Beckenschiefstand

Andere Wirkstoffe dieser Gruppe

Knochenschwund bei Männern Gelockertes Ellenbogengelenk Ablenkung im Straßenverkehr Gehirnerschütterung beim Sport Hüftfehlstellungen bei Babys Skoliose Bandverletzung am Handgelenk Qualität von Endoprothesen Handy-Nacken und Maus-Arm Beckenringbruch Knochenbruch bei leichtem Sturz Schultereckgelenkverrenkung Sport als Medizin Früherkennung der Arthrose Gehirnerschütterung: viel Ruhe nötig Häufige Erkrankungs- und Verletzungsarten Fehlhaltung, Haltungsschwäche und Fehlstellung Ultraschall ersetzt das Röntgen Schmerzen äußerlich behandeln Gelenkschädigung bei Rheuma Fersensporn Stürzen im Alter vorbeugen Sprunggelenksverletzungen Muskelkater den Kampf ansagen Physiotherapie statt Operation Klettern – Cleveres Muskeltraining Hoher BMI fördert Gelenkverschleiß Kleine Rückenschule Knochentumoren Sport bei Hitze Sport für starke Kinderrücken Hilfe fürs Arthroseknie Entspannt in die Schule Fußdeformitäten Hilfe bei Beckenschiefstand Osteomyelitis Bundesteilhabegesetz beschlossen Sehnenentzündung an der Hüfte Skidaumen Buch-Tipp: Knie aktiv Qualität von Endoprothesen Medikation im Alter anpassen Hoden in Gefahr! Kalkschulter Bewegen bringt Segen Operativ oder konservativ? Was darf man mit einer Knieprothese? Achillessehnenriss Jetzt Vitamin D tanken Verspannungen vorbeugen Qualität von Endoprothesen Aufbau und Funktion von Knie und Unterschenkel Warnsignal Hexenschuss Bandverletzungen am Finger Hüftschnupfen bei Kindern Tendovaginitis de Quervain Vitamin D – das Sonnenvitamin Ski und Schlitten fahren mit Kindern Harte Fakten zum Thema Rückenschmerz Pflanzliche Mittel bei Arthrose Fingerbruch Coxa vara und Coxa valga Laufrad oder Dreirad? Schütteltrauma bei Säuglingen Sportlerschulter [Ober-]Schenkelhalsbruch Buch-Tipp: Osteoporose Barfußlauf für Einsteiger Arthrose und Arthritis Aufbau und Funktion der Hand Karpaltunnelsyndrom Aufbau und Funktion von Wirbelsäule, Brustkorb und Bauch Diagnose Gehirnerschütterung Hüftgelenksarthrose Unterarmbruch Ernährungstipps für Skifahrer Bandscheibenverwölbung und Bandscheibenvorfall Gelenkspritze bringt wenig Erkrankungen der Halswirbelsäule Tipps gegen Hitze im Auto Schulterblattkrachen Zwei neue Hüften auf einen Streich Hühnerauge - Wenn der Schuh drückt Schnelle Hilfe bei Sportverletzungen Bandverletzung am Handgelenk Erhöhte Sturzgefahr im Winter Kreuzbandriss bei Jugendlichen Knorpeldefekte heilen Das P.E.C.H.-Schema – Soforthilfe am Unfallort Starke Muskeln – straffer Körper X-Bein und O-Bein Supinatorlogen-Syndrom Aufbau und Funktion von Knochen und Gelenken Verletzungen beim Skisport Wirbelbrüche Joggen im Winter Osteoporose Tipps für einen starken Rücken Urlaub für den Rücken Mythen um die Knochen Mittelfußknochenbrüche und Zehenbrüche Stresshormon schädigt Knochen Schulterverrenkung Smartphone verursacht Handynacken Auto fahren im Alter Erste Hilfe für das Kind Straßen sicherer machen Halswirbelsäulensyndrom Sportmedizin Skidaumen PECH hilft bei Sportverletzungen Kapselverletzungen an den Fingern Morbus Dupuytren Hüftkopfgleiten Morbus Scheuermann Trainingsschäden bei Kindern Anamnese und klinische Untersuchung in der Orthopädie Chassaignac-Lähmung Schleudertrauma OP nach Bandscheibenvorfall LWS-Syndrom Schlüsselbeinbruch Führerschein weg – was nun? Neu Norm für den Verbandskasten Muskelschmerz wegmassieren Schmerzen bei Arthrose P.A.R.T.Y.-Aktionswoche 2017 Unterschenkelbruch Billig-Kindersitze im Test Hilfe bei Osteoporose Ballenzehe, Hammerzehe und Krallenzehe Osteoporose bei Männern Ulnarisrinnen-Syndrom Rückenmuskeln am PC stärken Sensorpflaster zeigt Infektion an Knorpeldefekte heilen Bizepssehnenriss Gesundheitsapps auf Kassenrezept Hilfe bei Sportverletzungen Sportlerschulter Ganglien Verstauchter Knöchel Den besten Laufschuh finden Apotheke berät bei Parkinson Chassaignac-Lähmung Morbus Osgood-Schlatter Kniescheibenverrenkung Eigenblutspende vor Knie-OP Medikamentöse Therapie in der Orthopädie Die Knochen-Bilanz ABC der Osteoporose Hüftimpingement Gesundheitsapps auf Kassenrezept Kopfverletzung durch Flachbildschirm Künstliches Kniegelenk sinnvoll? Schulterblattbruch Zweitmeinung zur Hüftprothese Hüftluxation Mondbeinnekrose Hohe Sportverletzungsrate bei Kids Operative Behandlung in der Orthopädie Akutmanagement von Sportverletzungen Sehnenentzündung am Innenschenkel Oberarmkopfbruch Frozen Shoulder Kalkschulter Sakroiliitis Bandscheibenvorfall Knochenbrüche Schlüsselbeinbruch Workout gegen den Mausarm Rettung für ausgeschlagene Zähne Aufbau und Funktion von Ellenbogen und Unterarm Verletzungsfrei gärtnern Wundkleber statt Nadel und Faden Knie-OP: Physio geht auch per Video Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und Kreuzschmerzen Bedrohung im Straßenverkehr Nach Gehirnerschütterung schonen Den passenden Schulranzen finden Buch-Tipp: Arthrose Gel und Pflaster gegen Rückenschmerz Startschuss Frühjahrsputz Ellenhakenbruch Sprungbeinbruch und Fersenbeinbruch Gesunder Lebensstil für Kinder Sicher auf Kufen Gelenkschmerzen im Winter Wirbelsäuleninfektionen Knorpeldefekte heilen Mondbeinnekrose Schultergelenkarthrose Hüftkopfnekrose Schiefstellung der großen Zehe Morbus Perthes Rauf aufs Rad Gehirnerschütterung trotz Helm Schienbeinfraktur Facettensyndrom Strecksehnenverletzung am Finger Eingeschlafene Hand Gut gerüstet in den Urlaub Wirkstoffpflaster richtig anwenden Knochenmetastasen Gegen Müdigkeit am Steuer Tennisarm und Golferellenbogen Gesundheitsapps auf Kassenrezept Mit Hitze Tumorzellen zerstören Patientinnen im Nachteil? [Ober-]Schenkelhalsbruch Die Wirbelsäule stärken Qualität von Endoprothesen Gesünder sitzen im Alter Schulweg im Dunkeln Quadrizepssehnenriss und Patellarsehnenriss Wie Smartphones krank machen Viele Kinder mit Rückenproblemen Kniescheibenbruch Tipps gegen Kreuzschmerzen Bei Rückenschmerzen hinlegen Neue Kinderschuhe Rückenschmerzen? Handwurzelbrüche und Kahnbeinbrüche Aufbau und Funktion von Schulter und Oberarm Arthrosen des Handgelenks 2 Tage Smartphone-Verbot! Bildgebende Diagnostik in der Orthopädie Buch-Tipp: Arthrose Polyneuropathie bei Diabetikern Stress schadet dem Rücken BWS-Syndrom Selbständig mit Parkinson Coxitis Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk Kreuzbandverletzung Brüche des Oberarms Rückenschmerzen: Enge im Wirbelkanal Sportverletzungen Verletzungen beim Skisport Physiotherapie Intensiver Sport durch HIT Osteochondrose Medikamente bei Sportverletzungen Rotatorenmanschettensyndrom Azetabulumfraktur Knochenbrüche bei Diabetes-Typ-1 Pinguin-Gang bei Glatteis Schulranzen richtig packen PECH-Regel bei Sportverletzungen Schiefhals Buchtipp: Ernährung für Sportler Gips, Verbände und orthopädische Hilfsmittel Richtig schützen vor Unfällen Hüftdysplasie Der Rollator muss passen! Gehirnerschütterung bei Kindern Künstliches Koma Fingerverrenkung Den Rücken im Alltag stärken Grünholzfraktur Osteoporose durch Bewegung lindern Schädel-Hirn-Trauma bei Kindern Rotatorenmanschettenriss Osteochondrosis dissecans 6 Tipps für gekonntes Pflastern Medikamente erhöhen Bruchrisiko Kinesio-Tapes richtig anwenden Fit durch Schneeschippen Das P.E.C.H.-Schema – Soforthilfe am Unfallort Rückengesund im Büro Schnellende Finger Ellenbogenverrenkung Stumpfes Bauchtrauma Sprunggelenksbruch Speichenköpfchenbruch Schleichender Hüftkopfabrutsch Kleinere Verletzungen bei Kindern Richtig Radeln ohne Reue Den richtigen Schulranzen finden Aufbau und Funktion von Hüfte und Oberschenkel Coxitis fugax Fragen zum Bundesteilhabegesetz Wie Smartphones krank machen Neue OP-Methode bei Schienbeinbruch Finger weg von Plattfüßen! Pflegereform 2017 Beugesehnenverletzung am Finger Tiefer Rückenschmerz Spondylolisthese Fahrtüchtigkeit bei Grünem Star Schiefhals Gelenkspritze bringt wenig Mythen um den Sport Spinalkanalstenose Schubförmige Multiple Sklerose Gehen lindert Kniegelenksarthrose Radeln macht Kinder schlau Knochenbruch im Alter vorbeugen Ellenbogenschleimbeutel-Entzündung Osteoporose kann jeden treffen Knochen- und Gelenkersatz für Hüfte und Knie So gefährlich sind Videospiele Buch-Tipp: Knie aktiv Außer Gefecht nach Hexenschuss Schleudertrauma Dem Fußpilz Beine machen Spinalkanalstenose Oberschenkelbruch Knochenbruch im Alter vorbeugen Brustkorbverletzungen Käse und Co. für gesundere Knochen Vielseitigkeit verhindert Verletzung Skapula alata Die medizinischen Fachgebiete Orthopädie und Traumatologie Kniegelenksarthrose Arthrosen des Handgelenks Nachtkorsett reicht oft bei Skoliose Erste Hilfe für steife Nacken Meniskusverletzung Übergewicht schadet Bandscheiben Rückenfreundlich Schnee schippen Sport im Online-Fitness-Studio Aktiv dank künstlicher Gelenke Schleimbeutelentzündung am Knie Injektionen gegen Kniearthrose Karpaltunnelsyndrom lindern Mittelhandbruch Hilfsmittel Rollator für Senioren Pflege von Hautabschürfungen Wie Smartphones krank machen Muskelfaserriss in der Wade In Bewegung bleiben: Was hilft bei Handarthrose? Arthrosen der Fingergelenke Knochenbruch im Alter vorbeugen Sekundenschlaf am Steuer Schleimbeutelentzündung an der Hüfte Ideen für das Lauftraining Wintersport mit Kindern Schwachstelle Rücken Was bringt die Kniespritze? Osteochondrose Handynacken vorbeugen Für einen sicheren Tritt Trichterbrust Kielbrust Bakerzyste Kleinkinder im Flugzeug Hüft-TEP bessert Hirnleistung Qualität von Endoprothesen Achillessehnenriss und Achillodynie Männlich, Raucher, knochenkrank Rhizarthrose Rehabilitation von Sportverletzungen So gefährlich sind Videospiele Fußgelenk verstaucht – was tun? Aufbau und Funktion von Sprunggelenk und Fuß Prävention von Sportverletzungen Haltung bewahren! Schleimbeutelentzündung an der Schulter Sport für Schwangere Tetanus-Impfung auffrischen Fahrradhelm: nicht nur für Kinder Knieschmerz, vorderer

Häufigkeit: 4

Beckenschiefstand: Fehlstellung, bei der das Becken im Stehen nicht waagrecht steht, sondern dauerhaft zur Seite gekippt ist. Die Ursachen sind häufig funktionell, z. B. durch Fehlhaltungen und Muskelverspannungen. Dem strukturellen Beckenschiefstand liegt eine echte Beinlängendifferenz zugrunde, sie ist anlagebedingt oder entsteht beispielsweise durch falsch verheilte Knochenbrüche. Eine leichte Schiefstellung des Beckens ist sehr häufig und meist nicht mit Problemen verbunden. Bei ausgeprägterem Beckenschiefstand kann es zu zahlreichen Beschwerden kommen, die von Zähneknirschen über Hüft- und Fußschmerzen bis hin zu starken Rückenschmerzen reichen.

Ein funktioneller Beckenschiefstand wird vor allem mit Physiotherapie behandelt. Bei einer echten Beinlängendifferenz helfen Absatz- oder Schuhsohlenerhöhung. Längenunterschiede von 3 cm machen eine operative Beinverlängerung erforderlich.

  • Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen
  • Schmerzen in Schultern und Nacken
  • Schmerzen in Knie und Fuß
  • Schmerzen im Gesäß, Leistenschmerzen
  • Schmerzen im Becken.

Demnächst, wenn

  • dauerhaft oder immer wieder oben genannte Schmerzen ohne erkennbare Ursache auftauchen.

Das Becken besteht aus den beiden Hüftbeinen und dem Kreuzbein. Die Knochen sind ringförmig angeordnet: hinten sind rechtes und linkes Hüftbein jeweils über die sehr straffen Kreuz-Darmbein-Gelenke (Iliosakralgelenke) mit der Wirbelsäule verbunden, vorne stoßen die Hüftbeine in der sogenannten Symphysenfuge aneinander. Die Hüftgelenkspfanne bildet gemeinsam mit dem Kopf des Oberschenkelknochens das Hüftgelenk.

Das Becken ist sehr stabil, es sorgt für einen sicheren Stand und ermöglicht dem Menschen die aufrechte Haltung und das Gehen. Um das Gewicht des Körpers zu tragen und die Kraft gleichmäßig zu verteilen, muss das Becken annähernd waagrecht stehen. Eine leichte Schiefe können Wirbelsäule, Beine und Füße gut ausgleichen. Bei ausgeprägter Schiefe kommt es zu Schmerzen aufgrund der Fehlhaltung und der Fehlbelastung von Gelenken, Sehnen, Bändern und Muskeln.

Häufigkeit und Ursachen

Fast zwei Drittel aller Erwachsenen haben einen Beckenschiefstand. In den meisten Fällen ist dieser leicht und beträgt nicht mehr als etwa 1 cm. Bei schwereren Beckenschiefständen sind Männer fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

In vielen Fällen stecken funktionelle Ursachen hinter einem Beckenschiefstand. Dazu gehören beispielsweise einseitige Verspannungen der Muskulatur rund um das Becken wie z. B. der Gesäßmuskeln oder der Muskulatur im Lendenwirbelsäulenbereich. Zu solchen Verspannungen kommt es durch Fehlhaltungen, sehr langes Sitzen oder allgemein Bewegungsmangel. Auch eine angeborene Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) kann durch die daraus entstehende Fehlhaltung der Wirbelsäule zu einem funktionellen Beckenschiefstand führen (und vice versa: bei nicht behandeltem, ausgeprägtem Beckenschiefstand droht durch den Versuch der Wirbelsäule, die Schiefe auszugleichen, eine sekundäre Skoliose).

Typische strukturelle Ursache eines Beckenschiefstands ist die "echte" Beinlängendifferenz. Echt deshalb, weil das Bein tatsächlich kürzer ist und nicht nur durch ein funktionell schiefstehendes Becken höher steht. Eine geringe Beinlängendifferenz kann der Körper ausgleichen. Ist ein Bein jedoch mehr als etwa 6 mm kürzer, kommt es zu Fehlbelastungen und Schmerzen. Ursachen für eine echte Beinlängendifferenz sind

  • genetische Veranlagung
  • Schädigung von Wachstumszonen (z. B. im Kniebereich) und dadurch Hemmung des Knochenwachstums
  • Gefäßtumoren, die ein Mehrwachstum in Wachstumszonen auslösen und dadurch einen Knochen länger wachsen lassen
  • schlecht verheilte Knochenbrüche
  • Prothesenlockerung nach Hüft-TEP durch Einsinken des Schafts in den Markraum des Oberschenkelknochens
  • Arthrose in Fuß-, Knie- oder Hüftgelenk.

Klinik

Ein schiefes Becken führt zu Fehlhaltungen und Fehlbelastungen, die an der gesamten Wirbelsäule und an den Beinen Schmerzen verursachen können. Oft strahlen die Schmerzen auch aus, zum Beispiel in die Gesäßmuskulatur, in die Leiste oder in den Unterleib.

Komplikationen

Durch die dauerhafte Fehlbelastung anderer Knochen und Gelenke droht die Entwicklung von Skoliose, Hüftgelenksarthrose und Kniegelenksarthrose. Durch die Fehlhaltung der Wirbelsäule werden zudem Bandscheibenvorfälle begünstigt.

Körperliche Untersuchung. Hierbei untersucht die Orthopäd*in zunächst Wirbelsäule und Becken auf Verkrümmungen und Asymmetrien sowohl im Stehen als auch weit vorneüber gebeugt. Bei Verdacht auf eine Beinlängendifferenz werden die Beine ausgemessen.

Bildgebende Verfahren wie das Röntgen lassen vor allem knöcherne Ursachen für einen Beckenschiefstand erkennen, z. B. eine Skoliose, Arthrosen oder ungleiche Beinknochen. Manche Orthopäd*innen bieten auch die 3D Wirbelsäulenmessung an, bei der sich Statik und Haltung von Becken und Wirbelsäule ohne Röntgenstrahlung ermitteln lassen. Dazu projiziert man Licht auf den Rücken, aus dem ein Computer ein dreidimensionales Bild errechnet. Die Kosten für diese Analyse werden von den gesetzlichen Krankenkassen meist nicht übernommen.

Differenzialdiagnosen. Die Beckenschiefe kann durch die Fehlbelastung anderer Knochen und Gelenke Schmerzen von den Zähnen bis zu den Füßen auslösen. Dementsprechend vielfältig sind die auszuschließenden Diagnosen. Beispiele sind die Hüftgelenksarthrose, der Bandscheibenvorfall oder Blockaden im Kreuz-Darmbein-Gelenk. Bei Schmerzen in Unterbauch und Becken ist auch an Erkrankungen der Harnblase, des Darms oder der inneren Geschlechtsorgane zu denken.

Eine Behandlung ist nur erforderlich, wenn der Beckenschiefstand Probleme bereitet oder wenn die Schiefe so ausgeprägt ist, dass eine Verkrümmung der Wirbelsäule droht. Die Art der Therapie richtet sich nach der Ursache.

Funktioneller Beckenschiefstand

Liegt der Beckenschiefe eine fehlhaltungsbedingte Verspannung oder Verkürzung der Muskulatur zugrunde, hilft die gezielte Physiotherapie. Dabei gilt es, die verspannten Muskeln zu lockern und zu dehnen und die verkümmerten Muskeln der Gegenseite zu trainieren. Ziel ist es, die Fehlhaltung zu beseitigen, den Körper aufzurichten und das Becken dadurch wieder in die Waagrechte zu bringen.

Manchmal kommt es durch Verspannungen auch zu einer mechanischen Blockade des Kreuz-Darmbein-Gelenks. Hier lässt sich das Gelenk häufig durch spezielle Handgriffe der manuellen Therapie wieder richten.

Ist es durch eine Skoliose zu Fehlhaltung und Beckenschiefe gekommen, steht die Behandlung der Wirbelsäulenverkrümmung im Zentrum (mehr dazu siehe Skoliose).

Struktureller Beckenschiefstand

Je nach Ursache und Ausmaß gibt es hier konservative und operative Therapiemöglichkeiten.

Konservative Behandlung. Bei einer Beinlängendifferenz bis zu 1 cm verordnet die Ärzt*in oft orthopädische Schuheinlagen. Nach Anpassung sind Sitz und Nutzen der Einlagen regelmäßig zu kontrollieren. Bei einer Beinlängendifferenz von 1 bis 3 cm ist die Erhöhung des gesamten Schuhs oder des Schuhabsatzes ratsam. Auch hier ist regelmäßig zu prüfen, ob die Maßnahme zum Erfolg führt und nicht etwa eine neue Fehlhaltung provoziert. Größere Differenzen lassen sich durch Einlagen und höhere Absätze nicht mehr behandeln, da die Gefahr des Umknickens zu hoch ist.

Operative Behandlung. Ab einer Beinlängendifferenz von etwa 3 cm kommt eine operative Beinverlängerung infrage. Dabei wird der betroffene Oberschenkel und/oder Unterschenkel durchtrennt. In dieser künstlich geschaffenen Wachstumsfuge wächst nun Knochensubstanz nach und füllt den Spalt. Durch permanenten Zug am Knochen lässt sich die Breite des Spaltes und damit die Menge an neuem Knochen einstellen und so das Bein auf die gewünschte Länge bringen. Der nötige Zug entsteht zum Beispiel mit einem in die Knochen eingebrachten Marknagel, der durch magnetische Impulse von außen langsam teleskopartig ausgefahren wird. Der Spezialnagel wird nach der Beinverlängerung in einem zweiten Eingriff wieder entfernt. Bei der traditionellen Methode kommt der Zug durch einen Knochenspanner (Fixateur externe) zustande, der an von außen in den Knochen eingeführten Drähten und Schrauben befestigt ist.

In beiden Fällen dauert die Behandlung mehrere Monate. Komplikationen sind Infektionen, unvorhergesehener oder ausbleibender Wachstumsverlauf, Knochenbrüche und Thrombosen.

Aufgrund der möglichen Komplikationen und der langen Behandlungsdauer empfehlen manche Ärzt*innen bei Beinlängendifferenz, das längere Bein zu verkürzen. Das zieht allerdings eine Verringerung der Körpergröße nach sich. Operationskomplikationen wie Thrombose oder Infektion sind etwas seltener als bei der Beinverlängerungsoperation, aber ebenfalls möglich.

Wie gut sich ein schiefes Becken wieder in die Waagrechte bringen lässt, hängt von der Ursache und der Methode ab. Unbehandelt drohen bei ausgeprägtem Beckenschiefstand Arthrosen und Skoliose.

Physiotherapie. Bei funktionellem Beckenschiefstand ist es wichtig, die in der Physiotherapie gezeigten Übungen regelmäßig nachzuturnen. Hier zwei Beispiele für das Dehnen und Kräftigen der Hüftmuskulatur:

  • Dehnung im Vierfüßlerstand:
    • In den Vierfüßlerstand gehen, die Knie sind etwa 90° gebeugt, der Unterschenkel liegt locker am Boden.
    • Knie langsam auseinanderführen und Fußsohlen zusammenbringen (wie ein Frosch). Die Unterschenkel drehen sich dabei leicht nach innen.
    • Ganz langsam Becken, Leiste und Gesäß (nicht den Bauch!) herunterhängen lassen bzw. herunterdrücken. Auf diese Weise ist in Hüfte und Oberschenkel schon ein Ziehen zu spüren.
    • Mit jedem Ausatmen langsam tiefer in die Dehnung gehen. Beide Knie 30 Sekunden fest in den Boden drücken, dann wieder entspannen. Weiter Leiste und Becken durchhängen lassen.
    • Mehrfach wiederholen.
    • Vorsichtig die Übung beenden.
  • Dehnung im Stehen: Im Stehen dehnt man die Strukturen des Beckens, indem man ein Bein nach hinten anwinkelt, den Fuß mit der Hand festhält und das Becken nach vorne schiebt.
  • Kräftigung des kürzeren und schwächeren Beins: Hierfür begibt man sich zwischendurch einfach immer wieder in den Einbeinstand, d. h., man stellt sich auf das kürzere Bein und zieht das andere an.

Vorbeugung

Rumpfmuskeln trainieren. Kräftigen Sie Ihre Bauch- und Rückenmuskulatur! Eine starke Rumpfmuskulatur und eine gute Körperhaltung begünstigen auch die korrekte Lage des Beckens.

Richtiges Sitzen. Vermeiden Sie langes Sitzen in einer Stellung und Fehlhaltungen am Schreibtisch. Stehen Sie regelmäßig auf, recken und strecken Sie sich und flechten Sie immer wieder kleine Bewegungsübungen ein. Sorgen Sie für einen ergonomischen Bürostuhl, wenn Sie viel am Schreibtisch sitzen. Alternativen sind Sitzbälle, Knie- oder Wackelstühle.

Entspannungsübungen und Yoga. Lernen Sie Entspannungsübungen wie die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen oder Autogenes Training. Auch Yoga hilft, den Körper zu entspannen und in die richtige Balance zu bringen.

Schwimmen. Ein günstiger Sport ist das Brustschwimmen, denn dabei kommen Becken und Hüfte gleichmäßig in Bewegung.

Autor*innen

Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 17:10 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.