Aufbau und Funktion des Nervensystems

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Hunde mit Epilepsie-Gen Muskeldystrophien Behandlung schwerer Depressionen EU-Forschungsprojekt zu Parkinson Demenz verändert den Geschmack Verlaufsmodifizierende Therapie der Multiplen Sklerose Bei der Arbeit genug trinken Lachgas greift die Nerven an Vergesslichkeit im Alltag Selbständig mit Parkinson ADHS bei Erwachsenen Therapie bei Multipler Sklerose Postoperatives Delir bei Senioren Pflegende von Demenz-Erkrankten Deutsche sind viel zu träge Gehirnerschütterung bei Kindern Wenn die Hand nachts einschläft Ungesunder Lebensstil bedroht Gehirn Zellen unter Stress Schützt Essen vor Demenz? CT und Kernspin in der Neurologie Kopfschmerzen sind mehr als Schmerzen Schlau dank Kaugummi Magenmittel vom Markt genommen Parkinson: 3-Minuten-Diagnose Sieben Mythen über Zecken Östrogenspiegel verändert Frauenhirn Wie erkenne ich einen Schlaganfall? Kranke Leber schadet Gehirn Koffein verbessert Gedächtnis Schütteltrauma bei Babys Hirnarterienaneurysma Migräne bei Jugendlichen Hirnanatomie bestimmt Verhalten Schwindel Multiple Sklerose: Neues Medikament Fehltage durch psychische Leiden Hoffnung für Schlaganfallpatienten Rückenmarktumoren Pausen erhöhen Lernerfolg Parkinson-Medikamente Bluthochdruck und Demenz Zerebraler Anfall und zerebraler Gelegenheitsanfall Epilepsie: Körper außer Kontrolle Draufgänger oder Angsthase? Anti-Baby-Pille und Migräne Multiple Sklerose (MS) Musik beeinflusst die Wahrnehmung Kopfschmerz bei jungen Erwachsenen Epilepsie: Langzeitschäden verhindern Wie Hunde kranken Menschen helfen Wiederkehrende Kopfschmerzen Was hilft bei Muskelkrämpfen? So viel Kaffee verträgt das Gehirn Musizieren hält Gehirnzellen fit Trigeminusneuralgie gehäuft im Winter Wenn sich alles dreht Schlaganfall Karriere-Hemmnis Soziale Phobie Orientierungsprobleme im Alter Diagnose Kaufsucht Geschmacksstörungen den Garaus machen Botox: Nicht nur gegen Falten Einblicke ins Gedächtnis Hirndrucksteigerung Verschlechterte Motorik bei Senioren Schlafstörungen und Parkinson Gehirnerschütterung nicht übersehen! Schlafmangel ermüdet Gehirnzellen Migräne Radar: Kostenlos mitmachen Moderater Alkoholkonsum Musiktherapie bei Tinnitus Das Gehirn isst mit Medikamente bei Parkinson Magen satt – Augen satt ADHS bei Erwachsenen Behandlung von Tinnitus Migräne bei Kindern Lähmungen Demenz-Patienten im Krankenhaus Epilepsie Ungesunder Lebensstil bedroht Gehirn Rauchstopp senkt Demenzrisiko Unwillkürliches Zittern lindern Kinofilm zu Multiple Sklerose Alzheimer-Früherkennung Lässt sich Demenz verhindern? Eingeschlafene Hand Fit nach dem Schlaganfall Alzheimer früher erkennen Klinisch-neurologische Untersuchungen in der Neurologie Kribbeln in den Fingerkuppen Rauchstopp senkt Demenzrisiko Neue Erkenntnisse über ALS 2 Tage Smartphone-Verbot! Schlafmangel schlägt auf die Hüfte Unwillkürliches Zittern Multiple Sklerose (MS) Erkrankungen der Halswirbelsäule Stimme der Mutter wirkt beruhigend Kopfschmerzen wegtrinken Weihrauch bei Multipler Sklerose? Ab in die Mucki-Bude! Unbewusstes bewusst erleben Gehirnerschütterung beim Sport Tics Schädel-Hirn-Trauma Polyneuropathie bei Diabetikern Urlaub mit dementen Menschen Was hilft Kindern bei Kopfschmerzen? Kopfschmerzattacken: Schlafprobleme durch Medikamente Stopp dem Gehörverlust Sprachgenies mit Tourette-Syndrom Geschmacksstörungen den Garaus machen Antivertiginosa Frauengehirn belohnt Großzügigkeit Wirken Antidepressiva bald besser? Fettsucht schlägt aufs Hirn Gerinnungshemmer bei Herzflimmern Frühwarnzeichen für MS bei Teenagern Rasch handeln bei Multiple Sklerose Was die grauen Zellen fit hält Antiepileptika Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) Epileptische Anfälle vorhersagen Rückenmarkverletzungen und Querschnittlähmung Myasthenia gravis Migräne bei Jugendlichen Gedächtnisprobleme im Alter Parkinson-Mittel richtig einnehmen Antworten zum Zika-Virus Geräusche weiten die Pupillen Plötzlicher Geistesausfall Multiple Sklerose früh erkennen Geistige Aktivität bremst MS Depressiv durch Parkinson Parkinson-Krankheit Wenn Furchtlose in Panik verfallen Idiopathische Gesichtslähmung Suchtmittelkonsum bei Jugendlichen Schlafqualität bei Senioren Die Macht der Gewohnheit Restless-Legs-Syndrom Nach Gehirnerschütterung schonen Schlaganfall Was tun bei epileptischem Anfall? FSME-Impfung nicht vergessen! Alzheimer im Blut erkennen? Alzheimer-Risiko aktiv senken Zoster-Impfung schützt das Gehirn Kopfschmerzen Armbrüche verändern Gehirn Hirnvenenthrombose, Hirnsinusthrombose, Sinusvenenthrombose Wenn Beine keine Ruhe geben Vorsicht, FSME-Gefahr! Neuer Wirkstoff gegen Alzheimer Wohnort beeinflusst das Befinden Wenn die Gedanken wandern Sprachstörung nach Schlaganfall Neuralgie: Reizung im Gehirn Neue Impfung gegen Meningokokken Borreliose-Übertrager Mücke? Tai-Chi gegen Parkinson Zeckengefahr häufig unterschätzt Keine Chance der Migräne! Antikörper beugt Migräne vor Handystrahlung macht keinen Krebs Wenn die Beine nicht stillhalten Tierische Gefahren im Ausland Neues MS-Medikament von Vorteil Apotheke berät bei Parkinson Huntington-Krankheit Keine Chance der Migräne! Gehirntumoren Belohnen mit Fett und Zucker Kopfschmerzen sind mehr als Schmerzen Medikamente gegen Demenz (Antidementiva) Mit Epilepsie in die Schule Mittagsschlaf hält Hirn fit Legasthenie frühzeitig erkennen Chronische Schmerzen Bei epileptischem Anfall helfen Erste Hilfe bei epileptischem Anfall Innere Unruhe schonend behandeln Gehirnentzündung Gehirnerschütterung Lyse-Therapie nach Schlaganfall Parkinson per Hauttest feststellbar Schubförmige Multiple Sklerose Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) Modedroge Crystal Meth Mittel und Wege gegen Migräne Polyneuropathie Wenn der Kopfschmerz nicht aufhört K2 gegen Wadenkrämpfe Hirntumor: Methadon wirkungslos Medizintechnische Diagnostik in der Neurologie Restless-legs-Syndrom Was hilft Kindern bei Kopfschmerzen? Hirnhautentzündung Alarmsysteme schützen Demente Fragen zum Bundesteilhabegesetz Verrücktes Glück Komplikationen bei Parkinson Demenzrate sinkt in USA und Europa Diagnose Multiple Sklerose Schwindel Koma und Wachkoma Fürsorgliche Mutter, reifes Kind Blühender Wachmacher Blutdruck senken schützt Gehirn Erste Hilfe bei epileptischem Anfall Gangstörung bei Multipler Sklerose Creutzfeldt-Jakob-Krankheit Weihnachten mit Alzheimer-Patienten Polyneuropathie Parkinson: 7 Tipps bessern das Gehen Bei Ohnmacht an Epilepsie denken Guillain-Barré-Syndrom Smartphone-Gebrauch Migräne erhöht Glaukomrisiko Was ist ALS? Die medizinischen Fachgebiete Neurologie/Neurochirurgie Motorik-Defizite nach Schlaganfall Dement und aggressiv – was tun? Diagnose Demenz Studie zum Medienkonsum von Kindern Verwirrt nach der OP Liquoruntersuchung und Lumbalpunktion

Peripheres und zentrales Nervensystem

Das hoch komplizierte menschliche Nervensystem gliedert sich nach seiner Lage in das periphere und das zentrale Nervensystem.

Das periphere Nervensystem (PNS) umfasst alle Nerven, die den Körper als dreidimensionales Netz durchziehen wie Telefonkabel eine Stadt. Die Nerven übermitteln Informationen, als elektrische Impulse kodiert, zwischen Rückenmark bzw. Gehirn und dem übrigen Körper. Die zum Rückenmark gehörenden Nerven heißen Spinal- oder Rückenmarknerven, die zum Gehirn gehörenden entsprechend Hirnnerven.

Das zentrale Nervensystem (ZNS) ist das lebenswichtige Steuerungszentrum. Zusammen mit dem Hormonsystem, mit dem es aufs Engste verknüpft ist, steuert und regelt es alle Körperfunktionen von der Atmung über Bewegung und Fortpflanzung bis hin zur Verdauung. Über die Sinnesorgane ermöglicht das zentrale Nervensystem Wahrnehmungen und verbindet den Menschen mit der Umwelt. Darüber hinaus ist es Grundlage aller „höheren“ Funktionen wie etwa Bewusstsein, Empfinden, Denken und Lernen.

Unterster Abschnitt des zentralen Nervensystems ist das Rückenmark (RM), das sich im Wirbelkanal der Wirbelsäule vom Übergang zwischen Kopf und Nacken bis zur Lendenwirbelsäule abwärts zieht. Es ist zum einen der zentrale Kabelstrang zwischen Körper und Gehirn, zum anderen ist es ein dem Gehirn untergeordnetes Steuerungszentrum. Über unbewusste Reflexe ermöglicht das Rückenmark z. B. schnelle Fluchtreaktionen (Wegziehen des Fußes bei Treten auf einen Nagel), es hält uns durch Mitregulation der Muskellänge und -spannung entgegen der Schwerkraft aufrecht und ist an der Harnblasenentleerung beteiligt.

Nach oben geht das Rückenmark nahtlos in das verlängerte Mark als untersten Gehirnabschnitt über. Verlängertes Mark und die nach oben folgende Brücke und das Mittelhirn bilden zusammen den Hirnstamm. Zwischen vielen Leitungsbahnen liegen hier Nervenzellanhäufungen (Kerne genannt), die u. a. lebenswichtige Körperfunktionen wie die Atmung regulieren, die Sinnesorgane versorgen sowie an der Bewegungssteuerung beteiligt sind. Mit dem Hirnstamm verbunden ist das Kleinhirn, das der Bewegungskoordination und den Gleichgewichtsreaktionen dient. Es sorgt z. B. dafür, dass Bewegungen „richtig dosiert“ werden und nicht über ihr Ziel hinausschießen.

Das oberhalb von Hirnstamm und Kleinhirn liegende Zwischenhirn ist ebenfalls an der Steuerung lebenswichtiger Prozesse beteiligt, etwa der Regulierung der Körpertemperatur. Außerdem ist das Zwischenhirn zentrales Bindeglied zwischen Nervensystem und Hormonsystem. Nicht zuletzt filtert das Zwischenhirn die Informationen aus dem Körper und der Umwelt, bevor es einen Teil davon zum Großhirn weiterleitet („Tor zum Bewusstsein“).

Das Großhirn schließlich ist der größte und entwicklungsgeschichtlich jüngste Gehirnabschnitt. Es wird durch eine große Längsfurche in zwei Hälften geteilt (Hemisphären) und hat durch Auffaltung in Gehirnwindungen und -furchen eine riesige Oberfläche. Im Großhirn werden z. B. die Meldungen der Sinnesorgane registriert und verarbeitet (aus dem Sehen wird ein Erkennen) und Bewegungen bis hin zu komplexen Handlungsketten entworfen. Auch unsere Gedanken, Gefühle und moralischen Wertvorstellungen sind Leistungen des Großhirns.

Einige Großhirnfunktionen können heute recht genau lokalisiert werden. So haben etwa die Steuerungsbefehle für willkürliche Bewegungen ihren Ursprung in einem bandförmigen Gebiet der Großhirnoberfläche, das etwa von der Mitte des Scheitels wie eine Haarsträhne nach unten und leicht nach vorne bis etwa zum Oberrand des Ohrs zieht. Berührungsempfindungen der Haut kommen in der parallel davorliegenden Hirnwindung an. Ein Schaden dieser Gebiete oder der dazugehörenden Leitungsbahnen, etwa durch einen Schlaganfall oder durch einen Tumor, führt somit zu eng umgrenzten Ausfällen. Da die Leitungsbahnen sich im Hirnstamm kreuzen, ist bei einer rechtsseitigen Gehirnschädigung die linke Körperhälfte betroffen und umgekehrt.

Schutzeinrichtungen des zentralen Nervensystems

Das zentrale Nervensystem ist lebenswichtig für den Organismus und gleichzeitig sehr empfindlich. So wundert es nicht, dass sich im Lauf der Jahrmillionen wirksame Schutzeinrichtungen entwickelt haben:

  • Das Gehirn liegt gut geschützt unter den Schädelknochen, das Rückenmark wird von der Wirbelsäule als fester „Schale“ umgeben.
  • Zusätzlichen Schutz bieten drei bindegewebige Häute: Unterhalb der Schädelknochen und Wirbel liegt die harte Hirn- bzw. Rückenmarkhaut, nach innen folgen zwei weiche Hirn- bzw. Rückenmarkhäute.
  • Der Raum dazwischen ist nicht leer, sondern mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt, dem Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, Nervenwasser). Auch im Gehirn selbst gibt es Hohlräume, die Hirnkammern, die mit Liquor gefüllt sind. Wie ein Wasserkissen puffert der Liquor Stöße ab.

Willkürliches und vegetatives Nervensystem

Das Nervensystem kann außerdem nach der Funktion eingeteilt werden in willkürliches (somatisches) und vegetatives Nervensystem (autonomes Nervensystem, unwillkürliches Nervensystem). Während das willkürliche Nervensystem alle dem Bewusstsein und dem Willen unterworfenen Vorgänge (z. B. die Muskelbewegungen) steuert, ist das vegetative Nervensystem der direkten willentlichen Kontrolle weitgehend entzogen. Dazu gehören insbesondere die inneren Aktivitäten des Körpers wie etwa Herzschlag, Atmung und Verdauung. Das vegetative Nervensystem wird klassischerweise gegliedert in einen sympathischen(Sympathikus) und einen parasympathischen Teil (Parasympathikus). Sympathikus und Parasympathikus haben oft gegensätzliche Wirkungen und ermöglichen in ihrem Zusammenspiel eine Anpassung an die jeweiligen Bedürfnisse des Körpers.

Autor*innen

Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 15:43 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.