Andere Wirkstoffe dieser Gruppe
Am Aschermittwoch beginnt traditionell das Fasten – doch nicht nur Gläubige verzichten vorübergehend aufs Essen. Lohnt sich der neue Trend des Intervallfastens?
Bei der aktuellen Vielfalt an Diätprogrammen fällt es zunehmend schwer, den Überblick zu behalten und die Spreu vom Weizen zu trennen. Ein neuer Ernährungstrend setzt nun auf Einfachheit: Beim Intervallfasten fallen Kalorienzählen und Lesen von Nährstoffangaben weg. Wichtig ist nur der Zeitraum, in dem gegessen (beziehungsweise nicht gegessen) wird. Im Unterschied zum regulären Fasten wird der Verzicht aber nie länger als 24 Stunden durchgezogen. Als Vorbild für dieses Ernährungsmodell gilt der Steinzeitmensch, der notgedrungen immer wieder in Phasen von Nahrungszufuhr und Nahrungsentzug lebte. Der menschliche Organismus sei deshalb gar nicht auf regelmäßiges Essen ausgelegt, sagen Befürworter des Intervallfastens.
Entscheidend ist der Insulinspiegel
Der Wechsel zwischen Phasen des Essens und des Fastens beeinflusst unseren Insulinspiegel und dieser wiederum den Blutzuckerspiegel. Nehmen wir Nahrung zu uns, insbesondere Kohlenhydrate, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus, wodurch unserem Organismus signalisiert wird, dass Energie verwertet oder gespeichert werden kann. Diese wird dann nicht mehr aus den Energiespeichern in der Muskulatur und der Leber oder aus den Fettreserven bezogen. Erst wenn wir längere Zeit nichts mehr gegessen haben, sinkt der Insulinspiegel wieder und Energiereserven können verbrannt werden. Daher empfiehlt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), zwischen den Mahlzeiten eine Essenspause von mindestens vier Stunden einzulegen. Beim Intervallfasten ist diese Pause jedoch deutlich länger, je nach verfolgter Methode.
Fasten mit 5 : 2, 10in2 oder 16 : 8
Eine beliebte Variante des Intervallfastens trägt den Namen 5 : 2. Dabei darf an fünf Tagen in der Woche ohne Einschränkung gegessen werden, an den zwei restlichen Tagen wird dagegen gefastet. Dabei ist aber kein kompletter Verzicht auf Nahrung vorgesehen, sondern eine Beschränkung auf maximal 500 Kalorien bei Frauen und 600 bei Männern. Ist das Abnehmziel erreicht, sollte auf eine 6 : 1-Variante umgestellt werden, also mit nur noch einem Fastentag in der Woche.
Schwieriger für den Körper ist das 10in2-Intervallfasten. Dabei wechseln sich Essens- und Fastentage miteinander ab. An den Fastentagen ist eine strenge Diät vorgesehen: Ausschließlich Wasser, ungesüßter Tee, Kaffee und Gemüsebrühe sind erlaubt. Etwas leichter fällt im Vergleich die 16 : 8-Methode: Hier wechseln sich 16-stündige Fastenperioden ab mit achtstündigen Intervallen, in denen das Essen erlaubt ist. Ob morgens oder abends gefastet wird, ist frei wählbar.
Lohnt sich das Intervallfasten?
Der Nutzen des Intervallfastens ist bei Experten umstritten. So kritisiert die DGE, dass bei dieser Form des Abnehmens keine Ernährungsumstellung vorgesehen sei. Die Gefahr liege darin, in den Essensphasen das Versäumte nachzuholen und „auf Vorrat“ zu essen. Ebenfalls nicht berücksichtigt wird die Bedeutung körperlicher Aktivität für den Abnehmerfolg und die generelle Gesundheit. Ein Vorteil besteht dagegen in der Einfachheit der Idee: Aufwendiges Einkaufen und Kochen entfallen beim Fasten. Daneben sind die fest eingeplanten Essenspausen ein Weg aus der sogenannten „Snackfalle“, da auch kleinere Speisen im Fastenzeitraum verboten sind.
Fazit der Experten: Insgesamt sollte das Intervallfasten nur in Kombination mit einer Ernährungsumstellung und körperlicher Betätigung erfolgen – die „leichteren“ Varianten sind aber zumindest gesundheitlich unbedenklich.
Quelle: DAZ