffusem Haarausfall? Neue Studie zu HPV-Impfung Blutungen in den Wechseljahren Kystom (gutartiger Eierstocktumor) Mittel bei Regelschmerzen Ulcus molle und Lymphogranuloma inguinale Buch-Tipp: Homöopathie für Frauen Akupressur bei Regelschmerzen Brustkrebs Aktive Krebsvorsorge Frauen mit Diabetes Glutenunverträglichkeit & Magersucht Tabuthema Pilzinfektion HPV-Infektion auch ohne Sex Der Menstruationszyklus Diabetesfolgen bei Frauen Schwangerschaftsübelkeit Wechseljahre Hilfe bei Essstörungen Intimwaschlotionen im Test Wechseljahresbeschwerden Schamlippenkrebs durch HPV Gonorrhö ist hoch ansteckend Nutzen des HPV-Tests überprüft Krebstherapie ohne Folgen fürs Herz Migräne verläuft oft in Phasen Trockene Augen durch Hormone Sport senkt Brustkrebs-Risiko Scheidenmykose (Pilzinfektion der Scheide) Harninkontinenz lindern Thrombosen von Antibabypillen Prämenstruelles Syndrom Krampfadern frühzeitig behandeln Unspezifische bakterielle Scheideninfektion Zyklusabhängige Schmerzen Schwangerschaftsrisiko Präeklampsie Brustentzündung außerhalb des Wochenbetts Diabetes in der Schwangerschaft Wenn der Eisprung ausbleibt: Eisenmangel Östrogenspiegel verändert Frauenhirn Hormonersatztherapie: Pro und Kontra Die Selbstuntersuchung der Brust Gebärmutterkrebs Adnexitis, chronische Veränderungen der Schilddrüse Gebärmuttersenkung und Gebärmuttervorfall Test auf Chlamydien-Infektion Kein Brustkrebs-Screening auslassen! Kalzium hält Hormone im Zaum Brustkrebs vorbeugen Kopfschmerzen bei Schwangeren Haarbalgentzündung der Vulva Eierstockkrebs Die Spirale ist eine gute Option Brustkrebs bei Frauen Chemotherapie bei Brustkrebs? Toxinschocksyndrom Östrogenmangel-Kolpitis Brustkrebs bei Frauen Myome der Gebärmutter Gebärmutterpolypen Aufbau und Funktion der weiblichen Brust Triptane gegen Migräne-Attacken Komplementärmedizin bei Frauenleiden Long-Covid mindert die Libido Schwere und geschwollene Beine Vulvodynie Hormonersatztherapie mit Folgen Starke Monatsblutung Fibroadenome, Brustzysten und Brustlipome Essstörungen zunehmend verbreitet Herzinsuffizienz bei Frauen Menstruationsschmerzen Endometriose Aufbau und Funktion des weiblichen Beckenbodens Venenleiden: Vorboten erkennen Bei starken Regelschmerzen zum Arzt Geschlechterunterschied bei Diabetes Periode in den Herbst verschieben? Hitzewallungen in den Wechseljahren Osteoporose kann jeden treffen Ausfluss, krankhafter Frauen sind anders – Männer auch Bartholinitis Zyklusstörungen und Monatsblutungsstörungen Bluttest auf Brustkrebs Folsäure Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs Wechseljahre mit Hormontherapie Kopfschmerzen bei Stress Bösartige Eierstockzysten ABC der Osteoporose Menopause: Trotzdem fruchtbar? Willebrand-Jürgens-Syndrom Harnweginfekt und Blasenentzündung HPV-Impfung für Jungen Was hilft durch die Wechseljahre? Adnexitis, akute Gebärmutterhalskrebs im Alter Grüner Tee gegen Feigwarzen Polyzystisches Ovarsyndrom Röntgenuntersuchung der Brust: die Mammografie Kinderwunsch trotz Diabetes Buch-Tipp: Osteoporose Milchgangpapillom Die Bedeutung der Brust für die Frau Heiß und kalt gegen den Schmerz Genetisches Brustkrebsrisiko Regelschmerzen rezeptfrei behandeln Lungenkrebs bei Frauen Gezielt gegen Blasenschwäche Mehr Koffein – mehr Östrogene

Funktionelle Eierstockzysten (Funktionelle Ovarialzysten, kurz Ovarialzysten): Hormonell beeinflusste, flüssigkeits- oder blutgefüllte kleine Hohlräume (Zysten) in den Eierstöcken. Da diese Zystenbildung regelmäßig im Monatszyklus vorkommt, ist prinzipiell jede geschlechtsreife Frau davon betroffen; von Beschwerden berichten aber meist nur junge Frauen in der Pubertät sowie Frauen in den Wechseljahren. In nur wenigen Fällen (etwa 2 %, vor allem bei älteren Frauen) handelt es sich um bösartiges Zystengewebe, also um Eierstockkrebs.

Die häufigsten funktionellen Zysten sind: Follikelzyste (auch Bläschenzyste genannt), Gelbkörperzyste (Corpus-luteum-Zyste), Luteinzyste, Schokoladenzyste (Synonym: Teerzyste) sowie im weiteren Sinne polyzystische Ovarien (PCO).

Follikelzysten:

  • Meistens keine Beschwerden
  • Selten: periodenähnliche Unterbauchschmerzen, die sich bei körperlicher Aktivität verstärken und nach 1–2 Tagen von selbst abklingen.

Gelbkörperzysten:

  • Häufig plötzliche, einseitige Unterbauchschmerzen
  • Evtl. auch Schmierblutungen oder Ausbleiben der Monatsblutung.

Luteinzyste:

  • Zwischenblutungen
  • Heftige Regelschmerzen.

Schokoladenzyste:

  • Menstruationsblut aus bräunlich-zähem Sekret.

Polyzystische Ovarien (PCO):

  • Geringe oder ganz ausbleibende Blutung.

In den nächsten Tagen, wenn

  • starke Unterleibsschmerzen oder ungewöhnlich starke Blutungen auftreten.

Krankheitsentstehung

Follikelzyste. Eine Follikelzyste (auch Bläschenzyste genannt) entwickelt sich häufig in Zeiten hormoneller Umstellung wie in der Pubertät oder in den Wechseljahren. Reift während des monatlichen Zyklus ein Ei heran, das dann aber nicht durch den Eisprung (Ovulation) freigegeben wird, bleibt der sogenannte Graaf-Follikel (Eibläschen) bestehen. Durch die Flüssigkeit bildet sich eine Blase (= Zyste), die so lange existiert, bis sich die Follikelzyste nach 1–2 Monaten von selbst wieder zurückbildet oder platzt. Auch produziert der Graaf-Follikel eine Zeitlang Flüssigkeit und manchmal auch Hormone, was einen Teil der typischen Beschwerden erklärt.

Gelbkörperzyste. Eine Gelbkörperzyste (Corpus-luteum-Zyste) entsteht, wenn der Follikel nach erfolgtem Eisprung blutet und sich das Blut in einer Blase sammelt. Gelbkörperzysten können bis 12 cm groß werden, bilden sich in aller Regel aber spontan zurück.

Luteinzyste. Sie entwickelt sich meist im Zusammenhang mit einer Hormontherapie bei Unfruchtbarkeit. Durch diese Therapie soll die Reifung von Eizellen im Eierstock angeregt werden, allerdings bildet sich durch den in Ungleichgewicht geratenen Hormonhaushalt unter Umständen eine Luteinzyste. Auch diese Zysten können sehr groß werden, bis 20 cm wurden gemessen, verschwinden jedoch meist nach Absetzen der Hormontherapie.

Schokoladenzyste. Diese auch Teerzyste genannte Eierstockzyste bildet sich durch Einblutungen aus Endometriose-Herden. Dabei siedeln sich Teile der Gebärmutterschleimhaut ab und wachsen beispielsweise im Bereich der Eierstöcke und Eileiter weiter. Wie die normale Schleimhaut der Gebärmutter bluten auch diese Schleimhautherde monatlich. Da das Blut nicht abfließen kann, ist die Gefahr einer Zystenbildung an den Eileitern sehr groß. Der Name leitet sich von dem dickflüssigen, schokoladenbraunen Zysteninhalt ab.

Polyzystische Ovarien (PCO). Dieses eigene Krankheitsbild entsteht durch ein starkes hormonelles Ungleichgewicht, für das nicht nur die weiblichen, sondern auch die männlichen Geschlechtshormone verantwortlich sind. Diese stören die Reifung der Eibläschen (Follikel), sodass in beiden Eierstöcken eine Vielzahl an Follikel heranwächst. Die betroffenen Frauen leiden außer unter Zyklusstörungen unter einer ausgeprägten Virilisierung (Vermännlichung) wie Gesichtshaarwuchs und tieferwerdender Stimme.

Komplikationen

In seltenen Fällen treten folgende Komplikationen auf:

Stieldrehung. Durch ruckartige Körperbewegungen oder auch spontan kommt es zu einer Drehung der flüssigkeitsgefüllten Zyste, die dadurch die zuführenden Blutgefäße des Eierstockes stranguliert. Zum einem ist dadurch der Blutabfluss gestört, zum anderen besteht die Gefahr, dass auch die Blutversorgung unterbrochen wird. Begleitet wird diese Stieldrehung von heftigen Schmerzen. Dauert der Zustand länger an, wird der Eierstock so nachhaltig geschädigt, dass er komplett entfernt werden muss.

Aufplatzen der Zyste. Dies tritt meist spontan auf, wird aber auch durch die vaginale Untersuchung beim Frauenarzt ausgelöst. In der Regel ist das Aufplatzen ungefährlich, es treten evtl. starke Schmerzen auf. Reißen Blutgefäße auf der Zystenoberfläche auf, drohen Blutungen in das Bauchinnere und ein Kreislaufschock.

Dauerblutung aus der Gebärmutter. Diese sehr seltene Komplikation erfordert eine Ausschabung der Gebärmutter oder eine Hormonbehandlung, um die Blutung zu stoppen.

Entartung. Zunächst gutartige Zysten können bösartig werden und sich zu einem Eierstockkrebs entwickeln.

Anamnese. Die Erfragung der Vorgeschichte gibt häufig schon einen Hinweis auf die Zystenerkrankung. Fragen nach Schmerzen, dem Menstruationszyklus und der Einnahme von Hormonen (z. B. Pille) sind in diesem Zusammenhang von Interesse.

Palpation. Große Eierstockzysten erkennt der Frauenarzt bereits bei der vaginalen Tastuntersuchung (Palpation). Dabei beurteilt er die Größe, Beschaffenheit, Schmerzempfindlichkeit und Beweglichkeit der Zyste.

Vaginalultraschall. Dieser erlaubt die Einschätzung von Anzahl, Größe und Beschaffenheit der Eierstockzysten. Auch schließt der Arzt durch diese Untersuchung einen bösartigen Tumor und eine Eileiterschwangerschaft aus.

Blutuntersuchung. Zur diagnostischen Sicherheit werden auch noch Untersuchungen des Blutserums durchgeführt, die beispielsweise erhöhte Entzündungswerte oder einen erhöhten Androgenspiegel wie bei polyzystischen Ovarien (PCO) anzeigen.

Die Therapie richtet sich nach dem zugrunde liegenden Zystentyp. Da die meisten Eierstockzysten keine Beschwerden verursachen und sich spontan zurückbilden, ist eine Therapie oft nicht notwendig.

Abwartende Behandlung

Wird im Ultraschall eine Zyste entdeckt, wartet man die nächste Menstruationsblutung ab und macht anschließend eine Kontrolluntersuchung.

Pharmakotherapie

Wenn sich die Zyste nach 3 Monaten noch nicht allein zurückgebildet hat oder schon mehrfach vorgekommen ist, verordnet der Frauenarzt eine mind. 3-monatige Hormonbehandlung mit einem Gestagen, in der Regel in der Form einer gestagenbetonten Pille. Diese lindert die aktuellen Beschwerden und unterdrückt die Bildung weiterer Zysten.

Operative Behandlung

Wenn auch die hormonelle Therapie erfolglos war oder Beschwerden oder Komplikationen (z. B. Stieldrehung) auftreten, ermöglicht eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) die Entfernung der Zyste(n).

Bei neu aufgetretenen Eierstockzysten in der Postmenopause ist eine laparoskopische Entfernung grundsätzlich sinnvoll, da es sich nicht selten um Eierstockkrebs handelt.

Da eine funktionelle Eierstockzyste meistens von selbst und ohne Komplikationen wieder verschwindet, ist die Prognose gut. Komplikationen erfordern jedoch rasches ärztliches Eingreifen. Auch sind Rezidive häufig.

Was Sie selbst tun können

Körperliche Schonung. Achten Sie bei Beschwerden auf eine körperliche Schonung und lindern Sie leichte Schmerzen mit Wärme (z. B. Wärmflasche, heißes Kirschkern- oder Dinkelsäckchen auflegen) oder Schmerzmitteln vom Typ der nicht steroidalen Antirheumatika wie Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure (ASS).

Regelmäßiger Arztbesuch. Lassen Sie die Zyste alle 3–6 Monate ärztlich überwachen, bis sie entweder nicht mehr nachweisbar ist oder sie operativ entfernt werden muss.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Bei einer Neigung zu Zysten ist eine individuell abgestimmte homöopathische Konstitutionstherapie empfehlenswert, die sich nach der körperlichen, geistigen und seelischen Verfassung der Patientin richtet. Außerdem wird die Gabe von Apis (Gift der Honigbiene) in niedriger Potenz empfohlen.

Auflagen mit Heilerde. 2–3 Esslöffel Heilerde in warmem Wasser angerührt ergibt einen Heilerdebrei, der direkt auf den Unterbauch gestrichen wird. Anschließend wird ein Baumwolltuch darübergelegt. Die Heilerdeauflage sollte eine halbe Stunde einwirken. Empfohlen wird, die Anwendung täglich über 4 Wochen durchzuführen.

Autor*innen

Dr. med. Astrid Waskowiak, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung der Sektionen „Beschreibung“, „Symptome und Leitbeschwerden“, „Wann zum Frauenarzt“, „Die Erkrankung“, „Diagnosesicherung“, „Behandlung“, „Prognose“ und „Ihre Apotheke empfiehlt“: Dagmar Fernholz | zuletzt geändert am um 15:58 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.