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Ist die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigt, kommt unser ganzer Organismus durcheinander. Was macht das unscheinbare Organ so wichtig für unseren Körper?
Rund ein Drittel aller Deutschen leiden unter einer Schilddrüsenerkrankung – oft ohne es zu wissen, denn die Symptome sind in der Regel unspezifisch und schwer einzuordnen. Die Auswirkungen sind jedoch groß, da die Schilddrüse in vielfältiger Form auf unseren Organismus einwirkt. Unter anderem reguliert sie den Energieverbrauch, den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System. Bei Ungeborenen und Kindern beeinflusst sie maßgeblich die körperliche und geistige Entwicklung. Doch wie funktioniert sie eigentlich?
Was sind die Aufgaben der Schilddrüse?
Die Schilddrüse sitzt unterhalb des Kehlkopfes und umlagert die Luftröhre. Aufgrund ihrer charakteristischen Form wird sie auch „Schmetterlingsorgan“ genannt. Obwohl sie sehr klein und leicht ist, wird die Drüse überproportional stark durchblutet. Dies ist notwendig, um ihre Hauptaufgabe sicherzustellen: die Synthese der beiden lebenswichtigen Hormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3) aus dem Spurenelement Iod. Die Produktion der beiden Hormone wird reguliert durch die Hirnanhangdrüse, die das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) ausschüttet, wenn sich in unserem Blutplasma zu wenig T4 und T3 befinden.
Was macht die Schilddrüse bei einem Iod-Mangel?
Kommt es zu einem Iod-Mangel, wird zu wenig T3 und zugleich zu viel TSH ausgeschüttet. Dies hat eine Vergrößerung (Hyperplasie) der Schilddrüse zur Folge, die sich sichtbar in einem Struma (Kropf) äußert. Bei Iod-Mangel empfehlen Ernährungsexperten Milchprodukte, iodhaltiges Salz sowie zwei Mahlzeiten mit Fisch pro Woche.
Was bedeutet eine Überfunktion der Schilddrüse?
Bei einer Funktionsstörung versorgt die Schilddrüse den Körper entweder mit zu vielen oder zu wenigen Schilddrüsenhormonen. Eine Überversorgung (Hyperthyreose) belastet den Stoffwechsel – Betroffene leiden unter erhöhtem Blutdruck, Gewichtsverlust oder Schlafstörungen. Ursache ist entweder eine Verselbstständigung von Teilen des Schilddrüsengewebes (funktionelle thyreoidale Autonomie) oder die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow. Bei der funktionellen Autonomie ist die Kommunikation zwischen Hirnanhangdrüse und Schilddrüse gestört, wodurch die Schilddrüse nicht ausreichend reguliert wird, während bei Morbus Basedow zu viel TSH von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet und dadurch eine Überproduktion von T4 und T3 in der Schilddrüse angeregt wird. Neben dem Struma sind hervortretende Augäpfel und Herzrasen (Tachykardie) – die sogenannte Merseburger Trias – charakteristische Symptome. Eine medikamentöse Therapie kann die Synthese der Schilddrüsenhormone blockieren. Bei einer funktionellen Autonomie ist eine Operation oder eine Radioiodtherapie notwendig.
Was passiert bei einer Unterfunktion der Schilddrüse?
Eine Schilddrüsenunterfunktion tritt zumeist in Form der Hashimoto-Thyreoiditis auf. Bei dieser Autoimmunerkrankung greifen Antikörper das Schilddrüsengewebe an, wodurch nicht mehr ausreichend T4 und T3 an den Organismus abgegeben werden. Folgen sind Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Heiserkeit und Kälteempfindlichkeit. Auch während der Schwangerschaft kann es zu einem Mangel an Iod beziehungsweise Schilddrüsenhormonen kommen, was das Risiko einer Fehlgeburt erhöht. Hier wird medikamentös mit einem T4-Substitut behandelt.