Familientherapie

Andere Wirkstoffe dieser Gruppe

Östrogenspiegel verändert Frauenhirn Immer mehr Menschen mit Depression Auf Suizid-Gefahr richtig reagieren Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie Herbstliches Stimmungstief Vogelgesang stärkt die Psyche Wenn Sport süchtig macht Augenblick bewusst erleben Gesprächstherapie nach Rogers Elektrische Hirnstimulation Mehr Lebenszufriedenheit im Alter Rauchstopp: So klappt’s! Winterdepression Angsterkrankungen (Überblick) Essstörungen bei Jungen Hypochondrie: Eingebildet krank Stress in der Schwangerschaft Soziale Interaktion bei Kindern Alzheimer: Erinnerungsanker hilft Krankschreibungen 2014 Persönlichkeitsstörungen Therapie mit Antidepressiva Fehltage durch psychische Leiden ADHS bei Erwachsenen Depressionen gefährden das Herz ADHS wirksam behandeln Selbstmord Depression statt Vaterglück Manie und bipolare Störung Angst vor Klassenarbeiten Hilfe für Betroffene und Angehörige bei psychischen Erkrankungen Antidepressiva bezwingen auch Ängste Mittel gegen schlechte Erinnerung Krankheitsangst raubt Lebensjahre Autismus beim Baby erkennen Borderline-Störung Bundesteilhabegesetz beschlossen Cannabis als Medikament sicher Bei Dauerstress droht Burnout Somatoforme Störungen Methylphenidat stört Wachstum nicht Burnout Stimmungstief in der Winterzeit Tageslicht gegen Winterdepression Wenn Medikamente die Psyche stören Berufsstress im Urlaub Cholesterinsenker gegen Depressionen? Psychische Krisen meistern Gewalt gegen Männer Psychotherapie hilft auch im Alter Schlafentzug täuscht die Sinne Hilfe bei Altersdepression Initiative „Kinder stark machen“ Hilfe bei Altersdepression Wenn Kinder traumatisiert sind Depressionen im Alter Machen Sportwetten süchtig? Ursachen von Schulverweigerung Depressionen frühzeitig bekämpfen Hilfe bei Schulstress Webportal für Krebskranke ADS und ADHS bei Erwachsenen Hyperventilationssyndrom Alkoholabhängigkeit Krankhafter Sammeldrang Spinnen-Phobie mit App behandeln Alkohol macht Gehirn unflexibel Mit Resilienz Krisen meistern Furcht lässt Spinnen wachsen Alkohol fördert Darmkrebs Trauer nach einer Fehlgeburt Mit Mobbing richtig umgehen Schizophrenie Organische Psychose (akut) Empfindsam: Männliche Psyche Mobbing bei Kindern Sport gegen Depression Glücksspiel im Kinderzimmer Diabetes und Depressionen Mobbing in sozialen Medien Panikattacken Stress schadet dem Rücken Psychopharmaka Pflegende von Demenz-Erkrankten Depressionen bei Männern erkennen Leistungsdruck an Unis steigt Mit Pumuckl gegen Coronastress Homeoffice senkt Stresslevel Junge Erwachsene mit Krebs Eigenanalyse von Stressoren Bulimie Licht-Therapie bei Winterdepression Schlafmangel beeinflusst die Psyche Erneutem Herzinfarkt vorbeugen Flüssigkeit zur Arzneieinnahme Pflanzliche Psychopharmaka Spinnen-Phobie mit App behandeln Burnout Schlafprobleme durch Medikamente Unrealistische Vorbilder gefährden Karriere-Hemmnis Soziale Phobie Achtung, Alkohol-Falle Schichtarbeit erhöht Diabetes-Risiko Burnout-Anzeichen wahrnehmen Medikamentensucht im Alter Diagnose Kaufsucht Depressive Verstimmung Erfolgreich fasten Risiko- und Schutzfaktoren psychischer Erkrankungen Wirken Antidepressiva bald besser? Tetris gegen Traumata Gestalttherapie Wenn die Panik kommt Depression im Alter Angststörungen bei Kindern ADHS im Erwachsenenalter Krankheitsangst raubt Lebensjahre Einweisung und Aufenthalt in psychiatrische Kliniken Schutz vor Stress und Burn Out Was sind Tics? Faltenkiller gegen Depressionen Stimmen hören bei Psychosen Behandlung schwerer Depressionen Burnout bei Diabetes Befindlichkeitsstörung oder psychische Erkrankung? ADHS im Erwachsenenalter Was sind affektive Störungen? Gefühlsschwankungen bei Borderline Ehe hebt die Stimmung Konzentrationsmangel & Vergesslichkeit Morgentief als Hinweis auf Depression Binge Eating Essen für die Harmonie Lücke bei Versandapotheken Depression bald objektiv messbar? Depressionen ernst nehmen Wenn junge Seelen leiden Medizin-Nobelpreis 2014 Krebs: Tanzen hilft beim Verarbeiten Krankheitsangst raubt Lebensjahre Buchtipp: Depression und Angst Ambulante Behandlungseinrichtungen für psychisch Kranke ADHS bei Erwachsenen Ess-Sucht bei Kindern Vogelgesang stärkt die Psyche Stigmatisierung von Übergewichtigen Wenn Kinder schlecht träumen Hirnstimulation lindert Depressionen Der Weg zur Diagnose in der Psychiatrie Grundlagen der Psychotherapie Häufige Überstunden machen dumm Die Angst vor der Angst Der Weg zur Diagnose in der Psychiatrie Herzerkrankungen bei Depressionen Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie Wohlbefinden im Alter Bindungshormon baut Angst ab Innovative Suchtprävention Magersucht Essen bestimmt die Laune Hilfe bei Crystal-Sucht Essstörung: Typische Symptome Männer werden depressiver Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern Stress am Wochenende Künstlerische Verfahren Psychische Betreuung bei Krebs Schlafentzug bei Depressionen Anzeichen für Schulangst erkennen Essstörung: Kein Hunger in Sicht Der Nachteil am guten Gedächtnis Tierische Therapeuten Asperger-Syndrom bei Erwachsenen Nachwuchs hält gesund Botox gegen Borderline Stress und Kummer fördern Demenz Hirnstimulation lindert Depressionen Schwer Depressive sind unterversorgt Depressionen bei Männern erkennen Winterdepression bei Kindern Posttraumatische Belastungsstörung Großstadt fördert psychische Leiden Antidepressiva bezwingen auch Ängste Phobien Cannabis schädigt Lunge Wegen Alkohol in die Notaufnahme Was ist eigentlich Stress? Verzerrte Körperwahrnehmung Lithium Cannabisabhängigkeit Methylphenidat stört Wachstum nicht Der Drang zum Zwang Rauchstopp stärkt die Psyche Antidepressiva nicht absetzen! Magenbeschwerden bei Stress Wenn die Seele leidet Modedroge Crystal Meth Singen kann COPD-Patienten helfen Neuroleptika Antidepressiva Die medizinischen Fachgebiete und Berufe im Bereich seelischer Erkrankungen Schizophrenie verstehen Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Wie Vorgesetzte krank machen Arbeit nach psychischer Erkrankung Psychodrama Spontane Menschen sind sozialer Generalisierte Angststörung Sucht im Alter Keine Angst vor Psychopharmaka ADHS: Weniger Tabletten verordnet Das Internet als Droge Hirn schrumpft mit Einnässen Psychosomatische Störungen Depressiv durch Parkinson Depressionen: Sport hilft Wie ADHS-Medikamente langfristig helfen Online-Psychotherapie im Trend Antidepressiva nicht absetzen! Psychische Leiden bei Behinderung Krankheitsangst raubt Lebensjahre Spinnen-Phobie mit App behandeln Hat der Kollege ein Alkoholproblem? Burnout-Verbreitung überschätzt Depression erhöht Diabetesrisiko Sozialrechtliche Informationen für psychisch Kranke Leistungsdruck am Arbeitsplatz Gesunde Zähne trotz Dentalphobie Was sind Essstörungen? Stress ist ansteckend Albträume bei Kindern Pflegereform 2017 Therapie am Computer Buchtipp: Der Gefräßigmacher Traumatische Erlebnisse Abhängigkeit Psychotrope Substanzen Positives Selbstbild im Alter Verwirrt nach der OP Mit Belastungen richtig umgehen Tipps gegen Winterblues Situation nach Schlaganfall Psychotherapie bei Reizdarmsyndrom Pandemie fördert Magersucht Musiktherapie bei Tinnitus Aktionstag zur Glücksspielsucht Methylphenidat stört Wachstum nicht Zufrieden Altern heute & zukünftig Stigmatisierung psychisch Kranker Long-Covid mindert die Libido Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Verhaltenstherapien Herbstmüdigkeit und Winterblues Spinnenphobie spielend überwinden Homeoffice senkt Stresslevel Hilfe bei Essstörungen Weihnachtliche Aromatherapie Übergewicht und Essstörung Autismus beim Baby erkennen Immer mehr Jugendliche abhängig Winterblues oder Depression? Fertigprodukte machen depressiv Gut gelaunt in den Frühling Anhaltende Besorgtheit Gewalt gegen Männer Hilfe durch Selbsthilfe Antipsychotikaverbrauch steigt an Riskantes Essverhalten Lavendelöl gegen Angststörungen Meditierend Depressionen lindern Wenn Eltern psychisch krank sind ADHS wirksam behandeln Organische Psychose (chronisch) Nikotinabhängigkeit Depressionen bei COPD-Patienten ADHS wirksam behandeln Psychotherapie bei Diabetes Behandlung von Tinnitus Spielsucht bei Jugendlichen Mit Yoga Krankheiten heilen? Beruhigungsmittel Übungen zur Achtsamkeit Depression am Auge ablesen Spielsucht Angst vorm Zahnarzt bezwingen Cannabis belastet die Psyche Hypnose in der Psychotherapie Werbeverbot für Tabak Psychische Leiden bei Arbeitslosen Borderline-Syndrom Psychologische Beratung im Studium Falsche Selbstwahrnehmung Wenn das Horten zum Problem wird Krisenintervention Überlebenshilfe für Videokonferenzen Hirnstimulation lindert Depressionen Dauerstress gefährdet Gesundheit Abtreibung richtig verarbeiten Essstörungen zunehmend verbreitet Gedächtnisprobleme im Alter Ab ins Grüne Antidepressiva nicht absetzen! Stress-Faktor Kind Depression Senioren grübeln weniger Zwangsstörungen ADHS bei Erwachsenen Dissoziative Störung Macht Verdrängung wirklich krank? Kaufsucht in den Griff bekommen Klassische Psychoanalyse nach Freud Licht gegen Winterdepression Wenn Pflegende seelisch leiden

Familientherapie. Psychische Erkrankungen sind immer auch Ausdruck und Folge von Störungen des Systems, in das der Patient eingebettet ist, meist also der Familie. Entsprechend wird nicht der Einzelne als „gestört“ betrachtet, sondern das System „Familie“, oder genauer gesagt, die Interaktion zwischen den Beteiligten ist gestört. Idealerweise wird die Familientherapie von zwei Therapeuten durchgeführt: Einer befasst sich im Gespräch mit den wechselseitigen Erwartungen der Familienmitglieder, die ausgesprochen, stillschweigend oder unbewusst sein können, der andere verfolgt die Sitzung hinter einer einseitig durchsichtigen Scheibe. Nach der Therapiestunde vergleichen die Therapeuten ihre Eindrücke und geben der Familie in der Regel „Hausaufgaben“ mit auf den Weg, die bis zum nächsten Treffen erprobt werden sollen. Dabei werden oft erstaunliche Prozesse in Gang gesetzt, die helfen (können), auch über Jahre bestehende Familienprobleme zu lösen. In der Praxis ist diese Form der Familientherapie kaum finanzierbar. Ersatzweise wird deshalb nur mit einem Therapeuten gearbeitet, meist auch nur mit dem psychisch kranken Familienmitglied (Indexpatient genannt). Die übrigen Familienmitglieder werden nur zu Beginn und Ende der Therapie – einzeln oder zusammen – eingeladen. Die Erfolge dieser vereinfachten Form der Familientherapie sind aber fast genauso gut.

Systemische Therapie. Die systemische Therapie mit ihrem Fokus auf krankhaften Interaktionen und zerstörerischen Konfliktmustern innerhalb einer sozialen Gruppe ist auch als Einzeltherapie durchführbar. Ihre Wirksamkeit ist nachgewiesen und auch von Gerichten anerkannt worden Da sie aber in Deutschland (noch) nicht durchgängig mit den Kassen verrechnet werden kann, vermischt man nicht selten Elemente von ihr mit anderen Psychotherapieverfahren, die von der Kasse übernommen werden. Auch in Kurzzeit-Beratungsangeboten hat sie sich als systemische Beratung> erfolgreich etabliert.

Eine weitere Anwendung besteht im Arbeitsumfeld: Bei der systemischen Organisationsentwicklung geht es darum, die Kommunikation und Konfliktbearbeitung im Team zu verbessern oder im Rahmen von Veränderungsprozessen wie Reorganisationen oder Fusionen Schlüsselprobleme einer Abteilung oder ganzen Firma zu lösen.

Nicht zu verwechseln mit der Systemischen Familientherapie sind die von über 2 000 deutschen Psychologen, Psychotherapeuten und auch Heilpraktikern propagierten Familienaufstellungen nach Bert Hellinger: Hier wählt der Aufstellende – häufig also der Kranke – unter den Gruppenmitgliedern Stellvertreter für Vater, Mutter, Geschwister und eventuell weitere für ihn wichtige Personen. Diese versucht er nun jeweils intuitiv „passend“ im Raum zu platzieren. Aufgrund der sich entwickelnden Dynamik sollen sich die so gestellten Stellvertreter nach einigen Minuten der Einfindung so fühlen wie die von ihnen dargestellten Personen im tatsächlichen Leben. Die aufgestellten Familienmitglieder – daher die Begriffe „Familienaufstellung“ und „Familienstellung“ – berichten nun, wie sie sich fühlen, was auch meist gelingt. Durch das dann Gehörte sollen sich im Aufstellenden krank machende Verstrickungen lösen.

Unstrittig ist, dass Aufstellungen sehr eindrücklich sein und tatsächlich große Kräfte beim Aufstellenden freisetzen können. Die Richtung dieser Kräfte ist aber insbesondere bei den Familienaufstellungen nach Hellinger unvorhersehbar, sie können sich also auch gegen die eigene Person richten. Ihre Nutzbarmachung erfordert größte Erfahrung und Zuwendung des Therapeuten, um z. B. das Selbstmordrisiko nicht zu fördern. Da dies in der Praxis bei den Hellinger-Familienaufstellungen nicht gegeben ist, wird die Methode von Experten kritisiert. Andere Therapien, die mit Aufstellungen arbeiten, wie z. B. das Psychodrama, berücksichtigen dies durch ein therapeutisches Regel-Set, das hilft, kritische Situationen zu vermeiden und den Betroffenen aufzufangen.

Eheberatung. Fast jede Ehe oder Paarbeziehung gerät einmal in eine existenzbedrohende Krise, die in der Regel eine fatale Eigendynamik entwickelt, und in 60 % der Fälle zur Scheidung führt. Es ist deshalb gut, dass es schon niedrigschwellige (also einfach anzusteuernde) Eheberatungsstellen gibt, die zum Teil sogar kostenfreie Termine zur Eheberatung anbieten.

Insbesondere die Kirchen unterhalten in Deutschland in vielen Städten entsprechende Angebote (zu finden über das Internet). Die Anlässe für eine Eheberatung sind Krisen, die das Fundament der Partnerschaft bedrohen, wie Trennungsabsichten eines Partners, außereheliche Beziehungen oder Arbeitslosigkeit, und das Verhältnis und der Umgang mit den Kindern, die vor allem in Mosaikfamilien mit unterschiedlichen Elternschaften ein Dauerproblem bilden. Mit im Raum steht aber auch oft die Unzufriedenheit mit der erlebten Sexualität.

Geht der Beratungsbedarf über fünf oder zehn Sitzungen hinaus, wird der Eheberater die Einleitung einer psychotherapeutischen Paartherapie (Paargespräche oder eventuell eine Sexualtherapie) empfehlen.

  • www.caritas.de – Website des Deutschen Caritasverbands, Freiburg: Über die Stichwortsuche Eheberatung erhalten Sie weitere Informationen zu Beratungsstellen und themenverwandten Links.
  • www.profamilia.de/topic/home – Auch die Website von Pro Familia (Frankfurt) bietet Ihnen die Möglichkeit, eine Eheberatungsstelle in Ihrer Nähe ausfindig zu machen.

Autor*innen

Dr. med. Arne Schäffler, Gisela Finke in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 14:41 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.