Schizophrenie

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Abhängigkeit Erneutem Herzinfarkt vorbeugen Psychotherapie bei Diabetes Krankheitsangst raubt Lebensjahre Pflegereform 2017 Therapie am Computer Krankheitsangst raubt Lebensjahre Einweisung und Aufenthalt in psychiatrische Kliniken Psychotrope Substanzen Hilfe bei Crystal-Sucht Wenn Sport süchtig macht ADS und ADHS bei Erwachsenen Hilfe bei Altersdepression Grundlagen der Psychotherapie Pandemie fördert Magersucht Klassische Psychoanalyse nach Freud Bei Dauerstress droht Burnout Eigenanalyse von Stressoren Magenbeschwerden bei Stress Depressive Verstimmung Depressionen bei COPD-Patienten Faltenkiller gegen Depressionen Dauerstress gefährdet Gesundheit Depressionen frühzeitig bekämpfen Großstadt fördert psychische Leiden Albträume bei Kindern Abtreibung richtig verarbeiten Binge Eating Burnout Wie ADHS-Medikamente langfristig helfen Zufrieden Altern heute & zukünftig Wenn Medikamente die Psyche stören Ambulante Behandlungseinrichtungen für psychisch Kranke Kaufsucht in den Griff bekommen Mit Mobbing richtig umgehen Antidepressiva nicht absetzen! Immer mehr Jugendliche abhängig Wohlbefinden im Alter Furcht lässt Spinnen wachsen ADHS wirksam behandeln Depression erhöht Diabetesrisiko Stimmen hören bei Psychosen Essstörungen bei Jungen Befindlichkeitsstörung oder psychische Erkrankung? Buchtipp: Der Gefräßigmacher Spontane Menschen sind sozialer ADHS bei Erwachsenen Methylphenidat stört Wachstum nicht Autismus beim Baby erkennen Wenn die Panik kommt Angst vorm Zahnarzt bezwingen Der Weg zur Diagnose in der Psychiatrie Berufsstress im Urlaub Somatoforme Störungen Hirnstimulation lindert Depressionen Antidepressiva nicht absetzen! Mit Pumuckl gegen Coronastress Antidepressiva bezwingen auch Ängste Immer mehr Menschen mit Depression Konzentrationsmangel & Vergesslichkeit Hat der Kollege ein Alkoholproblem? Winterdepression bei Kindern Antidepressiva Gut gelaunt in den Frühling Methylphenidat stört Wachstum nicht Depression Aktionstag zur Glücksspielsucht Ehe hebt die Stimmung Die medizinischen Fachgebiete und Berufe im Bereich seelischer Erkrankungen Pflegende von Demenz-Erkrankten Krisenintervention Gesunde Zähne trotz Dentalphobie Beruhigungsmittel Krankheitsangst raubt Lebensjahre Erfolgreich fasten Tageslicht gegen Winterdepression Hypochondrie: Eingebildet krank Sport gegen Depression Schlafentzug bei Depressionen Vogelgesang stärkt die Psyche Tetris gegen Traumata Gestalttherapie Falsche Selbstwahrnehmung Fertigprodukte machen depressiv Depression im Alter Cannabisabhängigkeit Ursachen von Schulverweigerung Nikotinabhängigkeit Schlafmangel beeinflusst die Psyche Burnout Augenblick bewusst erleben Fehltage durch psychische Leiden Medikamentensucht im Alter Hilfe bei Altersdepression Depressionen: Sport hilft Bindungshormon baut Angst ab Homeoffice senkt Stresslevel Lavendelöl gegen Angststörungen Was sind Tics? Karriere-Hemmnis Soziale Phobie Anzeichen für Schulangst erkennen Depressiv durch Parkinson Auf Suizid-Gefahr richtig reagieren Dissoziative Störung Krankschreibungen 2014 Wenn das Horten zum Problem wird Spinnen-Phobie mit App behandeln Burnout bei Diabetes Familientherapie Nachwuchs hält gesund Panikattacken Herbstmüdigkeit und Winterblues Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern Therapie mit Antidepressiva Spinnenphobie spielend überwinden Sozialrechtliche Informationen für psychisch Kranke Schlafprobleme durch Medikamente Überlebenshilfe für Videokonferenzen Psychische Krisen meistern Wenn die Seele leidet Manie und bipolare Störung Sucht im Alter Mobbing in sozialen Medien Was sind Essstörungen? Essstörung: Kein Hunger in Sicht Soziale Interaktion bei Kindern Anhaltende Besorgtheit Essen bestimmt die Laune Phobien Arbeit nach psychischer Erkrankung Psychotherapie bei Reizdarmsyndrom Musiktherapie bei Tinnitus Behandlung von Tinnitus Spielsucht bei Jugendlichen Wenn Kinder traumatisiert sind Der Drang zum Zwang Burnout-Verbreitung überschätzt Ab ins Grüne Angst vor Klassenarbeiten Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Initiative „Kinder stark machen“ Keine Angst vor Psychopharmaka Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie Winterblues oder Depression? Schlafentzug täuscht die Sinne Cannabis als Medikament sicher Hilfe durch Selbsthilfe Antidepressiva bezwingen auch Ängste Das Internet als Droge Lithium Übungen zur Achtsamkeit Wegen Alkohol in die Notaufnahme ADHS wirksam behandeln Die Angst vor der Angst Vogelgesang stärkt die Psyche Singen kann COPD-Patienten helfen Wenn junge Seelen leiden Senioren grübeln weniger Kurz-Therapie gegen Spritzenphobie Der Nachteil am guten Gedächtnis Macht Verdrängung wirklich krank? Medizin-Nobelpreis 2014 Depressionen im Alter Behandlung schwerer Depressionen Psychopharmaka Psychische Leiden bei Behinderung Einnässen ADHS im Erwachsenenalter Diagnose Kaufsucht Psychische Leiden bei Arbeitslosen Homeoffice senkt Stresslevel Cholesterinsenker gegen Depressionen? ADHS bei Erwachsenen Gedächtnisprobleme im Alter Hilfe bei Schulstress Unrealistische Vorbilder gefährden Hirnstimulation lindert Depressionen Cannabis belastet die Psyche Junge Erwachsene mit Krebs Modedroge Crystal Meth Depressionen bei Männern erkennen Stigmatisierung psychisch Kranker Psychodrama Antidepressiva nicht absetzen! Stress schadet dem Rücken Lücke bei Versandapotheken Schutz vor Stress und Burn Out Wirken Antidepressiva bald besser? Mobbing bei Kindern Wenn Eltern psychisch krank sind Herzerkrankungen bei Depressionen Verhaltenstherapien Stigmatisierung von Übergewichtigen Spinnen-Phobie mit App behandeln Hilfe bei Essstörungen Angststörungen bei Kindern Rauchstopp stärkt die Psyche Leistungsdruck an Unis steigt Stimmungstief in der Winterzeit Tipps gegen Winterblues Essstörungen zunehmend verbreitet Krankheitsangst raubt Lebensjahre Wie Vorgesetzte krank machen Depression statt Vaterglück Werbeverbot für Tabak Riskantes Essverhalten Leistungsdruck am Arbeitsplatz Depressionen bei Männern erkennen Hypnose in der Psychotherapie Was sind affektive Störungen? Bundesteilhabegesetz beschlossen Persönlichkeitsstörungen Stress in der Schwangerschaft Spinnen-Phobie mit App behandeln Magersucht Generalisierte Angststörung Der Weg zur Diagnose in der Psychiatrie Mit Belastungen richtig umgehen Flüssigkeit zur Arzneieinnahme Asperger-Syndrom bei Erwachsenen Achtung, Alkohol-Falle Psychosomatische Störungen Webportal für Krebskranke Mit Resilienz Krisen meistern Psychotherapie hilft auch im Alter Alzheimer: Erinnerungsanker hilft Gewalt gegen Männer Angsterkrankungen (Überblick) Schwer Depressive sind unterversorgt Empfindsam: Männliche Psyche Morgentief als Hinweis auf Depression Depressionen gefährden das Herz Depressionen ernst nehmen Wenn Pflegende seelisch leiden Cannabis schädigt Lunge Borderline-Syndrom Männer werden depressiver Mittel gegen schlechte Erinnerung Verwirrt nach der OP Krankhafter Sammeldrang Ess-Sucht bei Kindern Stress und Kummer fördern Demenz Spielsucht Alkohol fördert Darmkrebs Schichtarbeit erhöht Diabetes-Risiko Innovative Suchtprävention Schizophrenie verstehen Tierische Therapeuten Herbstliches Stimmungstief Risiko- und Schutzfaktoren psychischer Erkrankungen

Schizophrenie (schizophrene Psychose): Schizophrenien sind gekennzeichnet durch gravierende Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Gefühlswelt. Der Bezug zum realen Leben ist stark gestört, während intellektuelle Fähigkeiten wie z. B. Merkfähigkeit oder räumliches Vorstellungsvermögen unbeeinträchtigt bleiben. Zentrale Symptome der Schizophrenie sind Wahnvorstellungen (Wahn) und Sinnestäuschungen (Halluzinationen). Trotz der Schwere der Erkrankung haben zwei von drei Patienten heute gute Chancen, ein stabiles und selbstbestimmtes Leben zu führen. Von der Schizophrenie ist etwa 1 % der Bevölkerung betroffen, die Erkrankungsquote ist weltweit nahezu konstant. Männer und Frauen erkranken gleich häufig. Das Alter der Ersterkrankung liegt typischerweise zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, wobei Männer etwas früher erkranken als Frauen.

Positivbeschwerden. Treten in der akuten Phase der Erkrankung auf:

  • Sinnestäuschungen: Typischerweise akustische Halluzinationen wie das Hören von Stimmen, die die Handlungen des Patienten kommentieren oder dem Patienten Aufträge erteilen.
  • Gedankenentzug: Die Erkrankten glauben, dass ihre Gedanken, Absichten, Handlungen und Gefühle anderen bekannt sind und von diesen gesteuert werden.
  • Wahnvorstellungen: Symptome wie Halluzinationen erkennt der Patient nicht als Teil seiner Erkrankung, sondern erlebt sie wirklich. Zur Erklärung des Erlebten baut der Patient einen Wahn auf. Die Erkrankten wissen häufig, dass sie Wahnvorstellungen haben und empfinden diese als extrem beängstigend und beschämend. Oft versuchen sie deshalb, die Wahnvorstellungen geheim zu halten.
  • Denkstörungen: Eine Unterscheidung zwischen wichtig und unwichtig ist unmöglich, nebensächliche Details rücken in den Vordergrund. Das Denken wird sehr assoziativ, ein logischer „roter Faden“ ist nicht mehr erkennbar. In der Kommunikation sind die Erkrankten sprunghaft und wirr. Sie wechseln abrupt das Thema oder schweifen weit ab.
  • Paradoxe Affektivität: Gefühle entsprechen nicht der Situation. Patienten sind heiter, wenn Trauer angebracht wäre. Oder sie weinen aus nichtigem Anlass.
  • Verstärkte Aktivität: Die Patienten sind übererregt, rast- und ruhelos.

Bewegungslosigkeit: Diese 48-jährige Schizophrenie-Patientin behielt eine bestimmte Armhaltung jeweils über viele Minuten bei und war in dieser Zeit nicht ansprechbar. Nur durch Psychopharmaka konnte die Katatonie, wie diese erstarrte Bewegungslosigkeit heißt, überwunden werden.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Negativbeschwerden. Treten meist erst nach der Akutphase der Erkrankung auf:

  • Affektverflachung: Das Gefühlsleben der Patienten wirkt eigentümlich flach und undifferenziert.
  • Antriebsminderung: Der Erkrankte fühlt sich leicht erschöpfbar und körperlich schwach.
  • Bewegungslosigkeit: Der Patient wirkt wie erstarrt, manchmal verharrt er in grotesken Körperhaltungen.
  • Ich-Versunkenheit: Der Patient kapselt sich von der Realität ab. Er lebt in einer eigenen Welt, ohne Anteil an seiner Umgebung zu nehmen.
  • Sozialer Rückzug: Der Erkrankte ist anderen gegenüber misstrauisch – dies auch als Folge der Verunsicherung und der gespürten sozialen Ablehnung.
  • Viele Schizophrene haben außerdem große Angst oder reagieren auf das veränderte Erleben mit depressiven Beschwerden.

Sofort, wenn die Beschwerden erstmalig auftreten oder sich aber verstärken, der Kranke seine Medikamente wegen der Nebenwirkungen nicht mehr nehmen will oder Patienten sich selbst oder Dritte gefährden.

Schizophren Erkrankte gehören immer in die fachkundige Behandlung eines Psychiaters.

Schizophrenie ist für viele Menschen das Sinnbild des „Verrücktseins“ oder „Wahnsinns“ schlechthin. Entsprechend groß sind Vorurteile und Berührungsängste im Umgang mit den Patienten. Entgegen der verbreiteten Meinung sind die Erkrankten jedoch nicht häufiger in Gewaltdelikte verwickelt als der Bevölkerungsdurchschnitt. Es handelt sich vielmehr um eher schüchterne, sehr sensible Menschen, die oft ein außerordentlich gutes Gespür für die Befindlichkeit anderer haben.

Zu viel Stress (Überstimulation) und zu wenig Anregung (Unterstimulation) können eine akute Schizophrenie auslösen.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Nach allem, was man weiß, spielt bei Schizophrenie Vererbung eine zentrale Rolle. Kinder von schizophrenen Müttern oder Vätern haben ein 20-fach höheres Erkrankungsrisiko als der Bevölkerungsdurchschnitt. Bei eineiigen Zwillingen erkranken 50 % der Geschwister eines betroffenen Zwillings. Damit die Erkrankung akut ausbricht, müssen jedoch noch weitere belastende Faktoren wie familiäre oder zwischenmenschliche Probleme, Trennungen oder Verlusterfahrungen hinzukommen.

Die Erkrankung bricht meist im frühen Erwachsenenalter aus, Ersterkrankungen in späteren Lebensabschnitten sind selten. Die Störung kann akut mit einer schweren Symptomatik einsetzen, sie kann sich aber auch allmählich im Lauf mehrerer Jahre entwickeln. Nach Abklingen der Akutsymptome kann es zu einer postschizophrenen Depression kommen – diese ist mit einem besonders hohen Selbstmordrisiko verbunden. Sie geht dann über in eine symptomarme Phase, in der die Patienten anfangs sehr erschöpft sind, sich dann aber zum Teil bis zur Beschwerdefreiheit erholen und ihre alte Leistungsfähigkeit wiedererlangen können.

Verlauf. Folgende Faktoren beeinflussen den Verlauf der Schizophrenie günstig:

  • Weibliches Geschlecht
  • Stabile soziale Beziehungen
  • Akute, abrupte Ersterkrankung (also kein schleichender Beginn)
  • Gute soziale Anpassung (Schulabschluss, Berufsausbildung, Freundschaften) vor Beginn der Erkrankung
  • Früh einsetzende und konsequent befolgte Therapie.

Die Diagnose ergibt sich aus den Leitbeschwerden Wahn und Halluzinationen, dem sorgfältigen psychopathologischen Befund sowie – vor allem bei unklaren frühen Stadien – aus der Beobachtung des Kranken.

Die „goldene“ Brücke muss gefunden werden: Das Zusammenspiel therapeutischer Maßnahmen zur Überwindung schizophrener Positiv- und Negativsymptome.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Die Behandlung Schizophrener erfordert Geduld, Erfahrung, Wissen und Engagement. Entscheidend für den Erfolg ist eine Kombination aus medikamentöser Therapie, psychotherapeutischen Verfahren und Soziotherapie, worunter die Unterstützung in der Lebens- und Alltagsbewältigung verstanden wird, damit der Kranke seine verschiedenen Rollen wieder ausfüllen kann, die er in Familie, Partnerschaft und am Arbeitsplatz einnimmt.

Psychopharmaka. Therapie der ersten Wahl sind immer Neuroleptika. Unter der neuroleptischen Medikation klingt die Akutsymptomatik binnen weniger Tage ab. Meist bedarf es aber einer stationären Behandlungszeit, bis Dosis und Wirkstoff genau eingestellt sind. Die durchschnittliche Verweildauer in der Akutstation der Psychiatrie beträgt heutzutage bei Schizophrenien etwa drei bis vier Wochen.

Zur Vorbeugung von Rückfällen und zur Stabilisierung des Patienten werden Neuroleptika auch nach dem Klinikaufenthalt meist über einen längeren Zeitraum verordnet. Der niedergelassene Psychiater kontrolliert Dosierung und Art der Medikamente sowie deren Nebenwirkungen. Wie lange die Medikamente eingenommen werden müssen, hängt vom individuellen Verlauf ab. Als Regel gilt: Wenn sich innerhalb eines Jahres keine neuerlichen Krankheitssymptome zeigen, kann der Patient versuchsweise die Medikamente reduzieren. Hierzu muss der Patient jedoch regelmäßig vom Psychiater gesehen werden, damit bei etwaigen Verschlechterungen sofort reagiert werden kann.

Psychotherapie. In der Klinik wird Psychoedukation angeboten, in der Patienten über die Erkrankung, ihre Behandlung, den Umgang mit Medikamenten und die Vorbeugung erneuter Schübe aufgeklärt werden. Angehörige sollten dabei unbedingt mit einbezogen werden. Expressive Verfahren wie z. B. Kunsttherapie stabilisieren die Patienten zusätzlich und unterstützen ihre gesunden, kreativen Seiten.

Im Anschluss an den Klinikaufenthalt hat sich eine ambulante Psychotherapie bewährt. Dabei lernen die Patienten, ihre soziale Kompetenz zu verbessern, Ängste zu bewältigen, mit Belastungen besser umzugehen (Stressmanagement) und – nicht zuletzt – die Folgen der Erkrankung verarbeiten zu können.

Schizophrenie ist auch prognostisch eine sehr ernste Erkrankung:

  • Mindestens ein Drittel der schizophrenen Patienten erholt sich weitgehend, bleibt sozial integriert, bei guten Bedingungen auch arbeitsfähig, muss jedoch mit Beeinträchtigungen leben.
  • Bei einem weiteren Drittel der Patienten ist der Verlauf ungünstig, die Beschwerden verschlimmern sich und gehen in ein chronisches Stadium über: Eine Berufstätigkeit ist kaum noch möglich, und auch das familiäre Umfeld, falls es je bestanden hat, zerbricht oft an der Krankheit. Häufig kann auch kein Haushalt geführt werden, sodass die Langzeit-Heimunterbringung die einzige Alternative ist. Durch intensive Behandlung der Akutphase werden diese Fälle heute aber immer seltener.
  • 10 % der von Schizophrenie Betroffenen begehen Selbstmord.
Drogen- und Alkoholkonsum (auch „weiche“ Drogen wie Cannabis) erhöht die Rückfallgefahr stark.

Den richtigen Arzt finden. Ein stabiles, vertrauensvolles Verhältnis zum Arzt erleichtert die frühzeitige Krisenerkennung und Krisenvermeidung. Es ist nicht schlimm, den Psychiater ein- oder zweimal zu wechseln, es muss ein tatsächliches Vertrauensverhältnis gegeben sein. Aber dann sollte der Patient bei seinem Psychiater oder Psychotherapeuten bleiben, denn je besser er ihn kennt, desto besser kann er dem Betroffenen helfen und spüren, wann dieser mehr Hilfe und wann mehr Selbstständigkeit benötigt. Daneben gibt es noch andere Anlaufstellen, die Unterstützung anbieten: Selbsthilfegruppen, Treffpunkte und Veranstaltungen für Patienten und deren Angehörige. Informationen erteilen die Sozialpsychiatrischen Dienste, Gesundheitsämter und Krankenkassen. Kontakte kann aber auch der behandelnde Psychiater vermitteln.

Bei der Therapie dabeibleiben. Langzeituntersuchungen haben gezeigt, dass Patienten seltener Rückfälle erleiden, wenn sie nach einer Ersterkrankung weiterhin ihre Medikamente einnehmen. Zusätzliche Behandlungsmaßnahmen (Psychoedukation, Psychotherapie) reduzieren das Rückfallrisiko noch mehr. Für den Therapieerfolg ist es entscheidend, dass der Betroffene mit seinen Ärzten und den Angehörigen zusammenarbeitet und sich an ein vereinbartes Behandlungskonzept hält. Dazu gehört die regelmäßige Einnahme des verschriebenen Medikaments in der richtigen Dosierung und zum richtigen Zeitpunkt sowie das Wahrnehmen der Termine beim Arzt oder im Krankenhaus.

Erneuten Schizophrenieschub erkennen. Wieder zurück im Alltag sollten Erkrankte und auch Angehörige besonders aufmerksam auf Frühwarnsymptome achten, die einem neuen Krankheitsschub vorausgehen. Typische Frühwarnsymptome sind:

  • Anhaltende Veränderungen der Stimmung, vor allem Auftreten von diffusen Ängsten
  • Änderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Nachlassen oder Steigerung des Appetits
  • Veränderungen im sozialen Kontaktverhalten, wie häufiges gekränktes und empfindliches Zurückziehen aus Gesprächen oder Beziehungen.

Krisenplan vorbereiten.Es empfiehlt sich für Betroffene und Angehörige, sich möglichst frühzeitig über Hilfe im Fall eines Rückfalls Gedanken zu machen und einen persönlichen „Krisenplan“ gemeinsam mit dem Arzt oder Therapeuten auszuarbeiten. Dies gilt auch für längere Reisen oder Kuraufenthalte.

Stressfaktoren dosieren. Die alltäglichen Belastungen sollten nur schrittweise wieder an den Erkrankten herangelassen werden und immer im richtigen Verhältnis zu dessen aktueller Verfassung stehen. Nur so lässt sich vermeiden, dass der Patient auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben überfordert wird.

Wissen über die Krankheit. Je besser der Patient über die Schizophrenie informiert ist und je genauer er weiß, was ihm guttut und was nicht, desto leichter kann er seinen Alltag so gestalten, dass trotz der Erkrankung ein Leben mit Lebensqualität möglich ist.

  • www.kompetenznetz-schizophrenie.de – Informative Internetseite des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kompetenznetzes Schizophrenie, Düsseldorf.
  • www.openthedoors.de – Website des BASTA (Bündnis für psychisch erkrankte Menschen), München: Bietet Tipps, Informationen und ein Diskussionsforum.
  • www.bapk.de – Website des Bundesverbands Psychisch Kranker (BApK), Bonn: Bietet wertvolles Informationsmaterial und Adressen von lokalen Selbsthilfegruppen.
  • www.bpe-online.de – Website des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener e. V. (BPE), Bochum: Bietet u. a. Adressen von Selbsthilfegruppen.
  • H. Häfner: Das Rätsel Schizophrenie. Eine Krankheit wird entschlüsselt. C.H. Beck, 2005. Informatives Buch zu allen Aspekten der Erkrankung; der Autor ist Arzt und Schizophrenieforscher.
  • W. Kissling; G. Pitschel-Walz: Mit Schizophrenie leben. Informationen für Patienten und Angehörige. Schattauer, 2003. Informationen über Erkrankung und Therapie, Fragen der Lebensführung, Freizeitgestaltung, berufliche Eingliederung und finanzielle Hilfen.
  • M. Kruse: Im Zwiespalt der Seele. Erfahrungen mit einer endogenen Psychose. Frieling, 2004. Der Autor schildert eindrucksvoll den Verlauf seiner Erkrankung und der Heilung.

Autor*innen

Gisela Finke, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 14:35 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.