Mittelhandbruch

Eine geballte rechte Männerfaust wird von der linken Hand umfasst. Brüche der Mittelhandknochen sind schmerzhaft.
mauritius images / Astrid Gast / Alamy / Alamy Stock Photos
Schmerzen und ein geschwollener Handrücken nach Gewalteinwirkung können auf einen Mittelhandbruch hindeuten.

Andere Wirkstoffe dieser Gruppe

Schiefhals Gehirnerschütterung: viel Ruhe nötig Schultergelenkarthrose Sportverletzungen PECH-Regel bei Sportverletzungen Spinalkanalstenose Bildgebende Diagnostik in der Orthopädie PECH hilft bei Sportverletzungen Schulweg im Dunkeln Schlüsselbeinbruch Tipps gegen Hitze im Auto Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk Handwurzelbrüche und Kahnbeinbrüche Qualität von Endoprothesen Bandverletzung am Handgelenk Arthrosen der Fingergelenke Smartphone verursacht Handynacken Knochenschwund bei Männern Hilfe bei Sportverletzungen Handynacken vorbeugen Rückenschmerzen? Was bringt die Kniespritze? Rehabilitation von Sportverletzungen Schubförmige Multiple Sklerose Häufige Erkrankungs- und Verletzungsarten Knochenmetastasen Morbus Osgood-Schlatter Medikamente erhöhen Bruchrisiko P.A.R.T.Y.-Aktionswoche 2017 Fußgelenk verstaucht – was tun? Viele Kinder mit Rückenproblemen Zwei neue Hüften auf einen Streich Schnellende Finger Verletzungen beim Skisport Qualität von Endoprothesen Sportlerschulter Rückenmuskeln am PC stärken Richtig schützen vor Unfällen Mythen um den Sport Bandverletzung am Handgelenk Schleichender Hüftkopfabrutsch Ellenhakenbruch Fehlhaltung, Haltungsschwäche und Fehlstellung Tennisarm und Golferellenbogen Der Rollator muss passen! Bandverletzungen am Finger Verletzungen beim Skisport Sport als Medizin Gegen Müdigkeit am Steuer Kapselverletzungen an den Fingern So gefährlich sind Videospiele Bakerzyste Käse und Co. für gesundere Knochen Knochentumoren Künstliches Kniegelenk sinnvoll? Gelenkschmerzen im Winter Medikation im Alter anpassen Hilfe fürs Arthroseknie Gelenkschädigung bei Rheuma Ideen für das Lauftraining Wundkleber statt Nadel und Faden Stürzen im Alter vorbeugen Facettensyndrom Unterschenkelbruch Buch-Tipp: Knie aktiv Kielbrust Fersensporn Gesunder Lebensstil für Kinder LWS-Syndrom Morbus Dupuytren Operativ oder konservativ? Chassaignac-Lähmung Kleine Rückenschule Skidaumen Osteoporose bei Männern Gehen lindert Kniegelenksarthrose Pinguin-Gang bei Glatteis Schiefhals Gehirnerschütterung beim Sport OP nach Bandscheibenvorfall Fingerverrenkung Bandscheibenvorfall Gesundheitsapps auf Kassenrezept Sport für Schwangere BWS-Syndrom Apotheke berät bei Parkinson Finger weg von Plattfüßen! Mondbeinnekrose Knochen- und Gelenkersatz für Hüfte und Knie Urlaub für den Rücken Neue Kinderschuhe Sensorpflaster zeigt Infektion an Diagnose Gehirnerschütterung Aufbau und Funktion von Schulter und Oberarm Muskelkater den Kampf ansagen Azetabulumfraktur 2 Tage Smartphone-Verbot! Selbständig mit Parkinson Skidaumen Schiefstellung der großen Zehe Auto fahren im Alter Gesundheitsapps auf Kassenrezept Knochenbruch im Alter vorbeugen Oberschenkelbruch Meniskusverletzung Männlich, Raucher, knochenkrank Skapula alata Hüftimpingement Achillessehnenriss und Achillodynie Erste Hilfe für das Kind Klettern – Cleveres Muskeltraining Pflanzliche Mittel bei Arthrose Aufbau und Funktion von Wirbelsäule, Brustkorb und Bauch Osteochondrose Karpaltunnelsyndrom Verstauchter Knöchel Gehirnerschütterung trotz Helm Entspannt in die Schule ABC der Osteoporose Erste Hilfe für steife Nacken [Ober-]Schenkelhalsbruch Sprungbeinbruch und Fersenbeinbruch Gelenkspritze bringt wenig Schulterverrenkung Sehnenentzündung an der Hüfte Startschuss Frühjahrsputz Schleimbeutelentzündung an der Hüfte Wirbelsäuleninfektionen Hüftgelenksarthrose Fit durch Schneeschippen Arthrosen des Handgelenks Tipps gegen Kreuzschmerzen Warnsignal Hexenschuss Strecksehnenverletzung am Finger Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und Kreuzschmerzen Wirbelbrüche Aufbau und Funktion von Hüfte und Oberschenkel Qualität von Endoprothesen [Ober-]Schenkelhalsbruch Jetzt Vitamin D tanken Arthrosen des Handgelenks Kniegelenksarthrose Aufbau und Funktion der Hand Hüftkopfgleiten Fingerbruch Osteochondrose Die Wirbelsäule stärken Muskelschmerz wegmassieren Erhöhte Sturzgefahr im Winter Knorpeldefekte heilen Künstliches Koma Rückenschmerzen: Enge im Wirbelkanal Stumpfes Bauchtrauma Kalkschulter Hoher BMI fördert Gelenkverschleiß Mondbeinnekrose Kniescheibenbruch Medikamente bei Sportverletzungen Laufrad oder Dreirad? Coxitis fugax Die Knochen-Bilanz Tetanus-Impfung auffrischen Fahrradhelm: nicht nur für Kinder Ballenzehe, Hammerzehe und Krallenzehe Dem Fußpilz Beine machen Osteomyelitis Pflege von Hautabschürfungen Ulnarisrinnen-Syndrom Tipps für einen starken Rücken Schulranzen richtig packen Sicher auf Kufen Kalkschulter Aufbau und Funktion von Sprunggelenk und Fuß Ganglien Hilfe bei Beckenschiefstand Radeln macht Kinder schlau Rückengesund im Büro Die medizinischen Fachgebiete Orthopädie und Traumatologie Kreuzbandverletzung Den passenden Schulranzen finden Speichenköpfchenbruch Knochenbrüche bei Diabetes-Typ-1 Schwachstelle Rücken Halswirbelsäulensyndrom Hüftkopfnekrose Rauf aufs Rad Hilfsmittel Rollator für Senioren Tendovaginitis de Quervain Beugesehnenverletzung am Finger Operative Behandlung in der Orthopädie Den besten Laufschuh finden Sportlerschulter Qualität von Endoprothesen Schütteltrauma bei Säuglingen Das P.E.C.H.-Schema – Soforthilfe am Unfallort Osteoporose Hüftschnupfen bei Kindern Knochenbrüche Übergewicht schadet Bandscheiben Spondylolisthese Chassaignac-Lähmung Knorpeldefekte heilen Akutmanagement von Sportverletzungen Bedrohung im Straßenverkehr Kleinkinder im Flugzeug Unterarmbruch Spinalkanalstenose Kniescheibenverrenkung Den Rücken im Alltag stärken Gut gerüstet in den Urlaub Anamnese und klinische Untersuchung in der Orthopädie Sport im Online-Fitness-Studio Schulterblattkrachen Wirkstoffpflaster richtig anwenden Gips, Verbände und orthopädische Hilfsmittel Vielseitigkeit verhindert Verletzung Wie Smartphones krank machen Oberarmkopfbruch Gehirnerschütterung bei Kindern Verspannungen vorbeugen Sekundenschlaf am Steuer Buch-Tipp: Arthrose Muskelfaserriss in der Wade Bundesteilhabegesetz beschlossen Straßen sicherer machen Mythen um die Knochen Schleudertrauma Osteochondrosis dissecans Aufbau und Funktion von Knochen und Gelenken Coxa vara und Coxa valga Morbus Perthes Sport für starke Kinderrücken Intensiver Sport durch HIT Knorpeldefekte heilen Ellenbogenschleimbeutel-Entzündung Buch-Tipp: Knie aktiv Hühnerauge - Wenn der Schuh drückt Den richtigen Schulranzen finden Aktiv dank künstlicher Gelenke Sprunggelenksbruch Rotatorenmanschettenriss Eigenblutspende vor Knie-OP Stress schadet dem Rücken Neue OP-Methode bei Schienbeinbruch Buch-Tipp: Arthrose Rettung für ausgeschlagene Zähne Schädel-Hirn-Trauma bei Kindern Was hilft bei Handarthrose? Brustkorbverletzungen Schnelle Hilfe bei Sportverletzungen Skoliose Hüft-TEP bessert Hirnleistung Prävention von Sportverletzungen Erkrankungen der Halswirbelsäule Sakroiliitis Schulterblattbruch Fragen zum Bundesteilhabegesetz Schleimbeutelentzündung an der Schulter Knochenbruch im Alter vorbeugen Gesundheitsapps auf Kassenrezept Nachtkorsett reicht oft bei Skoliose Billig-Kindersitze im Test Aufbau und Funktion von Ellenbogen und Unterarm Knochenbruch bei leichtem Sturz Hüftluxation Buch-Tipp: Osteoporose Qualität von Endoprothesen Harte Fakten zum Thema Rückenschmerz Sehnenentzündung am Innenschenkel Physiotherapie Nach Gehirnerschütterung schonen Gesünder sitzen im Alter In Bewegung bleiben: Handy-Nacken und Maus-Arm Schleimbeutelentzündung am Knie Stresshormon schädigt Knochen Schienbeinfraktur Schmerzen äußerlich behandeln Fußdeformitäten Frozen Shoulder Joggen im Winter Hohe Sportverletzungsrate bei Kids Schmerzen bei Arthrose Barfußlauf für Einsteiger Achillessehnenriss Workout gegen den Mausarm Injektionen gegen Kniearthrose 6 Tipps für gekonntes Pflastern Kleinere Verletzungen bei Kindern Gelenkspritze bringt wenig Schlüsselbeinbruch X-Bein und O-Bein Osteoporose kann jeden treffen Physiotherapie statt Operation Tiefer Rückenschmerz Ellenbogenverrenkung Grünholzfraktur Beckenringbruch Bizepssehnenriss Kopfverletzung durch Flachbildschirm Trainingsschäden bei Kindern Außer Gefecht nach Hexenschuss Quadrizepssehnenriss und Patellarsehnenriss Wie Smartphones krank machen Buchtipp: Ernährung für Sportler Fahrtüchtigkeit bei Grünem Star Coxitis Wie Smartphones krank machen Kinesio-Tapes richtig anwenden Was darf man mit einer Knieprothese? Brüche des Oberarms Für einen sicheren Tritt Zweitmeinung zur Hüftprothese Patientinnen im Nachteil? Beckenschiefstand Knie-OP: Physio geht auch per Video Ski und Schlitten fahren mit Kindern Vitamin D – das Sonnenvitamin Osteoporose durch Bewegung lindern Rotatorenmanschettensyndrom Karpaltunnelsyndrom lindern Knochenbruch im Alter vorbeugen Pflegereform 2017 Hoden in Gefahr! Bewegen bringt Segen Neu Norm für den Verbandskasten Eingeschlafene Hand Bandscheibenverwölbung und Bandscheibenvorfall Hüftdysplasie Das P.E.C.H.-Schema – Soforthilfe am Unfallort Supinatorlogen-Syndrom Mit Hitze Tumorzellen zerstören Ablenkung im Straßenverkehr Gel und Pflaster gegen Rückenschmerz Gelockertes Ellenbogengelenk Sprunggelenksverletzungen Bei Rückenschmerzen hinlegen Rhizarthrose Mittelfußknochenbrüche und Zehenbrüche Knieschmerz, vorderer Wintersport mit Kindern Medikamentöse Therapie in der Orthopädie Hüftfehlstellungen bei Babys Arthrose und Arthritis Früherkennung der Arthrose Führerschein weg – was nun? Hilfe bei Osteoporose Richtig Radeln ohne Reue Polyneuropathie bei Diabetikern Morbus Scheuermann Aufbau und Funktion von Knie und Unterschenkel Ernährungstipps für Skifahrer Rückenfreundlich Schnee schippen Sport bei Hitze Ultraschall ersetzt das Röntgen Starke Muskeln – straffer Körper Schultereckgelenkverrenkung Kreuzbandriss bei Jugendlichen Trichterbrust So gefährlich sind Videospiele Haltung bewahren! Schleudertrauma Verletzungsfrei gärtnern Sportmedizin

Mittelhandbruch (Metakarpalfraktur): Bruch einer der fünf Mittelhandknochen, meist durch Sturz auf die Hand oder einen starken Anprall, z. B. bei einem Faustschlag gegen die Wand. Der Mittelhandbruch macht sich mit starken Schmerzen und geschwollenem Handrücken bemerkbar, betroffen sind vor allem junge Männer. Zur Behandlung reicht häufig eine mehrwöchige Ruhigstellung. Ist der Bruch allerdings verdreht, verschoben oder befindet er sich in Gelenknähe, muss operiert werden, um Fehlstellungen zu vermeiden.

  • Druck- und Bewegungsschmerz
  • Meist ausgeprägte Schwellung
  • Starke Bewegungseinschränkung
  • Schmerzen beim Bewegen des Unterarms (bei Bruch des Daumengrundgelenks)
  • Sichtbare Fehlstellung.

Gleich nach dem Unfall, wenn

  • oben genannte Beschwerden auftreten.

Die fünf Mittelhandknochen (Metakarpalknochen) befinden sich zwischen den Knochen der Finger und der Handwurzel. Häufigste Ursache für Brüche sind starke Gewalteinwirkung wie Faustschläge im Rahmen gewalttätiger Auseinandersetzungen, aber auch Stürze auf die Hand oder Sportunfälle. Bei Hobbyboxern ist aufgrund mangelhafter Technik oft der Mittelhandknochen des kleinen Fingers betroffen, weshalb man diesen Bruch auch Boxerfraktur (Boxer´s fracture) nennt.

Nicht immer ist starke Gewalt nötig, damit die Mittelhandknochen brechen. Bei verringerter Knochendichte (Osteoporose) genügen schon Lappalien.

Formen und Einteilung

Brüche an Mittelhandknochen haben die Besonderheit, dass sie oft schräg oder spiralförmig verlaufen. Die Bruchflächen verschieben sich dadurch häufig gegeneinander oder verkippen sogar.

Je nach Lage teilt man Mittelhandknochenbrüche folgendermaßen ein:

  • MC-Basisfraktur: Bruch des basisnahen (handwurzelnahen) Teils eines Mittelhandknochens (Metakarpalknochens, Abk. MC)
  • MC-Schaftfraktur: Bruch im Schaftbereich des Mittelhandknochens
  • Metacarpale Köpfchenfrakturen: Bruch im zu den Fingern zeigenden Bereich des Knochens.

Basisnahe Brüche des Daumengrundgelenks (Metakarpalknochen 1 oder MC1) werden nach Lokalisation und Verlauf zusätzlich eingeteilt:

  • Winterstein-Fraktur. Dieser gerade oder schräge Bruch verläuft außerhalb der Gelenkkapsel.
  • Bennett-Fraktur. Hier handelt es sich um einen schrägen Bruch im Bereich der Gelenkkapsel des Daumengrundgelenks.
  • Rolando-Fraktur. Dieser Bruch zeichnet sich durch einen Y-förmigen Verlauf aus, d. h., die Basis des Daumengrundgelenks ist in 3 Teile gebrochen.

Komplikationen

Mittelhandbrüche werden oft von Verletzungen der dort verlaufenden Sehnen, Gefäße oder auch Nerven begleitet. Bei geschlossenen Verletzungen und starker Ödembildung tritt manchmal ein Kompartmentsyndrom auf.

Langfristig drohen vor allem zwei Komplikationen: Das Einsteifen des Gelenks (begünstigt durch nicht ausreichende Physiotherapie) und die Entwicklung einer Arthrose, im Fall des Daumens einer Rhizarthrose.

Die oben genannten Beschwerden und klinischen Befunde lenken sofort den Verdacht auf einen Mittelhandbruch. Oft lassen sich die Schmerzen verstärken, wenn die Ärzt*in den betroffenen Finger in seiner Längsachse staucht – ein einfacher, aber nicht ganz sicherer Test.

Zur Diagnosesicherung sind Röntgenaufnahmen erforderlich, bei komplizierteren Verletzungen mit Gelenkbeteiligung auch eine CT zur besseren Beurteilung. Um begleitende Verletzungen von Gefäßen und Nerven nicht zu übersehen, prüft die Ärzt*in Durchblutung, Beweglichkeit (Motorik) und Sensibilität von Hand und Fingern. Besteht diesbezüglich ein Verdacht, hilft ein MRT weiter.

Differenzialdiagnosen. Schmerzen und Schwellungen im Bereich der Hand werden auch durch Prellungen und Zerrungen sowie Sehnen- oder Bandverletzungen verursacht. Des Weiteren ist abzuklären, ob andere Brüche vorliegen, z. B. ein Handwurzelbruch oder Kahnbeinbruch oder ein Speichenbruch.

Sofortmaßnahmen: Die nötigen Sofortmaßnahmen sind in der PECH-Regel zusammengefasst:

  • Pause: Hand sofort ruhigstellen und schonen.
  • Kühlen (Eis): Gelenk 15 bis 20 Minuten lang kühlen. Dabei dürfen Eiswürfel und Coolpacks nicht direkt, sondern nur in ein Tuch gewickelt auf die Haut kommen, da sie sonst Kälteschäden hervorrufen.
  • Kompression (compression): Ein Kompressionsverband lindert das Anschwellen. Achtung, nicht zu stramm anlegen, damit Blutzu- und abfuhr gewährleistet bleiben!
  • Hochlagern. Das Hochlagern von Hand und Arm verhindert eine zu starke Durchblutung des Fingers und wirkt ebenfalls dem Anschwellen entgegen.

Hinweis: Bei Verletzungen der Hand sind Ringe, Armbänder und Uhren abzulegen, da das Anschwellen der Finger droht.

Nachsorge. Je nach Verfahren beginnen die physiotherapeutischen Übungen ohne Belastung schon ab dem 1. bis 3. Tag nach Operation. Ab der 4. Woche darf die Hand uneingeschränkt bewegt, ab der 8. auch wieder belastet werden.

Mittelhandbrüche heilen meist ohne Operation. Stark abgeschrägte Brüche, wie auf dem linken Röntgenbild (Bild a) dargestellt, machen jedoch oft eine Operation erforderlich. Schrauben, Platten oder Drähte dienen dazu, den Bruch zu stabilisieren (Bild d). Bild b zeigt die Röntgenaufnahme eines Spiralbruchs, der mit zwei Schrauben fixiert wurde. Unterbleibt in diesem Fall eine operative Behandlung, entsteht eventuell die in Bild c dargestellte Situation: Der verletzte Fingerstrahl verheilt in Fehlstellung und überkreuzt den Nachbarfinger – eine ungünstige Ausgangsstellung für präzise Handbewegungen. Dass der Mittelfinger auf der Abbildung teilweise amputiert ist, weist auf die Schwere der Handverletzung hin, die zum Fingerbruch führte.
Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Konservativ

Sind die Knochenbruchstücke nicht oder kaum verschoben oder verdreht, ist eine konservative Behandlung ausreichend. Die Ärzt*in richtet den Bruch bei Bedarf in lokaler Betäubung oder Kurznarkose ein und stellt den Knochen gemeinsam mit dem Nachbarfinger anschließend für 4 Wochen ruhig. Dazu verwendet sie einen Unterarm(kunststoff)gips oder eine individuell angepasste Gipsschiene mit Fingereinschluss. Manchmal kommen auch vorgefertigte Schienen zum Einsatz, z. B. Mittelhandschienen aus Kunststoff oder Fingerschienen aus Aluminium.

Nachsorge. Nach Abnahme des Gipses oder der Schiene muss die Patient*in einen Kompressionshandschuh tragen, der die Hand weiter stabilisiert und Schwellungen entgegenwirkt. Gleichzeitig beginnt die Physiotherapie. Zunächst stehen aktive Bewegungen auf dem Plan, später kommen Belastungen hinzu. Ab der 6. Woche nach dem Unfall ist der Finger meist wieder belastungsstabil, nach einem halben Jahr darf wieder geboxt werden.

Operativ

Folgende Brüche machen in der Regel eine Operation erforderlich:

  • Brüche mit einer Verdrehung im Bruchbereich (Drehfehler, Rotationsfehler, sie führen beim Faustschluss häufig zu einem Überkreuzen der Finger)
  • Stark verschobene Brüche oder Brüche mit einer Verkürzung des Mittelhandknochens > 0,5 cm
  • Brüche in Gelenknähe
  • Instabile Brüche
  • Offene Brüche oder vorhandene Begleitverletzungen
  • Basisnahe Brüche des Daumengrundgelenks (hier sind die Bruchstücke aufgrund des starken Zugs der Sehne des langen Daumenstreckers ohnehin meist verschoben).

Zur operativen Versorgung dieser Brüche gibt es verschiedene Verfahren. Winterstein-Frakturen oder einfache Brüche an der Basis eines Mittelhandknochens (MC-Basisfrakturen) lassen sich oft geschlossen einrichten und zur Stabilisierung mit einem Kirschner-Draht versorgen. Ansonsten werden die Brüche offen eingerichtet und die Knochen mit Schrauben, Miniplatten oder Drähten stabilisiert. Im Anschluss an die Operation ist eine Gipsruhigstellung für 1 bis 3 Wochen erforderlich.

Mittelhandbrüche heilen in der Regel gut. Bei komplizierteren Formen können nach der Operation manchmal Fehlstellungen und Bewegungseinschränkungen, z. B. beim Greifen, zurückbleiben.

Was Sie selbst tun können

Übungen zu Hause. Damit die Hand wieder voll funktionstüchtig wird, sind die in der Physiotherapie erlernten Übungen am besten dreimal täglich zu Hause durchzuführen. Hier zwei Beispiele:

  • Faustschluss. Hand wiederholt zur Faust schließen und öffnen.
  • Kirschen klauen. Arme mit geöffneter Hand nach vorne heben, über dem Kopf ausstrecken, Handfläche zeigt nach oben. Hand zur Faust einrollen. Gestreckten Arm senken und an die Seite nehmen, dabei die Faust im Handgelenk nach hinten beugen. Mehrmals wiederholen.

Einfetten der Operationsnarbe. Harte, feste Operationsnarben können in der Handinnenfläche sehr stören. Cremen Sie die Narbenhaut mehrmals täglich mit einer fetthaltigen Creme ein, um sie geschmeidig zu halten.

Handbäder. Nach Abnahme der Schienen lässt sich die Hand besonders gut im warmen Wasserbad mobilisieren, z. B. durch wiederholtes Öffnen und Schließen der Hand zur Faust. Empfohlen werden 5-mal täglich etwa fünfminütige Bäder in angenehm handwarmem Wasser. Welche Bewegungen in welchem Ausmaß erlaubt sind, ist mit der behandelnden Ärzt*in abzuklären.

Vorsicht mit Sport

Wie schnell nach der Behandlung eines Mittelhandbruchs wieder Sport getrieben werden darf, hängt von der Form der Behandlung und von der Sportart ab.

  • Nach konservativer Behandlung dauert es meist 3 Monate, bis Low-Impact-Sportarten erlaubt sind. Das ist Sport ohne starke Gelenkbelastung und Kraftspitzen wie etwa Radfahren, Schwimmen oder Wandern. Bei Kontaktsportarten oder Sport mit ausgeprägter Gelenkbelastung durch Drehungen oder Sprünge (High-Impact-Sportarten) rät die Ärzt*in meist zu einer Pause von mindestens einem halben Jahr.
  • Wurde der Bruch operativ versorgt, ist Sport oft früher wieder möglich. Bei Low-Impact-Sportarten meist nach etwa 2, bei High-Impact-Sportarten nach etwa 3 Monaten.

Richtig boxen. Der Boxerbruch ist bei Profis selten, bei Hobby-Boxern dagegen häufig. Hier hilft es, die richtige Technik zu erlernen, damit die Kraft auf die stabileren Mittelhandknochen von Zeige-, Mittel- und Ringfinger gelenkt wird.

Autor*innen

Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am um 14:48 Uhr


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Mediziner*innen geprüft worden. Die in diesem Artikel kommunizierten Informationen können auf keinen Fall die professionelle Beratung in Ihrer Apotheke ersetzen. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.