Binge Eating

Unglücklich wirkende Frau, die auf dem Sofa Süßes isst. Sie ist von Süßwaren und Chipstüten umgeben. "Frustfressen" ist eine abgeschwächte Form von Binge Eatng.
mauritius images / Chris Rout / Alamy / Alamy Stock Photos
Beim Binge Eating stopfen Betroffene reichlich kalorienreiches Essen in sich hinein. Genuss ist dabei nicht im Spiel.

Andere Wirkstoffe dieser Gruppe

Mit Belastungen richtig umgehen Fehltage durch psychische Leiden Depressionen bei Männern erkennen Keine Angst vor Psychopharmaka Panikattacken Psychotherapie hilft auch im Alter Dissoziative Störung Long-Covid mindert die Libido Depressionen im Alter Wohlbefinden im Alter Essstörungen bei Jungen Hilfe für Betroffene und Angehörige bei psychischen Erkrankungen Rauchstopp stärkt die Psyche Werbeverbot für Tabak Hypnose in der Psychotherapie Winterdepression Musiktherapie bei Tinnitus Depression erhöht Diabetesrisiko Klassische Psychoanalyse nach Freud Der Drang zum Zwang Essen für die Harmonie Wenn Kinder traumatisiert sind Therapie mit Antidepressiva Cannabis als Medikament sicher Ursachen von Schulverweigerung Organische Psychose (akut) Phobien Mit Yoga Krankheiten heilen? Was sind Essstörungen? Psychopharmaka Spontane Menschen sind sozialer Sozialrechtliche Informationen für psychisch Kranke Östrogenspiegel verändert Frauenhirn Wie Vorgesetzte krank machen Schlafentzug täuscht die Sinne Beruhigungsmittel ADHS wirksam behandeln Winterdepression bei Kindern Überlebenshilfe für Videokonferenzen Vogelgesang stärkt die Psyche Spinnen-Phobie mit App behandeln Posttraumatische Belastungsstörung Hyperventilationssyndrom Mittel gegen schlechte Erinnerung Schichtarbeit erhöht Diabetes-Risiko Methylphenidat stört Wachstum nicht Flüssigkeit zur Arzneieinnahme Hilfe bei Essstörungen Antidepressiva bezwingen auch Ängste Essstörung: Kein Hunger in Sicht Der Weg zur Diagnose in der Psychiatrie Burnout-Verbreitung überschätzt Spinnen-Phobie mit App behandeln Angst vorm Zahnarzt bezwingen Abtreibung richtig verarbeiten Depressionen ernst nehmen Mobbing in sozialen Medien Antidepressiva nicht absetzen! Somatoforme Störungen Meditierend Depressionen lindern Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie Singen kann COPD-Patienten helfen Faltenkiller gegen Depressionen Depressiv durch Parkinson Burnout-Anzeichen wahrnehmen Stress-Faktor Kind Herbstmüdigkeit und Winterblues Organische Psychose (chronisch) Stress schadet dem Rücken Lücke bei Versandapotheken Wegen Alkohol in die Notaufnahme Aktionstag zur Glücksspielsucht Wenn das Horten zum Problem wird Trauer nach einer Fehlgeburt Essen bestimmt die Laune Hirnstimulation lindert Depressionen Burnout Diabetes und Depressionen Was ist eigentlich Stress? Licht gegen Winterdepression Stress am Wochenende Bulimie Schlafentzug bei Depressionen Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Riskantes Essverhalten Weihnachtliche Aromatherapie Arbeit nach psychischer Erkrankung Erfolgreich fasten Magersucht Verzerrte Körperwahrnehmung Mit Pumuckl gegen Coronastress Spielsucht Cannabisabhängigkeit Junge Erwachsene mit Krebs Pflegereform 2017 Karriere-Hemmnis Soziale Phobie Buchtipp: Der Gefräßigmacher Cannabis schädigt Lunge Hilfe bei Altersdepression Positives Selbstbild im Alter Antipsychotikaverbrauch steigt an Lavendelöl gegen Angststörungen Psychodrama Zwangsstörungen Soziale Interaktion bei Kindern Antidepressiva bezwingen auch Ängste Schutz vor Stress und Burn Out Ehe hebt die Stimmung Manie und bipolare Störung Depression am Auge ablesen Häufige Überstunden machen dumm Initiative „Kinder stark machen“ Der Nachteil am guten Gedächtnis Befindlichkeitsstörung oder psychische Erkrankung? Das Internet als Droge Psychische Leiden bei Arbeitslosen Elektrische Hirnstimulation ADHS wirksam behandeln Wenn Kinder schlecht träumen Hilfe bei Crystal-Sucht Sport gegen Depression ADS und ADHS bei Erwachsenen Erneutem Herzinfarkt vorbeugen Krankschreibungen 2014 Immer mehr Jugendliche abhängig Angsterkrankungen (Überblick) Hilfe bei Schulstress Unrealistische Vorbilder gefährden Antidepressiva Behandlung von Tinnitus Modedroge Crystal Meth Burnout bei Diabetes Krankhafter Sammeldrang Übergewicht und Essstörung Psychologische Beratung im Studium Psychotherapie bei Diabetes Depressionen gefährden das Herz Übungen zur Achtsamkeit Krankheitsangst raubt Lebensjahre Hirn schrumpft mit ADHS bei Erwachsenen Ambulante Behandlungseinrichtungen für psychisch Kranke Angststörungen bei Kindern Wenn Sport süchtig macht Der Weg zur Diagnose in der Psychiatrie Innovative Suchtprävention Kaufsucht in den Griff bekommen Schwer Depressive sind unterversorgt Generalisierte Angststörung Psychotherapie bei Reizdarmsyndrom Webportal für Krebskranke Burnout Familientherapie Hypochondrie: Eingebildet krank Depression Stress und Kummer fördern Demenz Rauchstopp: So klappt’s! Einweisung und Aufenthalt in psychiatrische Kliniken Krankheitsangst raubt Lebensjahre Bindungshormon baut Angst ab Psychische Betreuung bei Krebs Spinnenphobie spielend überwinden Wenn die Seele leidet Ess-Sucht bei Kindern Stimmen hören bei Psychosen Mit Resilienz Krisen meistern Gewalt gegen Männer Winterblues oder Depression? Depressionen bei COPD-Patienten Mehr Lebenszufriedenheit im Alter Alkoholabhängigkeit Pandemie fördert Magersucht Psychische Leiden bei Behinderung Pflanzliche Psychopharmaka ADHS wirksam behandeln Bundesteilhabegesetz beschlossen Empfindsam: Männliche Psyche Cholesterinsenker gegen Depressionen? Stigmatisierung psychisch Kranker Gedächtnisprobleme im Alter Macht Verdrängung wirklich krank? Borderline-Syndrom Hat der Kollege ein Alkoholproblem? Depression bald objektiv messbar? Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern Selbstmord Depression statt Vaterglück Albträume bei Kindern Online-Psychotherapie im Trend Konzentrationsmangel & Vergesslichkeit Hirnstimulation lindert Depressionen Stigmatisierung von Übergewichtigen Alkohol fördert Darmkrebs Wenn die Panik kommt Auf Suizid-Gefahr richtig reagieren Was sind affektive Störungen? Männer werden depressiver Depression im Alter Gut gelaunt in den Frühling Schlafmangel beeinflusst die Psyche Mit Mobbing richtig umgehen Schlafprobleme durch Medikamente Lithium Wenn Pflegende seelisch leiden Herzerkrankungen bei Depressionen Spielsucht bei Jugendlichen Morgentief als Hinweis auf Depression Krankheitsangst raubt Lebensjahre Wenn Medikamente die Psyche stören Abhängigkeit Gefühlsschwankungen bei Borderline Essstörungen zunehmend verbreitet Antidepressiva nicht absetzen! Wirken Antidepressiva bald besser? Krebs: Tanzen hilft beim Verarbeiten Krisenintervention Homeoffice senkt Stresslevel Hirnstimulation lindert Depressionen Gewalt gegen Männer Sucht im Alter Nikotinabhängigkeit Hilfe bei Altersdepression Homeoffice senkt Stresslevel Ab ins Grüne Gesunde Zähne trotz Dentalphobie Senioren grübeln weniger Persönlichkeitsstörungen Cannabis belastet die Psyche Wenn Eltern psychisch krank sind Methylphenidat stört Wachstum nicht ADHS bei Erwachsenen Eigenanalyse von Stressoren ADHS im Erwachsenenalter ADHS: Weniger Tabletten verordnet Furcht lässt Spinnen wachsen Schizophrenie Bei Dauerstress droht Burnout Die Angst vor der Angst Diagnose Kaufsucht Traumatische Erlebnisse Immer mehr Menschen mit Depression Psychische Krisen meistern Anhaltende Besorgtheit Nachwuchs hält gesund Fertigprodukte machen depressiv Grundlagen der Psychotherapie Methylphenidat stört Wachstum nicht Depressionen frühzeitig bekämpfen Tetris gegen Traumata Machen Sportwetten süchtig? Autismus beim Baby erkennen ADHS im Erwachsenenalter Depressionen bei Männern erkennen Augenblick bewusst erleben Was sind Tics? Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie Herbstliches Stimmungstief Essstörung: Typische Symptome Wie ADHS-Medikamente langfristig helfen Angst vor Klassenarbeiten Verhaltenstherapien Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Dauerstress gefährdet Gesundheit Depressive Verstimmung Situation nach Schlaganfall Tipps gegen Winterblues Stress ist ansteckend Neuroleptika Berufsstress im Urlaub Gesprächstherapie nach Rogers Therapie am Computer Autismus beim Baby erkennen Vogelgesang stärkt die Psyche Behandlung schwerer Depressionen Einnässen Leistungsdruck an Unis steigt Medizin-Nobelpreis 2014 Magenbeschwerden bei Stress Medikamentensucht im Alter Psychotrope Substanzen Hilfe durch Selbsthilfe Depressionen: Sport hilft Gestalttherapie Spinnen-Phobie mit App behandeln Die medizinischen Fachgebiete und Berufe im Bereich seelischer Erkrankungen Schizophrenie verstehen Botox gegen Borderline Falsche Selbstwahrnehmung Antidepressiva nicht absetzen! Stress in der Schwangerschaft Glücksspiel im Kinderzimmer Krankheitsangst raubt Lebensjahre Psychosomatische Störungen Buchtipp: Depression und Angst Leistungsdruck am Arbeitsplatz Achtung, Alkohol-Falle Künstlerische Verfahren Verwirrt nach der OP ADHS bei Erwachsenen Stimmungstief in der Winterzeit Tierische Therapeuten Borderline-Störung Licht-Therapie bei Winterdepression Tageslicht gegen Winterdepression Anzeichen für Schulangst erkennen Asperger-Syndrom bei Erwachsenen Pflegende von Demenz-Erkrankten Alzheimer: Erinnerungsanker hilft Alkohol macht Gehirn unflexibel Mobbing bei Kindern Großstadt fördert psychische Leiden Risiko- und Schutzfaktoren psychischer Erkrankungen Zufrieden Altern heute & zukünftig Wenn junge Seelen leiden

Binge Eating (Fresssucht, Fressanfälle): Regelmäßige Fressanfälle (binge = Fressgelage), bei denen Nahrungsmengen verschlungen werden, die deutlich größer sind als das, was andere Menschen unter gleichen Umständen in der gleichen Zeit essen würden. Bis zu 2 % der Bevölkerung sind betroffen, bei Übergewichtigen (BMI über 30) sogar 5 %. Etwa ein Drittel der Erkrankten sind Männer.

  • Häufige – bis zu mehrmals wöchentlich auftretende – Essattacken. Bevorzugt werden sehr fett- und zuckerreiche Speisen. Der Essanfall kann sich über mehrere Stunden hinziehen. Das Essen wird dabei nicht genossen, sondern als unkontrolliertes Hereinstopfen erlebt.
  • Nach der Essattacke fühlen sich die Betroffenen schlecht, leiden unter Ekel- und Schuldgefühlen und der Überbelastung des Stoffwechsels.
  • Zeitweilig versuchen die Betroffenen, ihre Nahrungsaufnahme extrem einzuschränken (Crashdiät, Nulldiät), was sie aber unweigerlich in neue Essattacken hineintreibt.
  • Anders als bei Bulimie unternehmen die Betroffenen wenig, um die Folgen des Überessens zu kompensieren: Sie treiben kaum Sport und erbrechen nicht. Oft sind sie deshalb stark übergewichtig.

Noch am selben Tag, wenn

  • Der Betroffene in letzter Zeit deutlich abgenommen hat und extrem untergewichtig geworden ist
  • Gravierende Folgeprobleme auftreten wie starkes Frieren, Infekte, Verstopfung, Apathie (Teilnahmslosigkeit) oder Kreislaufstörungen.

In den nächsten Tagen, wenn sich das Essverhalten auffällig verändert hat oder sich andere Leitbeschwerden bemerkbar machen.

Die Ursachen für das Binge Eating sind mit denen der Magersucht und der Bulimie vergleichbar. Man geht davon aus, dass die verschiedenen Essstörungen nur unterschiedliche Seiten ähnlicher psychischer, familiärer oder gesellschaftlicher Vorgeschichten sind. Sie alle stellen verzweifelte Lösungsversuche von persönlichen, inneren Konflikten dar.

„Normale“ Übergewichtige nehmen regelmäßig mehr Kalorien auf, als sie verbrauchen. Menschen, die unter Binge Eating leiden, erleben dagegen anfallsweise auftretende Essattacken. In den Phasen zwischen den Anfällen verzehren sie aber mehr oder weniger normale Nahrungsmengen. Nach den Essanfällen schämen sich die Erkrankten über ihren Kontrollverlust, das Selbstwertgefühl leidet. Als Folge der Essanfälle kommt es zu starkem Übergewicht mit allen psychischen und körperlichen gesundheitlichen Konsequenzen.

Therapieziel ist die Stärkung des Selbstwertgefühls der Betroffenen und eine einfühlsame Hilfestellung bei der Lösung ihrer Konflikte. In der Therapie sollen die Patienten außerdem ein gesundes Essverhalten erlernen.

Teil der Krankheit ist, dass die Betroffenen in den seltensten Fällen selbst ärztliche Hilfe suchen. Meist sind es die Eltern oder andere nahe stehenden Personen, die auf einen Arztbesuch drängen. Wichtig ist, zu einem dem Betroffenen vertrauten Arzt zu gehen. Auch Kinderärzte sind übrigens geeignete Ansprechpartner. Die Diagnose ist meist einfach durch den eindeutigen Befund der körperlichen Untersuchung, zur Sicherheit werden aber andere Ursachen für die Abmagerung wie ein Tumor oder eine akute psychiatrische Erkrankung ausgeschlossen. Nach der Diagnose wird der Betroffene in der Regel in ein Krankenhaus bzw. eine Spezialklinik überwiesen – auch um Erkrankte vorübergehend aus ihrer bisherigen Umgebung herauszunehmen.

Im Anfangsstadium der Therapie werden oft Neuroleptika wegen ihrer erregungsdämpfenden und antipsychotischen Wirkung gegeben.

Psychotherapie. Um das Essverhalten zu normalisieren, die Körperschemastörung zu beheben oder (familiäre) Konflikte zu klären, beginnt man mit einer Psychotherapie. Bewährt haben sich Spezialkliniken, die unterschiedliche Methoden anbieten und kombinieren. So kann Verhaltenstherapie in Kombination mit Sport und/oder anderen körperorientierten Therapien, einer Kunsttherapie sowie einer Familientherapie helfen, die Erkrankung zu überwinden. Entspannungstechniken und Selbstsicherheitstrainings haben sich ebenfalls bewährt. Die Behandlung ist schwierig und langwierig, da bei praktisch allen Betroffenen die Krankheitseinsicht fehlt. In der Regel sind eine stationäre und eine sich daran anschließende ambulante Psychotherapie von mindestens einem Jahr notwendig.

Wichtig sind dabei klare Regeln: Ärzte, Therapeuten und Patient schließen einen Therapievertrag über stufenweise zu erreichende Gewichtsziele, Verhaltensmaßnahmen und Konsequenzen bei Nichteinhaltung ab.

Für die ambulante Weiterbehandlung gibt es z. B. therapeutische Wohngemeinschaften, die von einem Psychologen oder Sozialpädagogen betreut werden. Sie schließen die Lücke zwischen Klinikaufenthalt (intensive Therapie, aber keine Möglichkeit, Arbeit oder Ausbildung während dieser Zeit fortzusetzen) und ambulanter Therapie (wenige Therapiestunden pro Woche, keine Unterbrechung des Alltagslebens).

Bei starken Belastungen, Stress oder Enttäuschungen drohen Rückfälle. Als Vorsorge hilft es manchmal schon, sich dem Risiko in den entsprechenden Situationen bewusst zu sein und zu versuchen, sie gar nicht erst entstehen zu lassen.

Nach den Mahlzeiten sollte noch eine halbe Stunde eingeplant werden, in der genügend Zeit für Entspannung ist. Diese Ruhephase wirkt auch dem manchmal immer noch vorhandenen Brechimpuls entgegen. 

  • R. Göckel: Endlich frei vom Esszwang. 12 Beispiele, wie man die Esssucht überwinden kann. Kreuz, 2002. Fundiertes, seriöses, ermutigendes Buch.
  • S. Orbach: Antidiätbuch. Teil 1: Über die Psychologie der Dickleibigkeit, die Ursachen von Esssucht. Teil 2: Eine praktische Anleitung zur Überwindung von Esssucht. Frauenoffensive, 2001. Die Bücher der englischen Psychoanalytikerin gelten als Klassiker zum Thema, geschrieben aus einer feministischen Perspektive.

Autor*innen

Dr. med. Arne Schäffler, Gisela Finke in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 19:02 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.