Andere Wirkstoffe dieser Gruppe
Mit den Temperaturen steigt auch das Aktivitätslevel der meisten Menschen. Damit Sportler nicht nur beim Training eine gute Figur machen: Wissenswertes über Sport.
Mythos 1: Joggen ist schlecht für die Gelenke
Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der Barmer GEK, erklärt: „Natürlich werden die Gelenke beim Joggen beansprucht, eine Überbelastung lässt sich aber verhindern. Zum einen ist der richtige Schuh wichtig. Er sollte fachmännisch und individuell an Fuß und Laufstil angepasst sein. Im Gegensatz zu früher geht die Wissenschaft heute übrigens davon aus, dass zu stark gedämpfte Sohlen das körpereigene Dämpfungssystem unterfordern. Wie viel Dämpfung der Laufschuh haben sollte, hängt unter anderem von dem Untergrund ab, auf dem gelaufen wird. Auf einem Waldboden reicht meistens die natürliche Dämpfung, während der Körper beim Laufen auf Asphalt durch eine geeignete Dämpfung der Laufschuhe unterstützt werden sollte. Für den Kauf der Laufschuhe sollte man sich viel Zeit nehmen. Nur so ist gewährleistet, dass der Fachverkäufer die Füße genau untersuchen und man die verschiedenen Schuhe anprobieren kann. Hilfreich ist es auch, die alten Laufschuhe mitzubringen, da ein fachkundiger Verkäufer anhand der Abnutzung der Sohle viele Informationen über die Fußstellung erhält. Menschen, die aber bereits Probleme mit den Gelenken haben, was häufig bei Übergewicht der Fall ist, sollten einen gelenkschonenderen Ausdauersport betreiben, wie zum Beispiel Walken oder Schwimmen.“
Mythos 2: Kein Sport auf nüchternen Magen
„Wer sich schon morgens zum Sport aufraffen kann, kurbelt seinen Kreislauf an und startet fit in den Tag“, motiviert Möhlendick. „Trotzdem sollte zuvor noch genügend Zeit für eine kleine, leichte Mahlzeit sein. Dafür eignet sich zum Beispiel Obst mit einem leichten Getränk, wie beispielsweise eine halbe Banane sowie eine Tasse Früchtetee. Eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten ist nämlich wichtig, um die Energieversorgung zu gewährleisten und die Fettverbrennung anzukurbeln. Ohne Frühstück greift der Körper sonst schnell auf Aminosäuren zurück, die jedoch sehr wichtig für die Muskulatur und das Immunsystem sind. Auch das Gehirn ist ohne Nahrung unterversorgt. Neben Schwindel kann es zu Wahrnehmungsstörungen oder einer Unterzuckerung kommen. Ob man lieber morgens oder abends sportlich aktiv ist, kann jeder für sich selbst entscheiden, wichtig ist, dass man sich überhaupt ausreichend bewegt – also an mindestens vier Tagen die Woche, besser noch jeden Tag, 30 Minuten moderat körperlich bewegen.“
Mythos 3: Wer leicht ins Schwitzen kommt, hat eine schlechte Grundkondition
Der Sportwissenschaftler erläutert: „Wer leicht ins Schwitzen kommt, braucht sich keine Sorgen um seine Kondition zu machen. Bei Sportlern funktioniert die Temperaturregulation meistens besser als bei Untrainierten. Dabei leiten sie die Wärme, die bei sportlicher Betätigung entsteht, schneller über die Hautoberfläche ab. Ob man schneller oder langsamer ins Schwitzen kommt, ist teilweise auch Veranlagung. Bei manchen reagiert der Körper rascher auf die ansteigende Wärme des Körpers und sorgt deshalb früher für eine Abkühlung. Wer beim Sport stark schwitzt, sollte auf jeden Fall viel trinken, damit der Wasserverlust wieder ausgeglichen wird.“
Mythos 4: Sport stärkt das Immunsystem
„Das stimmt, zumindest wenn man regelmäßig moderaten Sport betreibt“, weiß Möhlendick. „Studien haben gezeigt, dass durch Ausdauersportarten wie Joggen, Fahrrad fahren oder Schwimmen das Herz, die Gefäße und die Immunabwehr gestärkt werden. Grund für die stärkere Infektabwehr bei Sportlern sind Antikörper, die unerwünschte Eindringlinge schon auf der Schleimhaut von Mund und Nase bekämpfen. Zudem steigt die Zahl der Abwehrzellen im Blut. Wer es allerdings übertreibt, erlebt den gegenteiligen Effekt: Die Immunabwehr sinkt und die Infektanfälligkeit steigt.“
Mythos 5: Bei warmem Wetter muss ich mich vor dem Sport nicht aufwärmen
„Das ist ein Irrglaube“, stellt Möhlendick klar. „Da die Außentemperatur keinen Einfluss auf die Muskeln hat, sollten Sportler auch bei hochsommerlichen Temperaturen nicht auf ein Warm-up verzichten und sich unbedingt vor dem Training aufwärmen. Lockeres Laufen beispielsweise mobilisiert das Herz-Kreislauf-System, gezielte Dehnübungen bringen Muskeln und Sehen auf Betriebstemperatur und schützen so vor Zerrungen und anderen Verletzungen.“