Nesselsucht

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In den meisten Fällen bilden sich die die Quaddeln und Schwellungen innerhalb von wenigen Stunden zurück.

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Nesselsucht (Nesselfieber, Quaddelsucht, Urtikaria): Hauterkrankung mit stark juckenden Quaddeln am ganzen Körper bzw. Schwellungen an Gesicht, Lippen und Schleimhäuten. Die Quaddeln und Schwellungen entstehen binnen Minuten und bilden sich nach Stunden bis Tagen auch ohne Behandlung wieder zurück (akute Nesselsucht). Typischerweise kratzen sich die Betroffenen nicht, sondern versuchen, die Beschwerden durch Reiben zu lindern.

Ursache der Quaddeln ist die Ausschüttung körpereigener Botenstoffe wie Histamin, ausgelöst durch Nahrungsmittelzusatzstoffe, Medikamente oder Insektenstiche. Manchmal entsteht die Nesselsucht auch im Rahmen von grippalen Infekten, oft bleibt der eigentliche Auslöser jedoch unbekannt.

Etwa 25 % der Bevölkerung leiden mindestens einmal im Leben an Nesselsucht, Kinder viel häufiger als Erwachsene. In 90 % der Fälle bleibt die Krankheit auf ein einmaliges, nur wenige Stunden anhaltendes Ereignis beschränkt. Wenn sie immer wieder auftritt oder über mehr als 6 Wochen, spricht man von chronischer Nesselsucht.

Behandelt wird die Nesselsucht mit kühlenden Salben und juckreizstillenden Antihistaminika, sind Schleimhäute betroffen auch mit Kortison. Daneben müssen bekannte Auslöser gemieden werden.

  • Binnen Minuten auftretende, weißliche bis hellrote, beetartige Erhebungen der Haut mit geröteter Umgebung
  • Starker Juckreiz (ähnlich wie nach Brennnesselkontakt), eventuell mit Brennen oder Schmerzen
  • Hautausschlag klingt binnen Stunden von selbst wieder ab (akute Nesselsucht)
  • Manchmal zusätzlich Magen-Darm-Beschwerden (insbesondere Durchfall), Atemnot, Kopf- und/oder Gelenkschmerzen.

In den nächsten Tagen, wenn

  • die Hautveränderungen häufiger auftreten und/oder über Tage bestehen bleiben.

Sofort den Notarzt rufen, wenn

  • Atemnot und/oder Kreislaufprobleme auftreten
  • Gesicht oder andere Körperregionen extreme Schwellungen entwickeln.

Krankheitsentstehung

Der Hautausschlag bei Nesselsucht ähnelt der Reaktion nach einem Brennnesselkontakt, woher sich auch der medizinische Name Urtikaria (lateinisch für Brennnessel) ableitet. Die Beschwerden werden fast immer durch eine örtliche Freisetzung des Botenstoffs Histamin aus den Mastzellen der Haut ausgelöst. Histamin erweitert die Gefäße und macht sie durchlässiger, was sowohl zu Quaddeln als auch zu Juckreiz führt.

Ursachen und Risikofaktoren

Es gibt viele Signale, die die Mastzellen der Haut dazu bringen, Histamin auszuschütten. Unter den bekannten Auslösern sind Medikamente und Nahrungsmittel, wie zum Beispiel

  • penicillinhaltige Antibiotika
  • Acetylsalicylsäure (z. B. in Aspirin®)
  • Geschmacks-, Konservierungs- und Farbstoffe in Lebensmitteln
  • Inhaltsstoffe von Nüssen oder Soja
  • spezielle Eiweiße, etwa in Milch, Fisch, Muscheln und Krustentieren.

Außer Medikamenten und Nahrungsmitteln, die zu einer Histaminausschüttung führen, gibt es noch andere Mechanismen, die eine Nesselsucht auslösen. Bei der Histaminintoleranz kommt es z. B. nach Aufnahme histaminreicher Nahrungsmittel wie reifem Käse, Rotwein oder geräucherten Produkten zu den typischen Symptomen. Hintergrund ist ein ungenügender Abbau des zugeführten Histamins, das dann zu Quaddeln und Juckreiz in der Haut führt.

Bei der Kontakturtikaria löst dagegen ein direkter Hautkontakt mit Brennnesseln, Quallen oder Schalen von Zitrusfrüchten (ameisensäurehaltige Substanzen) eine Nesselsucht aus.

Weitere Auslöser sind starke physikalische Reize (sogenannte physikalische Urtikaria), z. B. Druck auf die Haut, Sonnenlicht, starke Kälte oder extreme Temperaturschwankungen.

Außerdem tritt Nesselsucht als Begleiterscheinung verschiedener Erkrankungen auf, etwa bei Lupus erythematodes, Hepatitis, eitrigen Infektionen oder Erkältungskrankheiten bei Kindern. In manchen Fällen führt sogar extreme körperliche Anstrengung oder emotionale Erregung zur Bildung von kleinen linsengroßen Quaddeln.

Trotz der vielen bekannten Auslöser bleibt bei mehr als der Hälfte aller Patienten mit akuter oder chronischer Nesselsucht die Ursache für die Hauterscheinungen unklar.

Verlauf

Die Nesselsucht ist durch den Juckreiz zwar quälend, aber in aller Regel harmlos.

Komplikationen

Eine gefährliche Sonderform ist das Quincke-Ödem (Angioödem), bei dem nicht nur die oberen Hautschichten, sondern auch die Unterhaut betroffen ist. In der Folge schwellen die Augenlider, Lippen oder Genitalien heftig an. Sind die Atemwege – v. a. der Kehlkopf – betroffen, droht eine lebensbedrohliche Atemnot.

Starke Schwellungen, die leicht mit allergischen Reaktionen, z. B. auf Insektenstiche, verwechselt werden, sind auch ein Hinweis auf die seltene Erbkrankheit HAE (Hereditäres Angioödem). Meist sind Gesicht, Hals, Arme, Beine, Magen-Darm-Trakt, Geschlechtsorgane und Gesäß betroffen. Auslöser ist ein erblich bedingter Mangel oder eine Minderfunktion des C1-Esterase-Inhibitors. Dadurch wird vermehrt das Gewebshormon Bradykinin freigesetzt. In der Folge werden die Gefäßwände durchlässiger. Es kommt zu Schwellungen, die bei Auftreten im Luftröhrenbereich tödlich sein können (Larynxödeme).

Die Nesselsucht ist anhand der typischen Hautveränderungen zu erkennen. Tritt sie wiederholt auf oder bleibt sie über längere Zeit bestehen, wird nach möglichen Auslösern gesucht.

Neben Allergietests können auch Kälte-, Wärme- und Drucktests, ein Differenzialblutbild, Messungen von Immunglobulinen sowie Stuhl- und Urinuntersuchungen Hinweise auf die allergieauslösenden Faktoren liefern. Werden Nahrungsmittel oder -zusatzstoffe als Auslöser vermutet, helfen spezielle Suchdiäten und orale Provokationstests.

Differenzialdiagnosen. Juckreiz, Quaddeln und Rötungen der Haut finden sich auch beim Arzneimittelexanthem, bei Insektenstichen oder beim bullösen Pemphigoid.

Ist ein Auslöser der Quaddeln gefunden, muss dieser gemieden werden. Juckreiz, Quaddeln und Komplikationen werden je nach Ausmaß mit kühlenden Umschlägen oder Medikamenten behandelt.

Akute Nesselsucht

Bei milden Formen helfen kühlende Umschläge sowie juckreizstillende Salben und Cremes (siehe "Ihr Apotheker empfiehlt"). Bei starkem Juckreiz kommen auch nicht müde machende Antihistaminika in Tablettenform wie Desloratadin (z. B. Aerius®) oder Levocetirizin (z. B. Xusal®) zum Einsatz, die das Histamin und damit die Quaddelbildung und den Juckreiz mehr oder minder unterdrücken. Alternativ verordnen manche Ärzte auch Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure oder Leukotrienantagonisten wie z. B. Montelukast®.

Bei Luftnot, Lippenschwellung, Kreislaufschwäche und ausgedehntem Befall weist der Arzt den Patienten als Notfall in die Klinik ein. Dort spritzt der Arzt Antihistaminika und/oder Kortison, eventuell auch Adrenalin intravenös. Reicht dies nicht aus, ist eine künstliche Beatmung bzw. ein Luftröhrenschnitt als Notfallmaßnahme und/oder eine Behandlung des Kreislaufschocks notwendig. Liegt ein C1-Inhibitor-Mangel vor, bekommt der Patient ein C1-Inhibitor-Konzentrat intravenös oder einen Bradykinin-B2-Rezeptorantagonisten (z. B. Icatibant®) subkutan gespritzt.

Chronische Nesselsucht

Bei der chronischen Nesselsucht reichen äußerliche Therapiemaßnahmen wie juckreizstillende und kühlende Umschläge, Salben und Lotionen häufig nicht aus. Deshalb verordnet der Arzt meist Tabletten, und zwar zunächst Antihistaminika. Damit die Mastzellen dauerhaft unterdrückt werden, ist es wichtig, die Antihistaminika regelmäßig (das heißt nicht nur beim Auftreten von Beschwerden) einzunehmen.

Sollten sich die Symptome der Nesselsucht unter der Basistherapie nicht bessern, hilft die zusätzliche Gabe von Omalizumab (z. B. Xolair®). Hierbei handelt es um einen monoklonalen Antikörper, der für die Therapie von allergischem Asthma zugelassen ist und alle 4 Wochen unter die Haut gespritzt wird. Seine genaue Wirkung ist unklar, die Experten gehen davon aus, dass Omalizumab IgE "wegfängt" und dadurch die Reaktion der Mastzellen vermindert. Häufige Nebenwirkungen von Omalizumab sind Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Durchfall, außerdem kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Die meisten Patienten sprechen bereits vor der zweiten Behandlung und meist vollständig auf die Therapie an, bei einigen Patienten sind mehrere Injektionen nötig.

Tritt im Zeitraum von sechs Monaten keine Besserung ein oder sind die Beschwerden für den Patienten unerträglich, empfehlen die Ärzte eine Therapie mit Ciclosporin. Dieser Wirkstoff unterdrückt das Immunsystem. Er hat zur Behandlung der Nesselsucht keine Zulassung, die Therapie erfolgt also off-label.

Die akute Nesselsucht verschwindet häufig von selbst, ist sie behandlungsbedürftig, bessert sie sich durch Gabe von Medikamenten meist schnell. Nur weniger als 1 % der Fälle geht in eine chronische Nesselsucht über.

Auch bei der chronischen Nesselsucht schwächen sich die Beschwerden nach jahrelangem Meiden des Auslösers oft ab, zumindest wenn ein Auslöser bekannt ist.

Milde Formen der chronischen Nesselsucht, bei der sich kein Auslöser finden lässt, heilen meist innerhalb von 24 Monaten ab. Wenn nicht, drohen jedoch jahrelange Schübe der Erkrankung.

Was Sie selbst tun können

Kältepackungen. Leichte Formen der Nesselsucht sind binnen weniger Stunden auch ohne Therapie rückläufig. Gegen den starken Juckreiz helfen kühlende Umschläge, Kältepackungen (Coolpacks®) oder kalte Duschen.

Tabletten, Lotionen und Salben. Eine gute Wirkung zeigen Tabletten (z. B. Loraderm®) sowie Lotionen mit schmerzbetäubenden Wirkstoffen (z. B. Anaesthesulf®-Lotio). Die gerne eingesetzten auch antihistaminikahaltigen Salben, Gele (z. B. Fenistil® Gel) wirken oft nur wenig. Alternative sind Cremes oder Emulsionen mit 0,5–2 % Hydrocortison wie z. B. Linolacort®.

Komplementärmedizin

Bei akuten Schüben von Nesselsucht sind naturheilkundliche Therapien nicht indiziert, da die Gefahr eines anaphylaktischen (allergischen) Schocks besteht. Die Ursachen müssen medizinisch abgeklärt werden. Da bei chronischen Formen jedoch häufig zunächst keine eindeutige Ursache für die Hautreaktion gefunden wird, ist hier der Einsatz komplementärmedizinischer Methoden sinnvoll, die Neigung zur Quaddelbildung lässt mitunter nach. Bei der chronischen Nesselsucht können u. a. Ernährungsumstellung (Allergietest!), Akupunktur, juckreizlindernde Kompressen, Bäder, Pflanzenheilkunde sowie die Klimatherapie helfen.

Hydrotherapie. Neben Kneippschen Güssen (Wechselbädern) sind auch Bäder mit Kamillenzusatz, Schachtelhalm oder Kleie günstig. Auch schwefel- und ölhaltige Bäder sowie Bäder in Salzwasser (1 Esslöffel auf 1 l Wasser) können helfen. Den Juckreiz lindern feucht-kalte Kompressen mit 1%igem Mentholspiritus.

Klimatherapie. Bei knapp der Hälfte der Betroffenen stellt sich eine Besserung der Symptome nach einem Kuraufenthalt an der Ostseeküste oder in hochalpinen Regionen ein.

Akupunktur. Mithilfe der Akupunktur lässt sich bei chronischer Nesselsucht in manchen Fällen die Medikamentengabe reduzieren.

Pflanzenheilkunde. Aus den Heilpflanzen Hamamelis, Eichenrinde, Kamille, Zistrose, Ringelblume oder schwarzem Tee (ohne Aroma) lassen sich Aufgüsse für Kompressen zubereiten, die etwa 20 Minuten lang aufgelegt werden. Bei Nesselsucht, die durch Kälte, Nässe oder Druck entsteht, hat sich sowohl innerlich als auch äußerlich der Bittersüßstängel (Cefabene®, als Salbe, Tropfen oder Tabletten erhältlich) bewährt, er wird aufgrund seiner entzündungshemmenden, antiallergischen Eigenschaften auch als pflanzliches Kortison bezeichnet.

Homöopathie. Die Homöopathie empfiehlt bei starkem Brennschmerz und Verschlechterung durch Wärme Urtica urens oder Apis mellifica, bei Quaddelbildung aufgrund intensiver Sonneneinstrahlung oder Klimawechsel Natrium chloratum.

Lichttherapie. Vereinzelt wird von Erfolgen nach Bestrahlungen mit der Höhensonne sowie UVA1-Therapien berichtet. Hitze wie auch Sonneneinstrahlung können die Nesselsucht aber auch auslösen.

  • www.urtikaria.net – Internetseite des urticaria network e. V., Berlin: Forum, Selbsthilfetipps, Selbsttests und weitere Infos rund um die Nesselsucht.

Autor*innen

Dr. med. Arne Schäffler, Dr. Bernadette Andre-Wallis in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 17:52 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.