Mehr als Sammelleidenschaft

Wenn das Horten zum Problem wird

Shyntartanya/Shutterstock.com
Nichts wegwerfen zu können kann krankhaft sein.

Andere Wirkstoffe dieser Gruppe

Stigmatisierung von Übergewichtigen Autismus beim Baby erkennen Ess-Sucht bei Kindern Familientherapie Augenblick bewusst erleben Achtung, Alkohol-Falle Vogelgesang stärkt die Psyche Schutz vor Stress und Burn Out Immer mehr Jugendliche abhängig Positives Selbstbild im Alter Wenn Kinder traumatisiert sind Zufrieden Altern heute & zukünftig Leistungsdruck am Arbeitsplatz Wenn junge Seelen leiden Leistungsdruck an Unis steigt Wie Vorgesetzte krank machen Ehe hebt die Stimmung Cannabis belastet die Psyche Dauerstress gefährdet Gesundheit Werbeverbot für Tabak Online-Psychotherapie im Trend Stigmatisierung psychisch Kranker Schlafmangel beeinflusst die Psyche Furcht lässt Spinnen wachsen Angst vorm Zahnarzt bezwingen Faltenkiller gegen Depressionen Häufige Überstunden machen dumm Hat der Kollege ein Alkoholproblem? Burnout Ab ins Grüne Depressionen frühzeitig bekämpfen Homeoffice senkt Stresslevel Gewalt gegen Männer ADS und ADHS bei Erwachsenen Stimmungstief in der Winterzeit Was ist eigentlich Stress? Psychische Betreuung bei Krebs Herbstmüdigkeit und Winterblues Borderline-Störung Karriere-Hemmnis Soziale Phobie Gesprächstherapie nach Rogers Depressionen: Sport hilft Alkoholabhängigkeit Somatoforme Störungen Wirken Antidepressiva bald besser? Gut gelaunt in den Frühling Hilfe bei Altersdepression Sport gegen Depression Alzheimer: Erinnerungsanker hilft Sucht im Alter Beruhigungsmittel Manie und bipolare Störung Schichtarbeit erhöht Diabetes-Risiko Pflanzliche Psychopharmaka Hirnstimulation lindert Depressionen Befindlichkeitsstörung oder psychische Erkrankung? Depression erhöht Diabetesrisiko Panikattacken Tageslicht gegen Winterdepression Übergewicht und Essstörung Krankhafter Sammeldrang Depressionen ernst nehmen Männer werden depressiver Rauchstopp: So klappt’s! Depression bald objektiv messbar? Burnout-Verbreitung überschätzt Long-Covid mindert die Libido Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie Die Angst vor der Angst Psychische Leiden bei Arbeitslosen Arbeit nach psychischer Erkrankung Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern Winterdepression Alkohol fördert Darmkrebs Posttraumatische Belastungsstörung Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Sozialrechtliche Informationen für psychisch Kranke Wenn die Seele leidet ADHS bei Erwachsenen Autismus beim Baby erkennen Was sind Essstörungen? Grundlagen der Psychotherapie Berufsstress im Urlaub Initiative „Kinder stark machen“ Der Drang zum Zwang Wenn Eltern psychisch krank sind Krankheitsangst raubt Lebensjahre Therapie am Computer Aktionstag zur Glücksspielsucht Psychische Krisen meistern Hilfe für Betroffene und Angehörige bei psychischen Erkrankungen Medizin-Nobelpreis 2014 Der Weg zur Diagnose in der Psychiatrie Singen kann COPD-Patienten helfen Modedroge Crystal Meth Flüssigkeit zur Arzneieinnahme Cannabis schädigt Lunge Wenn Kinder schlecht träumen Antidepressiva bezwingen auch Ängste Gesunde Zähne trotz Dentalphobie Burnout Wenn die Panik kommt Falsche Selbstwahrnehmung Psychotherapie hilft auch im Alter Unrealistische Vorbilder gefährden Gestalttherapie Hypnose in der Psychotherapie Schlafprobleme durch Medikamente Botox gegen Borderline Senioren grübeln weniger Depressionen bei Männern erkennen Fehltage durch psychische Leiden Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Asperger-Syndrom bei Erwachsenen Mehr Lebenszufriedenheit im Alter Burnout-Anzeichen wahrnehmen ADHS bei Erwachsenen Stress schadet dem Rücken Herzerkrankungen bei Depressionen Licht gegen Winterdepression Krankschreibungen 2014 Pandemie fördert Magersucht Mit Resilienz Krisen meistern Erneutem Herzinfarkt vorbeugen ADHS wirksam behandeln Antidepressiva Mit Yoga Krankheiten heilen? Erfolgreich fasten Dissoziative Störung Hyperventilationssyndrom Stimmen hören bei Psychosen Spielsucht Kaufsucht in den Griff bekommen Ambulante Behandlungseinrichtungen für psychisch Kranke Schizophrenie Depression statt Vaterglück Der Nachteil am guten Gedächtnis Essstörung: Kein Hunger in Sicht Depressionen im Alter Antipsychotikaverbrauch steigt an Tipps gegen Winterblues Schlafentzug bei Depressionen Traumatische Erlebnisse Gefühlsschwankungen bei Borderline Innovative Suchtprävention Hilfe bei Schulstress Risiko- und Schutzfaktoren psychischer Erkrankungen Diabetes und Depressionen ADHS wirksam behandeln Soziale Interaktion bei Kindern Therapie mit Antidepressiva Mit Mobbing richtig umgehen Nachwuchs hält gesund Webportal für Krebskranke Lücke bei Versandapotheken Diagnose Kaufsucht Musiktherapie bei Tinnitus ADHS bei Erwachsenen Immer mehr Menschen mit Depression Spinnen-Phobie mit App behandeln Organische Psychose (akut) Hilfe bei Essstörungen Auf Suizid-Gefahr richtig reagieren Wenn Medikamente die Psyche stören Antidepressiva nicht absetzen! Überlebenshilfe für Videokonferenzen Krebs: Tanzen hilft beim Verarbeiten Wenn Sport süchtig macht Licht-Therapie bei Winterdepression ADHS wirksam behandeln Macht Verdrängung wirklich krank? Essen für die Harmonie Winterblues oder Depression? Hilfe durch Selbsthilfe Spinnen-Phobie mit App behandeln Essstörungen bei Jungen Phobien Psychotherapie bei Diabetes Wenn Pflegende seelisch leiden Empfindsam: Männliche Psyche Meditierend Depressionen lindern Verhaltenstherapien Was sind affektive Störungen? ADHS im Erwachsenenalter Magersucht Depression Hirnstimulation lindert Depressionen Bindungshormon baut Angst ab Depressionen bei COPD-Patienten Krankheitsangst raubt Lebensjahre Depressiv durch Parkinson Schlafentzug täuscht die Sinne Binge Eating Machen Sportwetten süchtig? Borderline-Syndrom Psychotrope Substanzen Hilfe bei Altersdepression Mit Belastungen richtig umgehen Mobbing in sozialen Medien Das Internet als Droge Methylphenidat stört Wachstum nicht Angsterkrankungen (Überblick) Was sind Tics? Angst vor Klassenarbeiten Hirn schrumpft mit Bundesteilhabegesetz beschlossen Wie ADHS-Medikamente langfristig helfen Lavendelöl gegen Angststörungen Medikamentensucht im Alter Glücksspiel im Kinderzimmer Abtreibung richtig verarbeiten Spielsucht bei Jugendlichen Albträume bei Kindern Einweisung und Aufenthalt in psychiatrische Kliniken Pflegereform 2017 Antidepressiva nicht absetzen! Homeoffice senkt Stresslevel Riskantes Essverhalten Burnout bei Diabetes Behandlung schwerer Depressionen Anzeichen für Schulangst erkennen Depressionen gefährden das Herz Bei Dauerstress droht Burnout Die medizinischen Fachgebiete und Berufe im Bereich seelischer Erkrankungen Tetris gegen Traumata Cholesterinsenker gegen Depressionen? Psychologische Beratung im Studium Elektrische Hirnstimulation Spinnenphobie spielend überwinden Keine Angst vor Psychopharmaka Psychotherapie bei Reizdarmsyndrom Einnässen Gedächtnisprobleme im Alter Spontane Menschen sind sozialer Weihnachtliche Aromatherapie Pflegende von Demenz-Erkrankten Psychodrama Verzerrte Körperwahrnehmung Krankheitsangst raubt Lebensjahre Stress-Faktor Kind Stress ist ansteckend Östrogenspiegel verändert Frauenhirn Stress und Kummer fördern Demenz Rauchstopp stärkt die Psyche Schwer Depressive sind unterversorgt ADHS: Weniger Tabletten verordnet Essen bestimmt die Laune Psychische Leiden bei Behinderung Künstlerische Verfahren Stress am Wochenende Generalisierte Angststörung Übungen zur Achtsamkeit Tierische Therapeuten Nikotinabhängigkeit Morgentief als Hinweis auf Depression Buchtipp: Der Gefräßigmacher Essstörung: Typische Symptome Verwirrt nach der OP Gewalt gegen Männer Antidepressiva nicht absetzen! Trauer nach einer Fehlgeburt Schizophrenie verstehen Mobbing bei Kindern Methylphenidat stört Wachstum nicht Psychopharmaka Hirnstimulation lindert Depressionen Depressionen bei Männern erkennen Wohlbefinden im Alter Behandlung von Tinnitus Antidepressiva bezwingen auch Ängste Lithium Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie Cannabisabhängigkeit Psychosomatische Störungen Abhängigkeit Essstörungen zunehmend verbreitet Klassische Psychoanalyse nach Freud Depressive Verstimmung Vogelgesang stärkt die Psyche ADHS im Erwachsenenalter Cannabis als Medikament sicher Großstadt fördert psychische Leiden Organische Psychose (chronisch) Ursachen von Schulverweigerung Depression im Alter Persönlichkeitsstörungen Selbstmord Magenbeschwerden bei Stress Mittel gegen schlechte Erinnerung Junge Erwachsene mit Krebs Stress in der Schwangerschaft Hypochondrie: Eingebildet krank Wegen Alkohol in die Notaufnahme Fertigprodukte machen depressiv Krisenintervention Buchtipp: Depression und Angst Bulimie Winterdepression bei Kindern Mit Pumuckl gegen Coronastress Situation nach Schlaganfall Zwangsstörungen Konzentrationsmangel & Vergesslichkeit Angststörungen bei Kindern Hilfe bei Crystal-Sucht Neuroleptika Herbstliches Stimmungstief Anhaltende Besorgtheit Eigenanalyse von Stressoren Krankheitsangst raubt Lebensjahre Depression am Auge ablesen Der Weg zur Diagnose in der Psychiatrie Spinnen-Phobie mit App behandeln Methylphenidat stört Wachstum nicht Alkohol macht Gehirn unflexibel

Zeitschriften, Eierkartons oder Schuhe türmen sich in der Wohnung und nichts davon darf weggeschmissen werden? Das ist typisch für das krankhafte Horten. In Deutschland sind etwa 5% der Menschen davon betroffen.

Bei Älteren häufiger

Wiederverwenden schont den Geldbeutel und die Umwelt. Nimmt das Aufbewahren aber überhand, liegt möglicherweise ein krankhaftes Horten vorl. Und das ist in Deutschland gar nicht so selten, erklärt Professor Ulrich Voderholzer. Etwa 2% der jüngeren und 6% der älteren Menschen in Deutschland sollen davon betroffen sein.

Oft mit Kaufsucht verbunden

Horter*innen fällt es schwer, etwas wegzuwerfen, weil sie eine starke emotionale Beziehung zu den Dingen haben. Dabei handelt es sich um materiell Wertloses, wie beispielsweise Schuhe, alte Schulhefte, alte Zeitschriften oder von den Eltern geerbte Kleidungsstücke. Behandlungsbedürftig ist die Erkrankung, wenn das Horten das Leben beeinträchtigt. Zum Beispiel wenn die Partner*in nicht mehr über Hunderte von Schuhkartons stolpern möchte. Oder Gäste nicht mehr eingeladen werden, weil die Wohnung zu vollgestellt ist. In 60% der Fälle ist das Horten zudem mit einer Kaufsucht und finanziellen Problemen verbunden, beschreibt Voderholzer.

Horter*in oder Messie?

Vom krankhaften Horten abzugrenzen ist das Messie-Syndrom. Auch bei den Messies wird die Wohnung immer voller, meist jedoch mit Müll. Trotzdem überschneiden sich die Krankheitsbilder: Immerhin ist jeder 5. Messie auch eine krankhafte Horter*in.

Schwer behandelbare Zwangsstörung

Auch die Ursachen für die Erkrankung unterscheiden sich. Bei Messies sind das häufig Depressionen oder eine Demenz. Hinter dem Horten steckt dagegen eine Zwangsstörung. Meist beginnt die Erkrankung schon in der Jugend und wird bis zum Alter immer ausgeprägter. Eine Erklärung könnte sein, dass Horter*innen in ihrer Kindheit wenig Bindungen hatten und dies mit dem Besitz von Dingen kompensieren. Manche schmeißen überflüssige Sachen auch aus Schuldgefühlen nicht weg, z. B. wenn eine ambivalente Beziehung zu den verstorbenen Eltern vorliegt. Typischerweise haben Horter*innen Defizite beim Planen und Ordnen, was das Krankheitsbild in die Nähe von ADHS rückt. Interessanterweise leiden manche Horter*innen auch gleichzeitig unter dieser Störung.

Durch ihre starke emotionale Bindung zu den Gegenständen sind Horter*innen schwer zu therapieren. Denn das Beschaffen und Behalten löst bei ihnen Glücks- und Geborgenheitsgefühle aus. In den USA wurde eine spezielle Psychotherapie für das Horten entwickelt, bei der die Therapeut*innen auch die Wohnungen ihrer Klienten aufsuchen. Seit kurzem sind auch im deutschen Sprachraum entsprechende Therapieprogramme verfügbar, bisher jedoch nicht flächendeckend.

Quelle: Info Neurologie und Psychiatrie

Autor*innen

Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 12:18 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.