Kalkschulter

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Regelmäßige Dehnübungen halten die Schulter beweglich.

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Häufigkeit: 4

Kalkschulter (Periarthropathia humeroscapularis calcarea, Tendinosis calcarea): Kalkeinlagerung in der Muskel-Sehnen-Haube des Schultergelenks (Rotatorenmanschette), vor allem im Bereich der Sehne des Obergrätenmuskels (M. supraspinatus). Je nach Stadium der Erkrankung kommt es zu teils heftigen Schmerzen, die bei Armbewegungen verstärkt werden, sich aber auch nachts beim Schlafen auf der Schulter bemerkbar machen. Die Kalkschulter tritt meist zwischen 35 und 50 Jahren auf, bei Frauen etwas häufiger als bei Männern. Die Kalkablagerungen lassen sich im Ultraschall und im Röntgenbild gut nachweisen.

In der stark schmerzenden Akutphase behandelt der Arzt die Kalkschulter vor allem mit Schmerztabletten und Kortisonspritzen in das Gelenk. Häufig lösen sich die Kalkablagerungen spontan wieder auf und der Patient hat keine Beschwerden mehr. Bleibt die Heilung aus, gibt es mehrere Möglichkeiten der Behandlung. Diese reichen von Krankengymnastik oder Stoßwellen bis hin zur Entfernung des Kalks durch das sog. Needling oder (selten) eine Operation.

  • Starke Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit des Arms in der Akutphase
  • Schmerzen beim Liegen auf der Schulter im Schlaf
  • Im Röntgenbild erkennbare Kalkablagerungen in der Schulter als Zufallsbefund ohne begleitende Beschwerden möglich.

Am gleichen Tag, wenn

  • plötzlich starke Schmerzen in der Schulter und Einschränkungen der Armbeweglichkeit auftauchen.

Demnächst, wenn

  • Schulterschmerzen langsam immer stärker werden.

Die Kalkschulter ist eine häufige Erkrankung, die sich vor allem in der Lebensmitte zeigt. Betroffen sind dabei die Sehnen der Rotatorenmanschette, also der Sehnen-Muskel-Haube, die das Schultergelenk umschließt. Zur Entstehung einer Kalkschulter gibt es aktuell zwei Theorien:

Umbau von Sehnen- zu Faserknorpelgewebe. Hier durchläuft die Erkrankung mehrere Stadien (wobei nicht jeder Patient alle 4 Phasen durchmacht):

  • Initialstadium: Aus noch ungeklärten Gründen wandelt sich bei der Kalkschulter Sehnengewebe in Faserknorpel um. Schmerzen hat der Patient in dieser Phase meist kaum.
  • Phase der Kalkeinlagerung: Stirbt der neu gebildete Faserknorpel ab, lagert sich Kalzium ein, die verkalkte Sehne schwillt an und drückt auf Nachbarstrukturen. In dieser Phase beginnen die Schmerzen, und zwar hauptsächlich, wenn der Arm bewegt wird. Da meist der M. supraspinatus von den Kalkeinlagerungen betroffen ist, schmerzt vor allem das Zur-Seite-Heben des Armes. Auch der schwellungsbedingte Platzmangel im Schultergelenk führt zu Schmerzen, dies nennt der Arzt Impingementsyndrom.
  • Resorptionsphase: Als Antwort auf den dauernden Reiz im Gelenk kommt es zu entzündlichen Prozessen. Dabei versucht der Körper, mithilfe von Immun- und Entzündungszellen das störende Kalzium abzubauen und aus der Schulter heraus zu transportieren. In dieser Phase sind durch die freigesetzten Entzündungsmediatoren (Zytokine, Prostaglandine) die Schmerzen oft besonders stark, der Betroffene kann z. B. vor Schmerz kaum auf der betroffenen Schulter liegen.
  • Reparatur: Sind die Kalkablagerungen wieder verschwunden, arbeitet der Organismus daran, das eigentliche Gewebe wiederherzustellen. Schmerzen hat der Patient in dieser Phase meist keine mehr.

Durchblutungstheorie. Einer anderen Theorie zufolge verkalkt die Sehne, weil sie in ihrem Verlauf unter dem Schulterdach lagebedingt schlecht durchblutet ist. In der Folge degeneriert die Sehne und Kalk lagert sich ein.

Ursachen und Risikofaktoren

Was die oben genannten Prozesse in der Schulter anstößt, ist noch unklar. Es gibt allerdings Risikofaktoren oder Zustände, die mit der Entwicklung von Umbauprozessen und Kalkablagerungen in Zusammenhang gebracht werden. Dazu gehören:

  • Überbelastung der Schulter, z. B. durch Sport (Handball, Speerwerfen, Kontaktsportarten) oder bestimmte Berufe (Über-Kopf-Arbeit, zum Beispiel bei Elektroinstallationen oder anderen Gewerken)
  • Verletzungen der Schulter durch Unfälle oder Stürze, etwa ein Rotatorenmanschettenriss
  • Altersbedingte Verschleißprozesse.

Komplikationen

Die wichtigste Komplikation ist die Bursitis calcarea. Diese spezielle Form der Schleimbeutelentzündung (Bursitis) entsteht, wenn ein Kalkherd in einen der Schleimbeutel einbricht und dort zu schmerzhaften Entzündungsprozessen führt. Am häufigsten ist dabei die Bursa subacromialis betroffen, das ist der Schleimbeutel, der zwischen Schultereckgelenk und der Sehne des M. supraspinatus liegt. Typisch für die Schmerzen bei Bursitis calcarea ist, dass diese unabhängig von Bewegung und Lagerung auftreten und häufig sehr stark sind. Mehr dazu unter Schleimbeutelentzündung der Schulter.

Schmerzen, Schonhaltung und ein Druckschmerz beim Abtasten der Schultervorderseite bringen den Arzt meist schnell dazu, eine bildgebende Diagnostik zu veranlassen. Im Röntgenbild der Schulter lassen sich die Kalkablagerungen sehr gut nachweisen, am häufigsten finden sie sich in der Nähe des Ansatzes der Sehne des M. supraspinatus am Tuberculum major des Oberarmknochens. Auch mit einer Ultraschalluntersuchung der Schulter kann der Arzt Kalkablagerungen gut erkennen.

Hinweis: Nicht jede Kalkablagerung in der Schulter muss behandelt werden. Oft sind die Depots reine Zufallsfunde im Röntgenbild. Größe und Ausmaß von radiologisch nachweisbaren Kalkherden sagen nichts darüber aus, ob der Patient behandlungsbedürftige Beschwerden hat.

Differenzialdiagnosen. Schmerzen, Schonhaltung und Bewegungseinschränkungen des Armes finden sich auch bei Schultergelenkverrenkung, Oberarmkopfbruch, Rotatorenmanschettenriss und anderen Schulterverletzungen.

Oberstes Ziel bei der Behandlung ist – vor allem in der akuten Phase – die Linderung der oft sehr starken Schmerzen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, die der Arzt je nach Ausmaß empfiehlt:

  • Orale Schmerzmittel. Gegen die Schmerzen helfen Wirkstoffe wie Ibuprofen (z. B. Dolgit® oder Ibuprofen AbZ), Paracetamol (z. B. ben-u-ron® oder Paracetamol-ratiopharm®), Coxibe wie Etoricoxib (z. B. Arcoxia®) oder auch Opioide Metamizol (z. B. Novalgin®).
  • Kortisonspritze ins Gelenk. Kortison ist schmerz- und entzündungshemmend und wird vor allem bei sehr starken Schmerzen eingesetzt. Nachdem der Arzt es in das Gelenk gespritzt hat, kommt es meist nachhaltig zur Linderung der Beschwerden. Kortisonspritzen werden allerdings zurückhaltend angewendet, da Kortison selbst zu einer Degeneration von Sehnen führen kann.
  • Ruhigstellung. Zur Ausheilung trägt die Ruhigstellung, z. B. eine Armschlinge, bei. In der Akutphase sind die Schmerzen oft so stark, dass der Patient von selbst gar nicht ans Bewegen denkt.
  • Wärme und Kälte. Ob Wärme oder Kälte die schmerzende Schulter beruhigt, hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Überwiegen die entzündlichen Ereignisse in der Kalkschulter ist Wärme ungünstig, weil es die Durchblutung und damit auch die Entzündung zusätzlich anheizt. In diesem Stadium helfen Kühlpacks besser. Wärme hilft dagegen, wenn nichtentzündliche Dauerschmerzen quälen. Sie entspannt die Muskeln und verbessert die Durchblutung, was die Schmerzen häufig lindert.
  • Strahlentherapie. Treten die Schmerzen erstmals auf, raten manche Ärzte zur Strahlentherapie. Sie fördert die Entzündungsreaktion und hilft dem Körper, den Kalk abzubauen. Allerdings ist bei einer Strahlentherapie das Tumorrisiko (minimal) erhöht, weshalb diese Form der Behandlung eher für Patienten im fortgeschrittenen Alter geeignet ist. Die Strahlentherapie muss der Patient selbst bezahlen, sie ist eine IGeL-Therapie.
  • Physiotherapie. Gezielte Übungen helfen, die Schulter beweglich zu halten und den Muskelabbau zu verhindern. Außerdem regen sie die Durchblutung an, was Abbau und Abtransport des störenden Kalks unterstützt. Mechanisch zerstören können diese Übungen die Kalkablagerungen jedoch nicht.

In vielen Fällen reicht die Behandlung der akuten Schmerzen mit oben genannten Mitteln aus und die Kalkschulter heilt spontan, indem sich die Ablagerungen innerhalb von Wochen und Monaten von selbst auflösen. Sind die Beschwerden durch Kühlen, Ruhigstellen, Schmerzmittel und Kortisonspritze nicht beherrschbar oder quält die Kalkschulter dauerhaft, versuchen die Ärzte, den Kalk mit folgenden Verfahren aus der Schulter zu entfernen:

  • Extrakorporale Stoßwellentherapie. Stoßwellen zertrümmern den Kalk in kleinste Teilchen und regen die Durchblutung an. Auf diese Weise unterstützen sie die körpereigenen Abbauprozesse. In 40 bis 70 % der Fälle kann die Stoßwellentherapie die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit des Arms wieder verbessern. Meist sind 3 Termine nötig. Zeigt sich nach 3 Monaten kein Erfolg der Behandlung, sollte diese abgebrochen werden. Die Stoßwellentherapie wird bei der Kalkschulter in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt, der Patient muss die Kosten also selbst tragen.
  • Kalkneedling. Bei größeren Kalkdepots oder hartnäckigen Verläufen empfehlen manche Ärzte das Kalkneedling. Beim ultraschallgesteuerten Kalkneedling (auch ultraschallgestützte Nadellavage genannt) führt der Arzt unter Live-Ultraschallkontrolle eine Spezialnadel in das Gelenk ein, zerstört den Kalk mechanisch und saugt ihn mithilfe einer Spülflüssigkeit ab. Die Ergebnisse dieses relativ neuen Verfahrens sollen mit denen der arthroskopischen Operation vergleichbar sein. In der älteren, klassischen Variante des Needlings wird das Zerstoßen des Kalks mittels gleichzeitiger Röntgendarstellung in Echtzeit kontrolliert. Nachteile des klassischen Needlings sind die Strahlenbelastung und die Tatsache, dass die Kalkdepots hier nur zerstoßen und nicht abgesaugt werden.
  • Operation. Die Kalkschulter kann minimal-invasiv oder offen über einen konventionellen Hautschnitt operiert werden.
  • Arthroskopische Kalkdepotentfernung. Bei diesem Eingriff werden die Kalkablagerungen arthroskopisch entfernt. Dabei schiebt der Operateur über einen kleinen Hautschnitt ein Endoskop mit Kamera in das Gelenk, ortet die Kalkdepots, schabt diese mit einem scharfen Löffel ab (ebenfalls über das Endoskop) und spült das Gelenk gut aus.
  • Offene Operation. Hier erfolgt der Zugang zum Gelenk und die Entfernung der Kalkablagerungen über einen konventionellen Hautschnitt und die Zertrennung von Fett- und Muskelschichten. Der Eingriff kann in Vollnarkose, aber auch unter lokaler Betäubung erfolgen.

Der Verlauf bei der Kalkschulter ist höchst variabel. Bei vielen Patienten heilt sie durch Auflösung der Kalkablagerungen im Verlauf von einigen Wochen bis Monaten von allein aus. Machen die Ablagerungen jedoch dauerhaft Beschwerden, sollte man die Therapie nicht zu lange aufschieben, damit sich keine Arthrose entwickelt.

Was Sie selbst tun können

Ernährung. Um entzündliche Prozesse einzudämmen, soll bei der Kalkschulter – ebenso wie bei Arthrose – eine gesunde, ausgewogene Ernährung hilfreich sein. Speziell wird der Verzicht auf Schweinefleisch und große Mengen von Kaffee, Alkohol, Butter und Eiern empfohlen. Entzündungshemmende Effekte werden dagegen Kräutern wie Anis, Fenchel und Kurkuma nachgesagt.

Nützliche Muskelübungen. Patienten mit einer Kalkschulter profitieren von regelmäßigem Schulter- und Armtraining. Die richtigen Übungen fördern die Beweglichkeit der Schulter und beugen dem Versteifen des Gelenks vor, stärken die Muskelkraft und fördern die Durchblutung. Wichtig dabei ist, nie mit Schmerzen zu trainieren. Im Zweifel lassen Sie sich Übungen von einem Physiotherapeuten zeigen. Mögliche Übungen sind:

  • Dehnübung: Eine Hand über den Kopf hinweg auf den eigenen Rücken legen. Dann mit der anderen Hand den Ellbogen für etwa 10 s sanft in Richtung Kopf ziehen, um die Muskulatur zu dehnen.
  • Kräftigungsübung: Vor eine Wand stellen, die Oberarme liegen am Körper, die Unterarme werden nach vorne angehoben und gegen die Wand gedrückt. Kurz halten, mehrfach täglich wiederholen.
  • Beweglichkeitstraining: Gut für die Beweglichkeit der Schulter ist das Pendeln der Arme im Stehen oder Sitzen. Nimmt man dabei ein leichtes Gewicht in die Hand, wird der Arm nach unten gezogen und der Gelenkspalt etwas weiter, wodurch sich die reibungsbedingten Schmerzen verringern.

Akupunktur. Manchen Kalkschulter-Patienten hilft auch die Akupunktur. Sie soll die Schmerzen lindern und durch energetische Anregung im Gewebe den Abtransport des Kalziums fördern. Einen wissenschaftlichen Nachweis für diese Effekte gibt es jedoch nicht.

Autor*innen

Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 11:19 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.