Karpaltunnelsyndrom

Mann bearbeitet eine Wand mit der Schlagbohrmaschine. Bei ständigen Erschütterungen kann sich ein Karpaltunnelsyndrom entwickeln.
Westend61/imago-images.de
Ständige Erschütterungen bei der Arbeit können auf Dauer zu einem Karpaltunnelsyndrom führen.

Andere Wirkstoffe dieser Gruppe

Billig-Kindersitze im Test Gelenkschmerzen im Winter Was bringt die Kniespritze? Gehirnerschütterung beim Sport Hühnerauge - Wenn der Schuh drückt Kielbrust X-Bein und O-Bein Gehirnerschütterung trotz Helm Neue Kinderschuhe Schienbeinfraktur Bei Rückenschmerzen hinlegen Aufbau und Funktion von Knie und Unterschenkel Erste Hilfe für das Kind Rückenmuskeln am PC stärken Außer Gefecht nach Hexenschuss P.A.R.T.Y.-Aktionswoche 2017 Kleinere Verletzungen bei Kindern Gegen Müdigkeit am Steuer Schulterblattbruch Kinesio-Tapes richtig anwenden Schlüsselbeinbruch Stress schadet dem Rücken ABC der Osteoporose Die medizinischen Fachgebiete Orthopädie und Traumatologie Spinalkanalstenose Schulweg im Dunkeln Knochenbruch im Alter vorbeugen Den Rücken im Alltag stärken Rückenschmerzen? Beckenschiefstand Sportlerschulter Mondbeinnekrose Verletzungsfrei gärtnern Schleudertrauma Fußdeformitäten Kniescheibenbruch Schiefstellung der großen Zehe Hüft-TEP bessert Hirnleistung Aufbau und Funktion von Ellenbogen und Unterarm 2 Tage Smartphone-Verbot! Ulnarisrinnen-Syndrom Fahrtüchtigkeit bei Grünem Star Morbus Scheuermann Mittelfußknochenbrüche und Zehenbrüche Fersensporn Verspannungen vorbeugen Hilfe bei Beckenschiefstand Gesundheitsapps auf Kassenrezept Achillessehnenriss und Achillodynie Schubförmige Multiple Sklerose Knochen- und Gelenkersatz für Hüfte und Knie Hüftkopfgleiten Übergewicht schadet Bandscheiben Schulranzen richtig packen Knorpeldefekte heilen Sekundenschlaf am Steuer Schultereckgelenkverrenkung Tipps gegen Kreuzschmerzen Handy-Nacken und Maus-Arm Morbus Osgood-Schlatter Osteoporose Bewegen bringt Segen Kniegelenksarthrose Gehirnerschütterung bei Kindern Osteochondrose Hüftluxation Smartphone verursacht Handynacken Rettung für ausgeschlagene Zähne Brustkorbverletzungen Medikamente erhöhen Bruchrisiko Oberschenkelbruch Sensorpflaster zeigt Infektion an Pinguin-Gang bei Glatteis Haltung bewahren! OP nach Bandscheibenvorfall Quadrizepssehnenriss und Patellarsehnenriss Erste Hilfe für steife Nacken Wundkleber statt Nadel und Faden Ganglien Dem Fußpilz Beine machen Viele Kinder mit Rückenproblemen Arthrosen des Handgelenks Neue OP-Methode bei Schienbeinbruch Hüftimpingement Ellenbogenschleimbeutel-Entzündung Unterschenkelbruch Bandverletzung am Handgelenk Schädel-Hirn-Trauma bei Kindern Mittelhandbruch Meniskusverletzung Skapula alata Chassaignac-Lähmung Osteochondrose Fragen zum Bundesteilhabegesetz Wirbelsäuleninfektionen Sport als Medizin Muskelfaserriss in der Wade Nachtkorsett reicht oft bei Skoliose Tendovaginitis de Quervain Muskelkater den Kampf ansagen Beugesehnenverletzung am Finger Sakroiliitis Gelenkspritze bringt wenig Sportlerschulter BWS-Syndrom Stresshormon schädigt Knochen Buch-Tipp: Osteoporose Das P.E.C.H.-Schema – Soforthilfe am Unfallort Azetabulumfraktur Hilfe fürs Arthroseknie So gefährlich sind Videospiele Hilfe bei Sportverletzungen Für einen sicheren Tritt Schleudertrauma Tipps für einen starken Rücken Richtig schützen vor Unfällen Verletzungen beim Skisport Gesundheitsapps auf Kassenrezept Physiotherapie Handynacken vorbeugen Knorpeldefekte heilen Wie Smartphones krank machen Sport bei Hitze Joggen im Winter Ellenhakenbruch Schnelle Hilfe bei Sportverletzungen Erkrankungen der Halswirbelsäule Prävention von Sportverletzungen Arthrose und Arthritis Gesünder sitzen im Alter Strecksehnenverletzung am Finger PECH hilft bei Sportverletzungen Morbus Perthes Erhöhte Sturzgefahr im Winter Qualität von Endoprothesen Kalkschulter Ablenkung im Straßenverkehr Bizepssehnenriss Hüftgelenksarthrose Aufbau und Funktion von Wirbelsäule, Brustkorb und Bauch Fahrradhelm: nicht nur für Kinder Trainingsschäden bei Kindern Schmerzen bei Arthrose Knochenbrüche bei Diabetes-Typ-1 Zweitmeinung zur Hüftprothese Früherkennung der Arthrose Schultergelenkarthrose Aktiv dank künstlicher Gelenke Was hilft bei Handarthrose? Sehnenentzündung an der Hüfte Gelenkschädigung bei Rheuma Pflege von Hautabschürfungen [Ober-]Schenkelhalsbruch Sport für starke Kinderrücken Wirkstoffpflaster richtig anwenden Skidaumen Gesundheitsapps auf Kassenrezept Gehen lindert Kniegelenksarthrose Jetzt Vitamin D tanken Fußgelenk verstaucht – was tun? Hilfe bei Osteoporose Wintersport mit Kindern Qualität von Endoprothesen Sehnenentzündung am Innenschenkel Schleimbeutelentzündung an der Schulter Anamnese und klinische Untersuchung in der Orthopädie Spondylolisthese Kniescheibenverrenkung Frozen Shoulder Osteomyelitis Polyneuropathie bei Diabetikern Führerschein weg – was nun? Gut gerüstet in den Urlaub Knieschmerz, vorderer Skidaumen Karpaltunnelsyndrom lindern Nach Gehirnerschütterung schonen Schnellende Finger Vielseitigkeit verhindert Verletzung Osteoporose kann jeden treffen Operativ oder konservativ? Starke Muskeln – straffer Körper Unterarmbruch Finger weg von Plattfüßen! Spinalkanalstenose Pflegereform 2017 Kreuzbandriss bei Jugendlichen Qualität von Endoprothesen Auto fahren im Alter Mythen um den Sport Eigenblutspende vor Knie-OP Sportmedizin Halswirbelsäulensyndrom Rauf aufs Rad Gelockertes Ellenbogengelenk Ideen für das Lauftraining Fit durch Schneeschippen Bedrohung im Straßenverkehr Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk Buch-Tipp: Arthrose Bandverletzung am Handgelenk Verletzungen beim Skisport Bandverletzungen am Finger Knochenbruch im Alter vorbeugen Apotheke berät bei Parkinson Hüftschnupfen bei Kindern Workout gegen den Mausarm Injektionen gegen Kniearthrose Trichterbrust Das P.E.C.H.-Schema – Soforthilfe am Unfallort Selbständig mit Parkinson Beckenringbruch Männlich, Raucher, knochenkrank Knochenschwund bei Männern Rehabilitation von Sportverletzungen Gel und Pflaster gegen Rückenschmerz Sportverletzungen In Bewegung bleiben: PECH-Regel bei Sportverletzungen Schlüsselbeinbruch Barfußlauf für Einsteiger Startschuss Frühjahrsputz Bildgebende Diagnostik in der Orthopädie Tetanus-Impfung auffrischen Grünholzfraktur Physiotherapie statt Operation Kleinkinder im Flugzeug Kreuzbandverletzung Kalkschulter Den besten Laufschuh finden Käse und Co. für gesundere Knochen Oberarmkopfbruch Tiefer Rückenschmerz Stürzen im Alter vorbeugen Kleine Rückenschule Schleichender Hüftkopfabrutsch Medikation im Alter anpassen Knochenbrüche Knie-OP: Physio geht auch per Video Den passenden Schulranzen finden Arthrosen der Fingergelenke Muskelschmerz wegmassieren Hüftkopfnekrose Straßen sicherer machen Kapselverletzungen an den Fingern Handwurzelbrüche und Kahnbeinbrüche Richtig Radeln ohne Reue Facettensyndrom Vitamin D – das Sonnenvitamin Sprunggelenksverletzungen Patientinnen im Nachteil? Wirbelbrüche Fingerverrenkung Gehirnerschütterung: viel Ruhe nötig Tipps gegen Hitze im Auto Aufbau und Funktion von Knochen und Gelenken Coxa vara und Coxa valga Schiefhals Ski und Schlitten fahren mit Kindern Buch-Tipp: Arthrose Knochentumoren Warnsignal Hexenschuss Skoliose So gefährlich sind Videospiele Harte Fakten zum Thema Rückenschmerz Fingerbruch Schiefhals Medikamente bei Sportverletzungen Pflanzliche Mittel bei Arthrose Qualität von Endoprothesen Knochenbruch bei leichtem Sturz Rhizarthrose Stumpfes Bauchtrauma Hüftdysplasie Rückengesund im Büro Qualität von Endoprothesen Radeln macht Kinder schlau Mit Hitze Tumorzellen zerstören Rotatorenmanschettensyndrom Mythen um die Knochen Eingeschlafene Hand Sicher auf Kufen Buchtipp: Ernährung für Sportler Morbus Dupuytren Speichenköpfchenbruch Rotatorenmanschettenriss Coxitis fugax Aufbau und Funktion von Schulter und Oberarm Knorpeldefekte heilen Osteoporose durch Bewegung lindern Bandscheibenvorfall Gips, Verbände und orthopädische Hilfsmittel Gelenkspritze bringt wenig Bandscheibenverwölbung und Bandscheibenvorfall Klettern – Cleveres Muskeltraining Aufbau und Funktion von Sprunggelenk und Fuß Hoden in Gefahr! Diagnose Gehirnerschütterung Ultraschall ersetzt das Röntgen Verstauchter Knöchel Hoher BMI fördert Gelenkverschleiß Bakerzyste Schmerzen äußerlich behandeln Achillessehnenriss Hüftfehlstellungen bei Babys Kopfverletzung durch Flachbildschirm 6 Tipps für gekonntes Pflastern Medikamentöse Therapie in der Orthopädie Hilfsmittel Rollator für Senioren Neu Norm für den Verbandskasten Mondbeinnekrose Zwei neue Hüften auf einen Streich LWS-Syndrom Aufbau und Funktion von Hüfte und Oberschenkel Künstliches Kniegelenk sinnvoll? Sport für Schwangere Rückenfreundlich Schnee schippen Gesunder Lebensstil für Kinder Ballenzehe, Hammerzehe und Krallenzehe Buch-Tipp: Knie aktiv Akutmanagement von Sportverletzungen Schütteltrauma bei Säuglingen Chassaignac-Lähmung Coxitis Sprungbeinbruch und Fersenbeinbruch Supinatorlogen-Syndrom Den richtigen Schulranzen finden Wie Smartphones krank machen Schulterverrenkung Ellenbogenverrenkung Sport im Online-Fitness-Studio Was darf man mit einer Knieprothese? Operative Behandlung in der Orthopädie Häufige Erkrankungs- und Verletzungsarten Die Wirbelsäule stärken Hohe Sportverletzungsrate bei Kids Schleimbeutelentzündung am Knie Schleimbeutelentzündung an der Hüfte Der Rollator muss passen! Urlaub für den Rücken Künstliches Koma Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und Kreuzschmerzen Schulterblattkrachen Laufrad oder Dreirad? Sprunggelenksbruch [Ober-]Schenkelhalsbruch Rückenschmerzen: Enge im Wirbelkanal Die Knochen-Bilanz Ernährungstipps für Skifahrer Entspannt in die Schule Knochenbruch im Alter vorbeugen Buch-Tipp: Knie aktiv Tennisarm und Golferellenbogen Fehlhaltung, Haltungsschwäche und Fehlstellung Arthrosen des Handgelenks Wie Smartphones krank machen Brüche des Oberarms Osteochondrosis dissecans Knochenmetastasen Aufbau und Funktion der Hand Osteoporose bei Männern Bundesteilhabegesetz beschlossen Intensiver Sport durch HIT Schwachstelle Rücken

Karpaltunnelsyndrom (KTS, CTS): Häufigstes Nervenengpasssyndrom mit Schmerzen und Empfindungsstörungen an Daumeninnenseite, Zeige-, Mittel- und anteilig am Ringfinger. Die Symptome entstehen durch Einengung des vom Unterarm zu Hand und Fingern ziehenden Mittelnervs (Medianusnerv); Engstelle ist der Karpaltunnel an der Beugeseite des Handgelenks, der aus den Handwurzelknochen und dem darüber gespannten Band (Retinaculum flexorum) gebildet wird. Etwa 10 % aller Menschen über 40 Jahren leiden an der Erkrankung, Frauen 3 bis 4-mal so oft wie Männer. In 80 % der Fälle sind beide Hände betroffen. Bei leichten Beschwerden reichen manchmal konservative Maßnahmen wie das nächtliche Tragen einer Schiene oder die (kurzfristige) Gabe von Kortison. Ansonsten besteht die Behandlung in der offenen oder endoskopischen operativen Spaltung des Retinakulums. Die Beschwerden verschwinden anschließend in den meisten Fällen.

  • Dumpfe Schmerzen, Brennen, Kribbeln oder Pelzigkeitsgefühl (wie "eingeschlafen”), Steifigkeits- und Schwellungsgefühl, v. a. an den Endgliedern des Zeige- und Mittelfingers, manchmal auch an Daumen und Ringfinger
  • Gelegentlich Beschwerden an der gesamten Beugeseite der Hand, auch mit Ausstrahlung bis in den Oberarm oder die Schulter
  • Vor allem nachts Beschwerden; Aufwachen aufgrund der Beschwerden
  • Besserung der Beschwerden durch Schütteln und Massieren der Hand
  • Verschlimmerung der Beschwerden durch extreme Beugung oder Überstreckung im Handgelenk
  • Später Rückbildung der Daumenmuskulatur.

In den nächsten Tagen, wenn

  • Gefühlsstörungen oder Schmerzen in Hand oder Fingern länger als nur einige Tage anhalten.

Der Mittelnerv (Medianusnerv, Nervus medianus) ist einer der drei Hauptnerven des Arms und so dick wie eine Kugelschreibermine. Vom Rückenmark im Halsbereich kommend zieht er über die Ellenbeuge und die Beugeseite des Unterarms bis in die Hand. Er steuert verschiedene Muskeln, die für die Beugung von Hand und Fingern zuständig sind. Außerdem leitet er Empfindungen von den Endgliedern des Zeige- und Mittelfingers, teilweise auch von Daumen und Ringfinger, zum Gehirn.

Krankheitsentstehung und Verlauf

Am Handgelenk verläuft der Mittelnerv zusammen mit den Sehnen der fingerbeugenden Muskeln durch eine anatomische Engstelle, den Karpaltunnel. Er befindet sich zwischen den Handwurzelknochen und einem straffen Band, dem Retinaculum flexorum, das den Knochen wie eine Brücke überspannt. Normalerweise hat der Nerv in diesem Bereich ausreichend Platz. Schwillt das Band oder das Gewebe im Karpaltunnel jedoch an, wird es zu eng. Das passiert etwa durch Überlastung, eine chronische Entzündung, z. B. eine rheumatoide Arthritis, im letzten Drittel der Schwangerschaft durch vermehrte Wassereinlagerung oder nach einem Knochenbruch. Der Nerv gerät dann unter Druck und quittiert dies mit einer Funktionsstörung. Zuerst kommt es zu Empfindungsstörungen und Schmerzen, später auch zu einer Schwäche der Fingermuskeln. Nach längerer Krankheitsdauer entstehen Schwierigkeiten beim Abspreizen des Daumens, später oft auch bei der Beugung des Zeige- und Mittelfingers. Gleichzeitig fällt auf, dass der Daumenballen dünner wird, weil Muskulatur abgebaut wird.

Der Mittelnerv verläuft zusammen mit den Sehnen der Unterarmmuskeln durch den Karpaltunnel. Ist der Karpaltunnel verengt, z. B. durch eine entzündungsbedingte Schwellung, gerät der Nerv unter Druck und büßt zunehmend seine Funktion ein. Betroffene bemerken als erstes ein Taubheitsgefühl am daumenseitigen Bereich der Handinnenseite, in der Zeichnung rot markiert. Später kommt es auch zu Lähmungen der Muskeln, die vom Mittelnerv gesteuert werden. Daumen, Zeige- und Mittelfinger lassen sich nicht mehr beugen, was beim Versuch eine Faust zu machen zur "Schwurhand" führt.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Häufigkeit, Ursachen und Risikofaktoren

Das Karpaltunnelsyndrom ist das häufigste Nervendrucksyndrom, es kommt bei bis zu 10 % der Bevölkerung vor. Frauen leiden 3 bis 4-mal häufiger als Männer darunter, das typische Erkrankungsalter liegt zwischen 40 und 70 Jahren.

In 90 % der Fälle lässt sich keine direkte Ursache für die Erkrankung ermitteln. Gelegentlich finden sich lokale Ursachen, z. B.

Als Risikofaktoren gelten familiäre Veranlagung, Übergewicht, Schwangerschaft, Dialysepflicht, Rheumatoide Arthritis sowie endokrine Erkrankungen wie z. B. Schilddrüsenstörungen und Diabetes mellitus.

Karpaltunnelsyndrom als Berufskrankheit

Auch monotone Arbeitsabläufe im Beruf, zum Beispiel stundenlanges Halten handgeführter Motorsägen und Steinbohrer begünstigen langfristig das Entstehen eines Karpaltunnelsyndroms. 2015 wurde das Karpaltunnelsyndrom deshalb in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen. Menschen mit berufsbedingtem Karpaltunnelsyndrom haben damit einen Anspruch auf Überprüfung ihres Falles durch die gesetzliche Unfallversicherung. Stuft diese die Erkrankung als berufsbedingt ein, erhält der Betroffene weitreichende Leistungsansprüche.

Die oben beschriebenen Beschwerden und ein auslösbarer Druckschmerz über der Beugeseite des Handgelenks lassen ein Karpaltunnelsyndrom vermuten. Zwei einfache Tests erhärten den Verdacht:

  • Phalen-Test. Hier winkelt die Patient*in die Hand für eine Minute maximal an. Kommt es danach zu Gefühlsausfällen im Bereich der Finger (zum Beispiel beim Bestreichen der Haut mit einer Nadel oder einem Wattebausch), ist dies ein Zeichen für ein Karpaltunnelsyndrom.
  • Hoffmann-Tinel-Zeichen. Dabei wird der Karpaltunnel beklopft (z. B. mit den Fingern oder einem Reflexhämmerchen). Kommt es dadurch zu Schmerzen oder elektrisierenden Missempfindungen in den betroffenen Fingern, ist das Zeichen positiv.

Für den endgültigen Beweis ist die Neurolog*in zuständig. Um andere Nervenschädigungen, etwa im Bereich der Halswirbelsäule, auszuschließen, misst man die Nervenleitgeschwindigkeit des Mittelnervs, wobei zum Vergleich immer die Gegenseite mitbestimmt wird. Im Zweifel ist auch eine elektromyografische Untersuchung (EMG) der Daumenmuskulatur hilfreich. Ein Kernspin ist nur notwendig, wenn es Anhaltspunkte für (extrem rare) Tumoren in diesem Bereich gibt.

Differenzialdiagnosen. Der Mittelnerv kann auch durch Verletzungen, wie z. B. bei Knochenbrüchen des Arms, geschädigt werden. Muskelschwund am Daumenballen ist auch ein Symptom der Rhizarthrose. Weitere häufige Differenzialdiagnosen sind Polyneuropathien oder zervikale Radikulopathien, also Nervendrucksyndrome durch Engpässe aufgrund knöcherner Veränderungen an der Halswirbelsäule.

Die Therapie umfasst in leichteren Fällen verschiedene konservative Maßnahmen:

  • Nächtliche Schonung des Handgelenks mit einer gepolsterten Schiene, die das Handgelenk in Streckstellung hält. Das ist nötig, weil in der Nacht die Hand oft unwillentlich abknickt und sich der Karpaltunnel dadurch zusätzlich verengt
  • Tagsüber Tragen der Schiene oder Handgelenksmanschette, wenn sie bei der Arbeit nicht hinderlich ist
  • Kortisontabletten, zunächst 20 mg über 2 Wochen, danach 10 mg für weitere 2 Wochen, aufgrund der Nebenwirkungen jedoch nicht länger als 4 Wochen.
  • Injektion von Kortison (z. B. Methylprednisolon) in den Karpaltunnel (bis zu 3-mal). Häufigere Spritzen werden nicht empfohlen, da Kortison langfristig zum Abbau von Gewebe führt.

Schwere Fälle erfordern eine (zumeist ambulante) operative Behandlung, d. h. die Spaltung des den Karpaltunnel überspannenden Bandes. Dabei durchtrennt die Ärzt*in das Retinakulum entweder offen (über einen Längsschnitt an der Beugeseite der Hand) oder im Rahmen einer Gelenkspiegelung. Die endoskopische Operation führt zu geringeren Narbenbeschwerden, ermöglicht aber nicht immer die vollständige Spaltung des Retinakulums. Zudem ist das Risiko für Verletzungen von Sehnen, Nerven und Gefäßen etwas höher. Nach der Operation lassen die Beschwerden rasch nach. Eine anschließende Ruhigstellung ist nicht zwingend notwendig. Im Gegenteil: Schon am ersten postoperativen Tag sollten die Finger bereits wieder aktiv bewegt werden, um Schwellungen und Fingersteife vorzubeugen. Die Normalisierung der Handfunktion lässt sich durch gezielte physiotherapeutische Übungen beschleunigen.

Behandlungskomplikationen

  • Während des Eingriffs sind Verletzungen von Nerven oder Gefäßen möglich, die sofort mikrochirurgisch versorgt werden müssen. Manchmal kommt es nach der Operation zur Einblutung in den Karpaltunnel oder zu einer Wundinfektion, was ebenfalls eine sofortige Revisions-Operation erforderlich macht.
  • Eine weitere Komplikation ist der postoperative Schnappfinger durch Verletzung oder Einklemmung einer Sehnenscheide. Auch dies wird durch einen weiteren Eingriff korrigiert.
  • Wie bei allen operativen Eingriffen am Handgelenk droht außerdem ein Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS, auch Sudeck-Erkrankung genannt). Außerdem können Bewegungseinschränkungen zurückbleiben.

Die Operation bessert bei 80 % der Patient*innen die Beschwerden deutlich. Wurde jedoch erst sehr spät, d. h. mehr als 3 Jahre nach Beginn der Beschwerden operiert, können lebenslange Einschränkungen, vor allem Taubheitsgefühle, bestehen bleiben.

Was Sie selbst tun können

Monotone Anstrengung vermeiden. Meiden Sie, wann immer möglich, übermäßige Anstrengungen der Hände. Gefährlich sind insbesondere Tätigkeiten, bei denen die Hände längere Zeit im Handgelenk gestreckt oder gebeugt sind, z. B. Fahrradfahren.

Ergonomisch arbeiten. Wenn Sie beruflich viel an einer Tastatur arbeiten, achten Sie auf einen einen ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz. Dies beinhaltet z. B. ergonomische Tastaturen, ein Auflagepolster vor der Tastatur, eine größere oder vertikal funktionierende PC-Maus oder einen Touchscreen.

Pausen machen. Gönnen Sie Ihren Händen regelmäßige Pausen, um sich zu erholen. Es reicht aus, kurz aufzustehen und die Hände locker zu bewegen.

Hände abbrausen. Nach Tätigkeiten, die das Handgelenk belasten, helfen kurze kalte bis lauwarme Wassergüsse, die mit einer Brause von den Händen zum Unterarm geführt werden.

Ausschütteln. Wenn Sie nachts mit eingeschlafener Hand aufwachen, lassen sich die Beschwerden meist mit kräftigem "Ausschütteln" in den Griff bekommen.

Komplementärmedizin

Bei mäßigen Beschwerden bzw. im Anfangsstadium können Magnettherapie, Akupunktur und Ultraschallwellen einen Versuch wert sein. Verlangt das Krankheitsbild nach einer Operation, sind sie jedoch keine Alternative.

Weiterführende Informationen

Autor*innen

Dr. med. Michael Bedall in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 14:32 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.