Magenkrebs

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Mithilfe eines Endoskops kann die Ärzt*in den Magen untersuchen.

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Magenkrebs (Magenkarzinom): Bösartiger Tumor der Magenschleimhaut. Der Tumor geht entweder vom Drüsengewebe (Adenokarzinom) oder vom Zylinderepithel (Gewebetyp der Magenschleimhaut, Zylinderepithelkarzinom) aus. Besonders häufig sind Männer über 60 Jahren betroffen. Magenkrebs ist hierzulande rückläufig, weltweit aber immer noch die fünfthäufigste Krebserkrankung. Wichtigste Risikofaktoren sind ungünstige Ernährungsgewohnheiten und chronische Entzündungen des Magens. Die Behandlung besteht in der operativen teilweisen (Magenresektion) oder vollständigen Entfernung des Magens (Gastrektomie). Frühzeitig erkannt und behandelt, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 90–95 %. Im Spätstadium ist die Prognose schlecht, nach einer Behandlung beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate dann nur noch etwa 10–20 %.

  • Neu auftretende Abneigung gegen bestimmte Speisen, vor allem Fleisch
  • Völlegefühl und Appetitlosigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Nachlassen der Leistungsfähigkeit
  • Oberbauchschmerzen.

In den nächsten Tagen, wenn

  • die genannten Beschwerden auftreten.

Risikofaktoren

Magenkrebs entsteht, wenn normale Magenzellen entarten und schließlich unkontrolliert wachsen. Dabei spielen beispielsweise erbliche (genetische) Faktoren eine Rolle: Zum einen populationsgenetische, die eine gesamte ethnische Gruppe betreffen – so gibt es eine besonders hohe Erkrankungsrate in China, Japan und auch in Finnland. Zum anderen werden manche Arten des Magenkrebses auch in der Familie vererbt.

Auch chronische, unbehandelte Magenerkrankungen erhöhen das Risiko für Magenkrebs. Dazu zählen die durch Helicobacter pylori verursachte Magenschleimhautentzündung, die autoimmune Typ-A-Gastritis und Magenpolypen.

Eine weitere wichtige Ursache sind krebserregende Nitrosamine. Diese entstehen vermutlich, wenn aufgenommenes Nitrat im Magen durch Bakterien zu Nitriten und schließlich Nitrosamin umgewandelt wird. Begünstigt wird dies durch

  • ungünstige Ernährungsgewohnheiten, besonders durch häufigen Verzehr geräucherter oder gepökelter Fleisch- und Wurstwaren (hoher Nitratgehalt)
  • langjährigen Zigarettenkonsum (hoher Nitratanteil im Tabakrauch)
  • chronischen Magensäuremangel, z. B. bei einer Autoimmungastritis (Förderung der Magenbesiedelung durch Bakterien, die Nitrat in Nitrit umwandeln).
  • Ein weiterer Risikofaktor ist jahrelanger Alkoholkonsum, v. a. Schnäpse.

Klinik

Magenkrebs bereitet lange Zeit keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden ("empfindlicher Magen"); erst in späteren Stadien leiden die Betroffenen unter Appetitlosigkeit, Übelkeit oder einem Ekelgefühl gegenüber Fleisch oder anderen, bis dahin gern gegessenen Speisen.

Befindet sich der Tumor am Mageneingang, können außerdem Schluckstörungen auftreten. Hat er den Magenausgang befallen, tritt Völlegefühl auf. Viele Magentumoren bluten unbemerkt. Durch den schleichenden Blutverlust kann sich eine Blutarmut (Anämie) entwickeln, die dann zur Leistungsminderung führt.

Durchbricht der Tumor die Grenze der Magenschleimhaut, breitet er sich rasch auf Nachbarorgane wie Speiseröhre, Milz oder Bauspeicheldrüse aus. Außerdem drohen Metastasen in Lymphknoten, Lunge, Leber, Knochen und Gehirn.

Der erste diagnostische Schritt ist die genaue Anamnese sowie das sorgfältige Abtasten des gesamten Bauchraums. Oft erhärtet dies bereits den Verdacht. Beweisen lässt sich Magenkrebs durch eine Magenspiegelung. Diese erlaubt dem Arzt eine genaue Inspektion der Magenschleimhaut sowie die Entnahme von Gewebeproben aus krebsverdächtigen Arealen zur feingeweblichen Untersuchung.

Ist eine Magenspiegelung nicht möglich, wird alternativ eine Röntgenkontrastmittel-Untersuchung des oberen Verdauungstrakts durchgeführt. Dabei ist es allerdings nicht möglich, Gewebeproben zu entnehmen.

Hat sich der Verdacht bestätigt, werden mithilfe von Bauchultraschall, CT, Röntgenaufnahme des Brustkorbs und weiteren Spezialuntersuchungen (z. B. Endosonografie) Lunge, Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse und Lymphknoten auf einen Tumor- und Metastasenbefall untersucht. Anhand von Lokalisation, Eindringtiefe und Ausbreitung des Tumors erfolgt die Stadieneinteilung des Tumors (nach dem TNM-System), aus dem sich die weitere Therapie ableitet.

Differenzialdiagnosen: Die durch einen Magenkrebs verursachten Beschwerden kommen auch bei anderen Erkrankungen des Verdauungssystems vor, z. B. bei der Ulkuskrankheit, beim Reizmagen, Speiseröhrenkrebs oder bei Magenpolypen.

Ist der Tumor noch auf die oberen Schleimhautschichten begrenzt und sind weder Lymphknoten befallen noch Metastasen vorhanden, kann der Krebs unter Umständen endoskopisch entfernt werden.

Operative Behandlung

In vielen Fällen ist jedoch eine Operation notwendig, bei der der Arzt entweder vier Fünftel (Magenresektion) oder den ganzen Magen entfernt (Gastrektomie). Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors und aller befallenen Lymphknoten (R0-Resektion). In bestimmten Fällen erfolgt vor und nach der Operation eine Chemotherapie. Vor der Operation soll die Behandlung den Tumor verkleinern, damit er besser entfernt werden kann. Danach zielt die Chemotherapie auf übriggebliebene Krebszellen.

Zur Wiederherstellung der Verbindung zwischen Speiseröhre und Dünndarm bilden die Operateure in den meisten Fällen schon während der Magenentfernung aus einem Stück Dünndarm einen kleinen Ersatzmagen. Nach der Operation erhält der Patient eine Magensonde, um in den ersten Tagen Nährstoffe zuzuführen. Sie wird nach 5–7 Tagen wieder entfernt, wenn die normale Darmtätigkeit wieder eingesetzt hat und die Nahtstellen dicht sind. Danach erfolgt über 2–3 Wochen der vorsichtige Ernährungsaufbau bis zur Normalkost.

Beschwerden nach Einsatz eines Ersatzmagens. Da die Speicherfähigkeit des Ersatzmagens sehr gering ist, wird die Nahrung nicht mehr in der bisher üblichen Menge über mehrere Stunden gespeichert und zerkleinert, um sie dann als Speisebrei an den Zwölffingerdarm abzugeben. Stattdessen "plumpst" (to dump) die Nahrung oft zu schnell in den Dünndarm.

Das Frühdumping-Syndrom tritt 5–30 Minuten nach dem Essen auf. Die große Menge Speisebrei, die plötzlich in den Dünndarm gelangt, führt zu einer Dehnung des oberen Dünndarms. Außerdem muss zur Verdauung sofort viel Flüssigkeit mobilisiert werden, sodass vermehrt Wasser aus der Blutbahn in den Dünndarm fließt. Dies verstärkt zum einen die Dehnung, zum anderen nimmt das zirkulierende Blutvolumen rapide bis zu einem Liter ab. Der Patient wird blass, beginnt zu schwitzen und klagt über Übelkeit. Gleichzeitig sinkt der Blutdruck, und es kann zum Kreislaufkollaps kommen.

1 bis 4 Stunden nach der Mahlzeit tritt das Spätdumping-Syndrom auf. Ursache ist eine Unterzuckerung als Folge eines zu raschen Übertritts des in der Nahrung enthaltenen Zuckers ins Blut. Der dadurch eintretenden Überzuckerung wird durch Insulinausschüttung ins Blut so stark gegengesteuert, dass es zu einer Unterzuckerung kommt. Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) äußert sich in der Regel durch Schwächegefühl und Schweißausbrüche; in schlimmen Fällen kommt es zur Bewusstlosigkeit.

Behandlung des Dumping-Syndroms. Früh- und Spätdumping werden vor allem diätetisch behandelt. Langsames Essen, häufige kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten und der Verzicht auf Getränke beim Essen helfen, die Dumping-Symptome in den Griff zu bekommen. Sinnvoll ist zudem das Meiden von einfachen Zuckern (Zucker, Honig, Marmelade, Süßspeisen). Wegen des Risikos der Unterzuckerung beim Spät-Dumping empfiehlt es sich, immer etwas Traubenzucker bereit zu haben. Weitere Ernährungstipps siehe unten.

Palliative (nicht mehr heilende, aber lindernde) Behandlung

Hat sich der Magenkrebs bereits so weit ausgebreitet, dass eine Operation nicht mehr sinnvoll ist, kann eine palliative Chemotherapie die Lebenszeit verlängern und die Lebensqualität verbessern. Bei starker Behinderung der Nahrungspassage durch den Tumor ist z. B. eine palliative Bestrahlung möglich. Ziel ist es, den Tumor zu verkleinern und den Weg für den Speisebrei wieder frei zu machen. Besonders wichtig in diesem Erkrankungsstadium ist eine ausreichende Schmerztherapie.

Nachsorge

Nach der Operation stehen regelmäßige Nachsorgetermine an. Neben der körperlichen Untersuchung bespricht der Arzt mit dem Patienten dabei die Ernährungssituation und prüft sein Gewicht. Er nimmt Blut ab, um das Blutbild zu bestimmen und eventuelle ernährungsbedingte Mangelzustände zu erkennen. Außerdem erhält der Patient bei diesen Terminen meist seine Vitamin-B12-Injektion, da er dieses Vitamin durch das Fehlen von Magen und Intrinsic-Factor nicht mehr mit der Nahrung aufnehmen kann. Falls Beschwerden auftreten, kommen bei der Nachsorge auch bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall zum Einsatz.

Magenkrebs ist gut heilbar, wenn der Krebs im Frühstadium entdeckt und vollständig operativ entfernt wird (R0-Resektion). Gelingt dies nicht, beträgt die mittlere Überlebenszeit 8 Monate. Ist eine Operation nicht möglich, beträgt sie 4 Monate. Die mittlere Überlebenszeit ohne Chemotherapie und ohne OP beträgt 4–6, mit Chemotherapie 7–12 Monate.

Was Sie selbst tun können

Die Ernährungsumstellung nach der Magenoperation erfordert Zeit und Geduld. Sie sollten mehrere Monate einplanen, bis die Umstellung erfolgreich durchgeführt ist. Vor allem zu Beginn quälen die Betroffenen oft Früh- oder Spät-Dumping (siehe oben).

Grundregeln. Essen Sie häufig; bis zu acht kleine Mahlzeiten pro Tag sind ideal. Da das Hunger- und Sättigungsgefühl nicht mehr wie gewohnt funktionieren, essen Sie am besten nach der Uhr. Vermeiden Sie dabei zu Heißes und zu Kaltes. Um den kleinen Ersatzmagen nicht zu überfordern, sollten Sie auf Getränke beim Essen verzichten. Besser ist es, nach dem Essen eine halbe Stunde zu warten und erst dann zu trinken. Damit die Nahrung nicht zurück in die Speiseröhre fließt, bleiben Sie nach dem Essen in der Aufrechten. Ausnahme ist das Auftreten von Frühdumping-Symptomen: Dann legen Sie sich besser nach dem Essen für etwa 30 Minuten hin.

Kauen Sie alles, was Sie essen, gut durch. So sorgen Sie dafür, dass die Nahrung vollständig "eingespeichelt" wird und dass die im Speichel enthaltenen Enzyme bereits mit der Verdauung beginnen können.

Günstige und zu meidende Lebensmittel. Meiden Sie schnell resorbierbare Kohlenhydrate wie Limonade, Zucker in Tee und Kaffee, Fruchtsäfte, Bonbons, Süßigkeiten und Kompott, um den Spät-Dumping-Symptomen entgegenzuwirken. Frischmilch macht manchen Patienten Probleme; Sauermilchprodukte wie Joghurt oder Quark werden hingegen meistens gut vertragen. Auf stark gewürzte, sehr fette und stark gesalzene Speisen sollten Sie zunächst ganz verzichten, ebenso auf stark blähende Speisen wie ballaststoffreiche Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln und Knoblauch sowie geräucherte Fleisch- und Wurstwaren. Verzichten Sie auch auf kohlensäurehaltige Getränke.

Zusatzbedarf an Nähr- und Mikronährstoffen. Magenoperierte verwerten die Nahrung schlechter als Gesunde, sodass sie ~ 25 % mehr Kalorien benötigen. Eine Gewichtsabnahme in den ersten Monaten nach der Operation ist normal. Außerdem ist die Verwertung von Vitamin B12 gestört. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollten Sie daher alle drei Monate eine Spritze mit dem fehlenden Vitamin erhalten. Viele Magenoperierte leiden zudem an Störungen des Knochenstoffwechsels. Deshalb ist es wichtig, auf ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D zu achten, z. B. durch regelmäßigen Verzehr von Milchprodukten.

Fettreiche Nahrung wird meist nicht gut vertragen. Als Ersatz für herkömmliche Fette bieten sich die MCT-Fette an. Mit ihrem hohen Gehalt an mittelkettigen Fettsäuren werden sie vom Dünndarm besonders gut aufgenommen. Im Handel sind sie in Form von Margarine oder Speiseöl erhältlich. Drohendem Kalziummangel beugen Sie vor, indem Sie viel gesäuerte Milchprodukte wie Joghurt oder Dickmilch essen. Diese sind meist bekömmlicher als frische Milch. Auch kalziumreiche (stille!) Mineralwässer können sich positiv auf den Knochenstoffwechsel auswirken. Hat sich nach der Operation eine Milchunverträglichkeit entwickelt, müssen Kalzium und Vitamin D in Tablettenform eingenommen werden.

Diätberatung. Wenn Ihnen die Nahrungsumstellung Probleme bereitet, ziehen Sie frühzeitig einen Ernährungsberater zurate.

  • www.leitlinien.net – Über die Stichwortsuche finden Sie die Ärztliche Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Magenkrebses.
  • www.krebshilfe.de – Website der Deutschen Krebshilfe e. V., Bonn (Hrsg.): Unter der Rubrik Informieren finden Sie Broschüren und Infomaterial, so auch den blauen Ratgeber Nr. 07 zum Magenkrebs zum Bestellen oder Herunterladen.
  • https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/magenkrebs/unterstuetzende-massnahmen.php - Link zu Informationen des Krebsinformationsdienstes zur Behandlung des fortgeschrittenen Magenkarzinoms.

Autor*innen

Dr. med. Arne Schäffler, Dr. Bernadette Andre-Wallis in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 22:48 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.