Nikotinabhängigkeit

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Verhaltenstherapien Psychische Krisen meistern Antidepressiva Buchtipp: Der Gefräßigmacher Schlafprobleme durch Medikamente Depression erhöht Diabetesrisiko Morgentief als Hinweis auf Depression Antipsychotikaverbrauch steigt an Übergewicht und Essstörung Musiktherapie bei Tinnitus Flüssigkeit zur Arzneieinnahme Psychotherapie bei Diabetes Alkoholabhängigkeit Kaufsucht in den Griff bekommen Karriere-Hemmnis Soziale Phobie Werbeverbot für Tabak Asperger-Syndrom bei Erwachsenen Cholesterinsenker gegen Depressionen? Depressionen frühzeitig bekämpfen Situation nach Schlaganfall Unrealistische Vorbilder gefährden Lithium Essstörung: Typische Symptome Leistungsdruck an Unis steigt Keine Angst vor Psychopharmaka Anzeichen für Schulangst erkennen Stigmatisierung von Übergewichtigen Winterdepression Depression statt Vaterglück Mobbing bei Kindern Krankheitsangst raubt Lebensjahre Organische Psychose (akut) Cannabis schädigt Lunge Der Drang zum Zwang Erfolgreich fasten Pflegende von Demenz-Erkrankten Stress ist ansteckend Essstörungen zunehmend verbreitet Initiative „Kinder stark machen“ Binge Eating Ambulante Behandlungseinrichtungen für psychisch Kranke Somatoforme Störungen Der Weg zur Diagnose in der Psychiatrie Neuroleptika Östrogenspiegel verändert Frauenhirn Eigenanalyse von Stressoren Spielsucht bei Jugendlichen Alkohol macht Gehirn unflexibel Angst vor Klassenarbeiten Hirnstimulation lindert Depressionen Achtung, Alkohol-Falle Depression im Alter Ab ins Grüne Behandlung schwerer Depressionen Tetris gegen Traumata Bulimie Depression am Auge ablesen Die Angst vor der Angst Gestalttherapie Bei Dauerstress droht Burnout Stress-Faktor Kind Depressionen bei COPD-Patienten Augenblick bewusst erleben Spinnenphobie spielend überwinden Schwer Depressive sind unterversorgt Machen Sportwetten süchtig? Die medizinischen Fachgebiete und Berufe im Bereich seelischer Erkrankungen Wenn die Seele leidet Webportal für Krebskranke Befindlichkeitsstörung oder psychische Erkrankung? Cannabisabhängigkeit Homeoffice senkt Stresslevel Traumatische Erlebnisse Elektrische Hirnstimulation Stress schadet dem Rücken Hyperventilationssyndrom Soziale Interaktion bei Kindern Immer mehr Menschen mit Depression Stimmungstief in der Winterzeit Depressionen: Sport hilft Hirnstimulation lindert Depressionen Männer werden depressiver Krebs: Tanzen hilft beim Verarbeiten Hypochondrie: Eingebildet krank Methylphenidat stört Wachstum nicht Modedroge Crystal Meth Psychologische Beratung im Studium Stimmen hören bei Psychosen Mehr Lebenszufriedenheit im Alter Lavendelöl gegen Angststörungen Falsche Selbstwahrnehmung Sucht im Alter Mit Mobbing richtig umgehen Wenn die Panik kommt Krankschreibungen 2014 Einnässen Auf Suizid-Gefahr richtig reagieren Borderline-Syndrom Großstadt fördert psychische Leiden Organische Psychose (chronisch) ADHS bei Erwachsenen Gefühlsschwankungen bei Borderline Hilfe bei Schulstress Bindungshormon baut Angst ab Vogelgesang stärkt die Psyche Depressionen ernst nehmen Online-Psychotherapie im Trend Vogelgesang stärkt die Psyche Burnout Meditierend Depressionen lindern Essen bestimmt die Laune Winterdepression bei Kindern Persönlichkeitsstörungen Übungen zur Achtsamkeit Psychische Leiden bei Arbeitslosen Wegen Alkohol in die Notaufnahme Mit Belastungen richtig umgehen Hypnose in der Psychotherapie Autismus beim Baby erkennen Depressionen bei Männern erkennen Wenn Sport süchtig macht Nachwuchs hält gesund Angst vorm Zahnarzt bezwingen Gedächtnisprobleme im Alter Schlafentzug bei Depressionen Stigmatisierung psychisch Kranker Gesunde Zähne trotz Dentalphobie Herbstliches Stimmungstief Pflanzliche Psychopharmaka Senioren grübeln weniger Schizophrenie Mittel gegen schlechte Erinnerung Schlafentzug täuscht die Sinne Pflegereform 2017 Dissoziative Störung Spinnen-Phobie mit App behandeln Dauerstress gefährdet Gesundheit Burnout bei Diabetes Sport gegen Depression Leistungsdruck am Arbeitsplatz Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie Antidepressiva bezwingen auch Ängste Aktionstag zur Glücksspielsucht Schizophrenie verstehen Immer mehr Jugendliche abhängig Abhängigkeit Stress in der Schwangerschaft Furcht lässt Spinnen wachsen Tageslicht gegen Winterdepression ADHS: Weniger Tabletten verordnet Alzheimer: Erinnerungsanker hilft

Nikotinabhängigkeit: Abhängigkeit von dem im Tabak enthaltenen Nikotin und anderen Tabakinhaltsstoffen durch das Rauchen von Zigaretten, Pfeifen, Zigarren und den Konsum von Schnupftabak. In Deutschland sind etwa 33 % der Erwachsenen im Alter von 18 bis 59 Jahren nikotinsüchtig, Männer etwas häufiger als Frauen. Die jahrelange Inhalation von Tabakrauch führt zu schweren organischen Schäden der Lunge (COPD), des Herzens (koronare Herzkrankheit) und vieler weiterer lebenswichtiger Organe bis hin zu Impotenz und Raucherbein. Jährlich sterben zehntausende, oft jüngere Raucher an Lungen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Magen- und Nierenkrebs. Eine umfassende Studie belegt, dass bei Harnblasenkrebs sogar 50 Prozent der Fälle auf das Rauchen zurückzuführen sind.

Laut Statistik sterben in Deutschland jährlich 110 000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Damit ist Nikotin mit Abstand das „tödlichste“ Suchtmittel: 22 % aller Todesfälle bei Männern und 5 % aller Todesfälle bei Frauen werden durch das Rauchen verursacht.

Weniger im öffentlichen Bewusstsein verankert sind die „weichen“ Schäden des Rauchens. Darunter versteht man die starke Erhöhung der Infektanfälligkeit von Kindern, die in Raucherfamilien aufwachsen, die unwiderruflich verminderte Leistungsfähigkeit des Gehirns sowie die starke Einschränkung der Lungenfunktion.

Der Tabakkonsum hat auch negativen Einfluss auf die Spermaqualität, Fertilität, den Verlauf einer Schwangerschaft und das Ungeborene selbst. Im Sperma nimmt durch Tabakkonsum die Konzentration, die Gesamtzahl und die Beweglichkeit der Spermien ab. Dies geschieht, weil das Nikotindie Funktion der Nebenhoden, Bläschendrüsen und Prostata beeinträchtigt und so auch die Menge des des Ejakulats sinkt. Auch verändern sich die Zusammensetzung des Ejakulatplasmas und die DNA der menschlichen Spermien. In der Folge sind die Spermien für eine Befruchtung nicht mehr geeignet. Die betroffenen Männer sind zeugungsunfähig.

Rauchen in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für eine Fehlgeburt, ein geringeres Geburtsgewicht des Kindes sowie den plötzlichen Kindstod.

  • Starker Zwang, Tabak zu konsumieren
  • Die tägliche Zigarettenmenge kann nur innerhalb einer schmalen Bandbreite reduziert werden
  • Kontinuierliche Steigerung des Tabakkonsums (Toleranzentwicklung)
  • Weiterrauchen, selbst wenn sich bereits negative gesundheitliche Folgen eingestellt haben.

Beim Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, Entzugsbeschwerden wie:

  • Reizbarkeit, Unruhe und Nervosität
  • Verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • Verlangsamter Puls
  • Depressive Stimmung
  • Schlafstörungen
  • Appetit- und Gewichtszunahme.

Nikotin setzt im Gehirn Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und Endorphine frei, die nicht nur Aufmerksamkeit und Wachheit verstärken, sondern auch die Stimmung aufhellen, Ängste lösen und das Hungergefühl dämpfen. Beim Rauchen entstehen also positive Gefühle – und genau das ist der Grund für das hohe Suchtpotenzial von Nikotin.

Sinkt der Nikotinspiegel im Blut nach dem Rauchen wieder ab – bei Nikotinabhängigen geschieht dies bereits nach wenigen Minuten – kommt es zu Entzugserscheinungen, die sich durch heftiges Verlangen nach der nächsten Zigarette äußern. Wird erneut geraucht, springt das „Belohnungssystem“ wieder an, Unruhe und Nervosität lassen schlagartig nach. Somit verstärkt jede Zigarette die Sucht und mit jeder weiteren Zigarette fällt es schwerer, mit dem Rauchen aufzuhören.

Die Entzugssymptome erreichen in den Stunden nach der „letzten“ Zigarette einen Höhepunkt und halten dann einige Tage an. Nach 7–10 Tagen lassen die meisten Beschwerden bereits deutlich nach, können jedoch in abgeschwächter Form teilweise noch Wochen bis Monate spürbar sein.

Umfragen zufolge würden 80 % der Nikotinabhängigen sofort das Rauchen aufgeben, wenn sie die quälenden Entzugserscheinungen besser aushalten könnten. Es ist also nicht einfach, mit dem Rauchen aufzuhören, aber Millionen von Ex-Rauchern haben bewiesen, dass es möglich ist. Moderne Entwöhnungstherapien berücksichtigen körperliche und psychische Muster der Sucht. Ansprechpartner für eine Entwöhnungstherapie ist der Hausarzt. Die Entwöhnungstherapie verläuft in folgenden Phasen:

Motivierung und Vorbereitung. Arzt und Raucher erarbeiten im Gespräch, welche persönlichen Gründe für das Rauchen und welche Gründe für das Nichtrauchen bestehen. Idealerweise sollte der Arzt jeden Patienten routinemäßig nach seinem Nikotinkonsum befragen, beurteilen, ob der Patient bereit zum Entzug ist und ihn dabei z. B. durch Nikotinersatztherapien begleiten.

E-Zigaretten. Ein Teil der Nikotinabhängigen profitiert von E-Zigaretten. Ob man zu diesem Teil der Raucher gehört, müssen Betroffene selbst herausfinden. Die Liquids, die mittels E-Zigaretten verdampft und inhaliert werden, können mit Nikotin angereichert werden. Sie sind an Personen ab 18 Jahren frei verkäuflich. Da sich somit die Nikotinmenge nach und nach reduzieren lässt, ist eine Nikotinentwöhnung möglich. Eventuelle Risiken durch das Einatmen der verdampften Liquids sind nicht restlos erforscht. Viele Experten gehen davon aus, dass die Giftigkeit konventioneller Zigaretten die der verdampften Liquids bei weitem übertrifft. Der Vorteil der E-Zigaretten liegt darin, dass weder Teer noch Kondensat inhaliert werden muss, da der Verbrennungsprozess des Tabaks wegfällt. Laut der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA können Nichtraucher durch den E-Zigarettendampf vor allem Atemwegsprobleme entwickeln sowie Augenreizungen, Halsschmerzen, Übelkeit oder Kopfweh. Ob die Inhaltsstoffe der Liquids krebsfördernd sind, ist umstritten.

Nikotinersatztherapie. Bei der Nikotinersatztherapie wird der Körper zuerst in der Entzugsphase durch frei dosierbare, dann über fest dosierte Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummis (z. B. Nicotinell®), Nikotinnasensprays oder Nikotinlutschtabletten (z. B. Nicorette®), weiter mit Nikotin versorgt. So durchbricht der Raucher zunächst einmal den zwanghaften Griff zur Zigarette. Mit dem Nasenspray, das über die Nasenschleimhaut aufgenommen wird, wird das Nikotin sehr rasch und hoch dosiert zugeführt. Aus diesem Grund ist dieses Präparat für Raucher mit hohem Nikotinkonsum vor allem im Anfangsstadium der Entwöhnung geeignet. Nikotinlutschtabletten setzen im Gegensatz zu Nikotinkaugummis mehr Nikotin frei, beide sind für so genannte Spiegelraucher geeignet, die durch ihr Rauchverhalten stets für einen konstanten Nikotinspiegel sorgen. Schließlich sollte der Nikotinkaugummi Schritt für Schritt durch Nikotinpflaster ersetzt werden, da auch der Kaugummi abhängig macht – die Pflaster jedoch nicht. Für alle Präparate gilt: Über einen Zeitraum von acht bis zwölf Wochen wird das auf diese Weise zugeführte Nikotin langsam reduziert und schließlich ganz abgesetzt. Der Raucher steigt in diesem Zeitraum auch aus der psychischen Abhängigkeit aus, die vor allem mit den Ritualen des Rauchens zu tun hat. Anstatt sich an der Zigarette festzuhalten oder in typischen Situationen – etwa bei der Tasse Kaffee oder in Stresssituationen – zu rauchen, lernt er andere, für ihn passende Strategien. Ein Problem ist aber, dass viele Betroffene zumindest zunächst auf unpassende Strategien ausweichen, wie z. B. ständig zu essen.

Seit April 2000 ist das Medikament Zyban® mit dem Wirkstoff Bupropion zur Nikotinersatztherapie erhältlich. Es ahmt die Wirkung von Nikotin nach. Nach dem gleichen Prinzip wirkt Champix® mit dem Wirkstoff Vareniclin. Früher als Antidepressiva bekannt, wurde die Wirkung von Bupropion zur Entwöhnungstherapie erst später und eher zufällig entdeckt. Was den Nutzen betrifft, schnitt Vareniclin in der aktuellen EAGLES-Studie am besten ab: Mit Vareniclin waren demzufolge sechs Monate nach Behandlungsende noch etwa 25 von 100 Anwendern rauchabstinent, mit Bupropion ca.19, mit Nikotinpflastern etwa 18 und mit Placebo rund 10. Da Bupropion  und Vareniclin aber auch schwere Nebenwirkungen wie Krampfanfälle, Verhaltensstörungen, Depressionen und erhöhtes Suizidrisiko auslösen können, müssen Arzt und Patient Risiko und Nutzen sorgsam abwägen. Vareniclin kann zudem das Herz gefährden.

Raucherentwöhnung. Nichtraucherkurse auf verhaltenstherapeutischer Basis weisen die höchsten Erfolgsquoten unter den Methoden für Raucherentwöhnung auf. Laut Max-Planck-Institut beträgt die Erfolgsrate nach einem Jahr etwa 50 %. Verhaltenstherapeutische Behandlungstechniken bieten sich besonders für starke Raucher an, bei denen schon zahlreiche Entwöhnungsversuche fehlgeschlagen sind. Ziel der Therapie ist es, klassischen Verführungssituationen zu widerstehen und Schlüsselreize wie Kaffee und Alkohol zu kontrollieren. Die Therapie dauert etwa zehn Wochen und ist gekennzeichnet durch:

  • Schrittweises Heranführen an die Rauchfreiheit
  • Bewusste Veränderung des bisherigen Raucherverhaltens
  • Erlernen alternativer Verhaltensmuster zur Selbstkontrolle
  • Erlernen von Abwehrstrategien bei drohendem Rückfall

Auch Akupunktur und Hypnose werden zur Raucherentwöhnung eingesetzt, allerdings mit fragwürdigem Effekt. Bei der Akupunktur wird durch Einstiche ins Ohrläppchen versucht, den Zigaretten ihren „Geschmack“ zu nehmen. Außerdem soll sie Nebenwirkungen des Rauchstopps abfangen. Bei der Hypnose wirkt der Therapeut auf das Unterbewusstsein des Rauchers ein. Im ersten Schritt wird unter Hypnose das Rauchen mit unangenehmen Vorstellungen assoziiert, im zweiten Schritt das Nichtrauchen mit positiven Gefühlen in Verbindung gebracht.

Ein populäres Verfahren, das auch von der Weltgesundheitsorganisation unterstützt wird, ist die Easyway®-Methode des Trainers und Buchautors Allen Carr. Allen Carr setzt in seinen Büchern und Kursen auf die Kraft der Überzeugung und fördert schrittweise die Einsicht, mit dem Rauchen aufzuhören.

Erhaltungsphase. Nach der Raucherentwöhnung sollte sich der Ex-Raucher eine Zeitlang vor der immer noch anhaltenden Verführung zum Rauchen schützen und allen nicht rauchfreien Veranstaltungen und Einladungen fernbleiben. Schon eine einzige Zigarette kann den erneuten Rückfall in die Nikotinsucht auslösen.

Bei ärztlich oder psychologisch begleiteten Entwöhnungskuren liegen die Erfolge bei etwa 25 %. Raucher, die es völlig auf eigene Faust versuchen, verzeichnen dagegen eine Erfolgsquote von nur etwa 10 %. Auch für Akupunktur und Hypnose wurden in Studien keine besseren Ergebnisse festgestellt. Diese insgesamt eher schlecht erscheinenden Prognosen zeigen ganz deutlich: Um die Nikotinabhängigkeit erfolgreich und auf Dauer zu besiegen, bedarf es in der Regel mehrerer Anläufe. Ein gescheiterter Versuch sollte auf keinen Fall entmutigen. Entscheidend ist, sich selbst immer wieder zum Aufhören zu motivieren – immerhin schaffen es die meisten nach durchschnittlich 3–4 ernsthaften Anläufen.

Raucher sollten versuchen, aus Misserfolgen zu lernen: Worin bestanden die Auslöser für den Rückfall, wie können diese künftig vermieden werden? Auf keinen Fall sollte man aber nach einem Rückfall unnötig Zeit verstreichen lassen. Viele Raucher machen den Fehler, sich nach einem gescheiterten Entwöhnungsversuch wieder voll dem Rauchen hinzugeben. Bis zum nächsten Einstieg in den Ausstieg vergehen Monate, wenn nicht Jahre – mit erheblichen gesundheitlichen Schäden. Das Ziel des Aufhörens sollte also konsequent verfolgt werden. Selbst wenn es erst mit dem zehnten Anlauf klappt: besser spät als nie.

  • www.medizin.uni-tuebingen.de – Website der Uniklinik Tübingen, Stichwortsuche Arbeitskreis Raucherentwöhnung: Hier finden Sie Literatur- und Broschürentipps sowie Programme zum Beenden der Nikotinsucht.
  • www.rauchfrei.de – Private Website von W. Graef, Regensburg: Ist Nichtraucher- und Nichtraucher-werden-Portal in einem. Mit Nichtraucherkurs-Verzeichnis, persönlichen Erfahrungsberichten von Rauchfreien, Nichtraucherforum, Nikotinsuchttest und Rauchkostenrechner. Sehr empfehlenswert.
  • www.rauchfrei-info.de – Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln: Die „rauchfrei“-Kampagne ist darauf ausgerichtet, den Einstieg ins Rauchen zu verhindern, vor Passivrauchen zu schützen und Raucher beim Aufhören zu unterstützen. Hier gibt es auch ein Online-Programm mit Rückmeldung per E-Mail, das beim Abgewöhnen vom Rauchen helfen soll.
  • Die Broschüren Aufatmen. Erfolgreich zum Nichtraucher und Hirnverbrannt. Jugendliche und Rauchen können kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe e. V., Bonn unter www.krebshilfe.de als PDF heruntergeladen werden. (Verwenden Sie die Broschürentitel als Suchbegriff.)
  • A. Carr: Endlich Nichtraucher! Goldmann, 1992. Der Klassiker unter den Ausstiegsbüchern. Carr war selbst Kettenraucher. Die Lektüre des Buches verschafft ein Aha-Erlebnis, wie nutzlos und unsinnig das Rauchen ist.
  • A. Batra (Hrsg.): Nichtraucher in 6 Wochen. Preuß, 1997. Verhaltenstherapeutisch fundiertes Selbsthilfeprogramm für alle, die das Rauchen aufgeben wollen.

Autor*innen

Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Astrid Hacker in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 17:17 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.